Bürgerentscheid in Dießen:

Nein zur Fischerhütte

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Es wird wohl keinen Kiosk in Fischerhütten-Optik in den Seeanlagen geben. Die Dießener haben sich im Bürgerbegehren für einen Architekten-Wettbewerb ausgesprochen.

Dießen – Die bisherigen Pläne für einen neuen Kiosk am See müssen zu den Akten gelegt werden. Der Briefwahlanteil (785) ließ bereits vermuten, dass gestern nicht allzu viele Wahlberechtigte Dießener an der Abstimmung über die Kioskgestaltung in den Dießener Seeananlagen teilnahmen. Mit 34,5 Prozent (2926) war die Beteiligung eher gering, für das Thema vielleicht aber auch wiederum hoch. Offensichtlich waren es mehrheitlich die Befürworter des Begehrens die abstimmten, denn der Entscheid darüber, ob der Bau gestoppt wird, wurde mit 2324 Ja-Stimmen befürwortet. Auch das Quorum wurde überschritten, demnach mussten 20 Prozent (1700) der Wahlberechtigten dem Entscheid zustimmen.

Geplant war eigentlich, dass der neue Kiosk zum Töpfermarkt im Mai fertiggestellt ist, damit nicht ein weiteres Jahr im Provisorium gearbeitet werden muss. Der Container, in dem der Kiosk die Saison 2015 betrieben wurde, war von Pächterin Christine Gottschalk aufgestellt und wieder abgebaut worden. Dass es mit der Fertigstellung in diesem Jahr nichts mehr wird, war jedoch sicher, nachdem das Bürgerbegehren gegen die vom Gemeinderat favorisierte Bauvariante für zulässig erklärt worden war.

Die beantragte Planung war bislang nur gestoppt und nicht zurückgezogen worden. Schließlich soll in absehbarer Zeit ein Ersatzgebäude für den im Oktober 2014 abgebrannten Kiosk errichtet werden. In dieser Saison wird es nun wieder ein Provisorium geben. Und das Ersatzgebäude wird anders aussehen, als es sich die Ratsherren wünschten – nichts mit drei begrünten Satteldächern im Stil der Fischerhütten am See. Dem Bürgerbegehren gemäß soll ein Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben werden, mit einer Planung inklusive Frei­fläche und Sitzgelegenheiten. Diese muss sich dem denkmalgeschützten ADK-Pavillon unterordnen oder es muss der Standort verschoben werden.

Initiator Matthias Krapf hat sich gefreut: „Die Bürger haben gemerkt, dass sie sich Gehör verschaffen müssen“. Auch wenn er sich gewünscht hätte, dass mehr abstimmten. Das Ergebnis habe er jedoch erwartet. Bürgermeister Herbert Kirsch dagegen war sichtlich enttäuscht. Er war zwar sicher, dass das Quorum erreicht würde. Gewünscht hatte er sich etwas Anderes. „Wir werden uns nun zusammensetzen“, sagte er. Immerhin sei das Ergebnis klar ausgefallen. Damit gibt es einen Auftrag, nämlich einen neuen Plan.

Ursula Nagl

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