All that Jazz im Bürgerbahnhof

Jazz macht glücklich

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Die Konzertreihe „All that Jazz“ steht in den Startlöchern: Den Anfang macht Geiger Gustavo Strauß (Mitte) und sein „Paranormal String Quartet“. Veranstalter und LOFTmusic-Geschäftsführer Dr. Manfred Frei (links) und der Betreiber des Bürgerbahnhofs Thomas Schmidt, sehen dem Ereignis erwartungsvoll entgegen.

Landsberg – Jazz auch für Nicht-Jazzer – das haben sich der Eigentümer des Bürgerbahnhofs Andreas Holzhey und dessen Betreiber Thomas Schmidt sowie der Geschäftsführer von LOFTmusic Dr. Manfred Frei als Ziel gesetzt. Und so kommt nun die Konzertreihe „All that Jazz“ auch nach Landsberg. „Klar machen Swing und Sinatra Spaß“, lacht Frei. Aber ihm liegt mehr daran, der jüngeren Generation und somit der neuen Musik Gehör zu verschaffen. „Ich will eine Brücke zwischen ernster und Unterhaltungsmusik bauen. Und dazu ist es gut, Menschen wie Thomas Schmidt zu finden, der für so etwas offen ist.“

„Eines Tages ist Dr. Frei einfach vor mir gestanden“, erzählt Schmidt. Ob er dessen Jazz-Reihe beherbergen wolle. „Wir haben uns von Anfang an gemocht“, bekräftigt Frei. LOFTmusic veranstaltet „All that Jazz“ bereits in Starnberg, Gröbenzell und Gauting. „Und es läuft gut“, freut sich der Geschäftsführer. Die Konzertreihe setzt auf ein Crossover von Weltmusik bis Bebop: Jazz im Spannungsfeld zwischen E- und U-Musik. Und da Schmidts Konzept auch ein Crossover vorsieht – von kreativer Küche und Kultur – „passt das wie die Faust aufs Auge“. Jazz soll im Bürgerbahnhof einen „Identifikationsraum schaffen, wo sich sowohl Jazzer als auch Nicht-Jazzer wohlfühlen“, erklärt Frei.

Frei ist in Landsberg kein Unbekannter: Vor knapp zehn Jahren bereicherte er mit „Jazz and more“ und der Diskussionsreihe „Der Weg in die Barbarei“ die Kulturlandschaft. Auch das Programm der ersten „All that Jazz“-Saison hat Frei gestaltet, „aber Thomas Schmidt hatte ein Vetorecht“. In Zukunft werden sich die vier Orte, in denen die Konzertreihe stattfindet, den einen oder anderen Künstler teilen: „Jede Stadt hat ihr eigenes Publikum und eine ganz eigene Atmosphäre“, ist Frei überzeugt. Bei der Planung der zweiten Jazz-Saison wird Schmidt mitmischen. Aber vorerst hat er mit Neukonzeption und Wiedereröffnung nach dem Umbau in den Sommerferien genug zu tun, da bleibt wenig Zeit für Musik. „Aber Dr. Frei ist eine Koryphäe, was Jazz angeht.“

Freitag geht‘s los

Den Auftakt am 26. Mai (um 20 Uhr) macht Geiger Gustavo Strauß (32) mit seinem Soloprojekt „Loopolution“ und mit „The Paranormal String Quartet“. „Ich bin kein reiner Jazzer“, sagt Strauß. Er kommt aus der Klassik, hat aber auch den Masterstudiengang „Improvisation für Streicher“ in München bei Gregor Hübner absolviert. Dort traf er den Geiger Felix Weber, „von dem ich absolut begeistert bin“. Und so entstand aus Strauß und Weber, Katherine Barritt an der Viola und dem Cellisten Jakob Roters das String Quartet – klassische Besetzung mit unklassischer Musik. „Für mich ein sehr ernsthaftes Projekt“, sagt Strauß. „Loopolution“ sei eher „eine Art Augenzwinkern“.

Strauß‘ Leidenschaften sind Kammermusik und Improvisation: „Meine Kompositionen besitzen die Ästhetik der Klassik, haben aber auch moderne Elemente, zum Beispiel Drum and Bass.“ Das Streichquartett bewege sich zwischen notierter Musik und Improvisation, „nicht normal, auch nicht abnormal. Eben paranormal.“ Oder wie Frei es formuliert: „Die Musik von Strauß macht glücklich und lässt den Zuhörer staunen.“

Auch die fünf weiteren Konzerte der neuen Reihe zeigen die Vielfalt des Jazz: Das „Susanne Karl Trio“ verwöhnt mit Standards aus dem American Songbook. „Guitar2Voice“ spielen Rhythm and Blues mit Country-Einfluss, wobei Special Guest Ralf Grottian mit der Mundharmonika für das echte Blues-Feeling sorgen dürfte. Im Oktober streift „Max Frankl CARGO“ die Grenze zum Free Jazz, bevor Gianmarco Martino mit süditalienischen Canzonen wieder volle Harmonie einkehren lässt. Den Abschluss machen Martin und Markus Klepper im Dezember: Musikstile aus der ganzen Welt – getreu dem Motto Crossover.

Tickets für „All that Jazz“ gibt es natürlich beim KREISBOTEN am Rossmarkt in Landsberg.

Susanne Greiner

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