Dr. Bühler hält Landsberg wach

Die Marktgemeinde hält an Edeka fest. Zwar hat der Gemeinderat den im Januar gefassten Grundsatzbeschluss für eine Ansiedlung auf Antrag der CSU aufgehoben, „jedoch wird das Ganze damit nicht ins Gegenteil verkehrt und ist nicht verbunden mit einer generellen Ablehnung Edekas“, betonte Bürgermeister Dr. Klaus Bühler (UBV). Er selbst offerierte dem Plenum am Mittwoch endlich seine Pläne, die eine Doppelstrategie vorsahen.

Bevor die hitzige Debatte richtig ins Rollen kam, stellte Dr. Michael Kortstock (UBV) mit Erfolg den Antrag, die Vorstellung der neuen Pläne zur Bahngleisverlegung öffentlich darzulegen. In der Folge nahm CSU-Fraktionsvorsitzende Meinrad Mayrock noch mal Stellung zum Antrag seiner Partei: „Nach dem Nein aus Landsberg, halten wir es für wichtig, dass der Antrag vor allem wegen des Zusatzes mit den Arbeitsplätzen aufgehoben wird." Der Arbeitsplatzaspekt würde mit der möglichen Ansiedlung im Frauenwald erfüllt werden. "Erbsenzählerei"" Bühler zufolge sei die Aufhebung völlig unnötig, denn „durch den Landsberger Ratsbeschluss wurde unserem Beschluss nicht, wie es im CSU-Antrag heißt, die Grundlage entzogen, sondern er ist hinfällig.“ Hans Koch (SPD) verstand die „Erbsenzählerei“ nicht: „Es gab einen Beschluss, der jetzt nicht mehr existent ist, also kann er aufgehoben werden.“ SPD-Gemeinderat Thomas Salzberger hingegen unterstützte den Antrag der CSU, „um weiteren Spekulationen und Planspielen vorzubeugen“. Auf Nachfrage Bühlers zu Planspielen, sagte Salzberger: „Ich habe mich bei den Bahnverlegungsplänen nicht ausreichend informiert gefühlt.“ Rückendeckung erhielt das Gemeindeoberhaupt von Dr. Kortstock. Aus seiner Sicht habe man wichtigere Dinge zu tun, als über einen gegenstandslos gewordenen Beschluss zu debattieren. Zu Bühlers erneuten Vorstoß merkte er an, dass man wohl niemanden verbieten könne, weiter zu denken und neue Ideen zu entwickeln. Eine Lanze für Bühler brach in dieser Sache auch Sozialdemokrat Koch. Er würdigte das Engagement des Rathauschefs und kritisierte die oft negative „unkollegiale Stimmung“. Diese bekam dann auch Johann Drexl zu spüren, der, nachdem er die Vorgehensweise in Sachen Edeka öffentlich kritisiert hatte, von Bühler abgewatscht wurde: „Ich bin enttäuscht von ihnen und den Äußerungen, die sie in den letzten Tagen und Wochen in die Öffentlichkeit gestreut haben.“ Drexl dazu: „Wir leben in einer Demokratie und jeder darf wohl das Recht haben, zu denken, was er will.“ Von diesem Recht machte dann auch Dr. Bühler Gebrauch und stellte dem Gremium seine Doppelstrategie in Bezug auf Edeka vor. So sollte zum einen Landsberg mit seinem Grundstück im Frauenwald wach gehalten werden. „Das heißt die Konkurrenz spüren zu lassen, wohl aber wissend, dass deren Lösung leichter zu verwirklichen ist.“ Und zum anderen wollte Bühler für den Fall, dass die Variante „Landsberg-Frauenwald“ scheitern sollte, eine Alternativlösung parat haben, „um die Arbeitsplätze unbedingt im Bereich Landsberg/Kaufering zu halten.“ Doch daran will selbst Bühler nicht mehr so recht glauben. Mit Blick auf die nicht von ihm autorisierten Veröffentlichungen räumte er ein, er könne sich nicht mehr vorstellen, dass Edeka jetzt noch Interesse am Standort Kaufering habe. „Edeka als seriöses Großunter- nehmen lässt sich nicht monatelang an den Pranger stellen. Der Frauenwald ist da viel ruhiger.“ Und dann gleich noch Kritik am Gemeinderat: „Wir sind kein Parlament, sondern ein Kollegialgremium. Doch hat es in jüngster Zeit manchmal an sachbezogener Zusammenarbeit gefehlt“, das Gemeindeoberhaupt. Warum aber hat Dr. Bühler diese Kollegialgremium so spät über seine Pläne informiert? Ein Konzept habe er erst dann vorstellen wollen, wenn es sich auch als realisierbar darstellen lasse. Und das ist es nun offenbar. So könne man laut Dr. Bühler auf zwei Arten das Gleis verlegen, eine engere und eine weitere Variante, wobei Bühler die Zweite favorisiert, da man hier die bestehenden Naturbiotope und Gleisdreiecksgrube umgehe könne. Darüber hinaus könnte man mit Verlegung der Schrebergärten auch das KZ-Denkmal mehr zur Geltung bringen. Bezüglich der Kosten sagte Bühler: „Es wäre ungefähr so teuer wie ein Straßenbau, und wir haben schon viele Straßen gebaut.“

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