Bühlers rettende Idee

Für die Gemeinde Greifenberg hat das Bamberger Büro „WasserWerkstatt“ diesen Vorentwurf für die mögliche Umgestaltung des Warmbades in ein Naturschwimmbad erarbeitet. Entwurf: WasserWerkstatt

Ist es die rettende Idee? UBV-Kreisrat und Kauferings Ex-Bürgermeister Dr. Klaus Bühler hat vorgeschlagen, aus dem Warmfreibad in Greifenberg ein Naturbad nach dem Vorbild seiner Heimatgemeinde zu machen. Diese Variante wäre laut Bühler erheblich günstiger als eine Sanierung oder ein Neubau. Vor allem aber würde sie die drohende Schließung des Bades abwenden. Für seinen Vorschlag erntete Bühler im Kreisausschuss spontanen Beifall.

Dem Gremium lagen mehrere Alternativen für die Zukunft Schwimmbades im Eigen­- tum des Landkreises vor. Zur Debatte standen entweder eine Sanierung für 3,3 Millionen Euro, ein Neubau in der bisherigen Größe (5,1 Mio.) oder mit verkleinerter Wasserfläche (3,3 Mio). Aufgrund der hohen Kosten erschien keine dieser Varianten realistisch. Ein weiterer Beschlussvorschlag sah vor, das Bad so lange weiter zu betreiben wie es geht, aber keine größeren Summen mehr in Reparaturen zu stecken – oder gleich einen Termin für die Schließung festzulegen und über alternative Nutzungen des Geländes nachzudenken. Bühler erinnerte daran, dass der Landkreis und die Marktgemeinde Kaufering vor genau den gleichen Problemen standen, als es um die Zukunft des Kauferinger Freibades ging. Das Konzept Naturbad war damals die Rettung, und könnte es auch für Greifenberg sein, so Bühler. Er möchte die Fläche aufteilen, den Eingang verlegen und nur den östlichen Bereich für das Schwimmbad nutzen. Hier soll eine rund 1000 Quadratmeter große Wasserfläche mit 33,3-Meter-Becken, einem Sprungbecken sowie Nichtschwimmerbereich und Kinderplansche entstehen. Schöner geht’s nicht Eines der vorhandenen Becken könnte zur Filtration des Badewassers verwendet werden. Diese erfolgt im Naturbad durch Sandfilter und Kleinstlebewesen. Chemikalien, Chlor etwa, werden nicht verwendet. Beheizt würde das Bad nicht mit fossiler Energie, sondern nur von der Sonne. Den Südhang des Geländes sieht Bühler als idealen Standort für eine Photovoltaik- und Solarthermie-Anlage. „Schöner kann eine Fläche gar nicht liegen.“ Für den westlichen Bereich des Schwimmbadgeländes, zu dem das jetzige Eingangsgebäude mit Sanitäranlagen und Umkleiden sowie das Schwimmer- und das Nichtschwimmerbecken gehören, kann sich Bühler eine private Nutzung vorstellen. Die Gesamtkosten für die Errichtung des Naturbads inklusive neuer Umkleiden und Sanitäranlagen bezifferte er mit rund 1,5 Millionen Euro netto. Die jährlichen Betriebskosten dürften auf „deutlich unter 40000 Euro“ sinken. Aus dem Kreisausschuss kam durch die Bank Zustimmung zu Bühlers Vorschlägen. Sie seien „der richtige Ansatz“, lobte etwa Dr. Manfred Rapp (CSU). Er hoffte, dass nun die Nutzergemeinden Greifenberg, Windach, Eresing, Schon­dorf und Eching ihr Nein zu einer finanziellen Beteiligung an der Zukunft des Bades noch einmal überdenken. Als „vielversprechend“ bezeichnete auch Peter Wittmaack (SPD) Bühlers Idee, Monika Groner (GAL) bescheinigte ihr „sehr viel Charme“. Allerdings tauchte die Frage auf, ob ein Naturbad in unmittelbarer Nähe des Ammersees überhaupt angenommen werde. Einstimmig verabschiedete der Kreisausschuss folgende Empfehlung an den Kreistag: Die Idee des Naturbads wird näher untersucht. Eine Markterkundung soll klären, wie groß die Nachfrage wäre. Bis auf weiteres wird das Bad in seiner jetzigen Form weiter betrieben, allerdings werden Reparaturmaßnahmen nur noch bis zu einer Grenze von 20000 Euro ausgeführt. "Das müssen wir uns leisten!" Greifenberg – Die Empfehlung des Kreisausschusses, die Idee eines Naturfreibades in Greifenberg weiter zu verfolgen, ist beim „Förderverein zum Erhalt und der Unterstützung der Bäder des Landkreises“ mit großer Erleichterung aufgenommen worden. FDP-Kreisrat und Fördervereins­- vorsitzender Markus Wasserle informierte die rund 130 Mitglieder wenige Stunden nach der Sitzung via e-Mail: „Alle wollen das Warmfreibad erhalten, 40000 Besucher sprechen für die Kreisräte eine deutliche Sprache.“ Es sei noch nicht lange her, erinnert Wasserle, da habe eine Mehrheit das Warmfreibad in Greifenberg schließen wollen. Jetzt gehe es nurmehr um die Frage, wie es in Zukunft betrieben werde. „Darüber wird in den nächsten Wochen und Monaten noch gerungen“, so der Fördervereinsvorsitzende. Sehr zufrieden zeigt sich Wasserle, dass Ex-Bürgermeister Dr. Klaus Bühler mit der Naturbadvariante einen neuen Lösungsansatz in die Diskussion einge­- bracht habe, der bei allen Kreisräten auf positives Echo stoße. „Damit haben wir eine weitere gute Lösung für die Zukunft des Bades.“ Aus „erster Hand“ möchte Wasserle nun die Mitglieder des Fördervereines aber auch die Nachbarn des Warmfreibades informieren – im Rahmen einer öffentlichen Info-Mitgliederversammlung. Avisiert hat er dafür den 8. Oktober, 19.30 Uhr, Details folgen. Als Referenten will der Vorsitzende Dr. Bühler und auch Greifenbergs Bürgermeister Johann Albrecht gewinnen. Damit nicht genug, der FDP- Kreisrat schlägt für die bevorstehenden wichtigen Entscheidungen vor, eine „fachkundige Arbeitsgruppe“ aus der Mitte des Kreis­tags zu gründen. Dieser sollten auch Vertreter der angrenzenden Gemeinden an­- ge­hören. Wasserle: „Wir sollten das Bad endlich auf eine höhere Stufe der Bedeutung stellen und unsere Kräfte bündeln.“ Nicht nur aus der Sicht eines Kreisrates und Fördervereinsvorsitzenden, sondern vor allem aus der eines jungen Fami­- lienvaters gebe es eine Reihe von Gründen für den Erhalt des Freibades in Greifenberg – die Sicherheit und das gute Angebot für Kinder etwa, findet Wasserle sehr wichtig. Schwimmen lernen sei dort in einer „überschaubaren, sicheren und professionellen Umgebung“ mög­- lich. Zudem sei ein Freibad mit Spiel­platz und großzügiger Liegewiese „der ideale Ort“ für Familien mit Kindern, aber auch für Großeltern mit ihren Enkeln. In Dr. Bühlers Vorschlag sieht Wasserle nun beste Chancen, das Freibad in Greifenberg als „Generationen übergreifendes Erbe“ zu erhalten. „Es ist ein Kostenblock, den sich der Landkreis und die Gemeinden leisten müssen.“

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Eine Leiche muss her!
Eine Leiche muss her!
Landrat klärt Mordfall
Landrat klärt Mordfall
Ein Weißbier mit Obama
Ein Weißbier mit Obama

Kommentare