Freie Phase für Ideen

+
Stadtbaumeisterin Annegret Michler, Michael Vivell, Helga von Winter, Ulrike Gömmer und Bernd Schwarz haben mit der Pilotgruppe „Urbanes Leben am Papierbach“ gemeinsam die Aktionstage in der ehemaligen Pflugfabrik konzipiert.

Landsberg – Eine bunt gemische Truppe sollte es sein, die Bürgergruppe zum Thema „Urbanes Leben am Papierbach“. Um das Gelände der ehemaligen Pflugfabrik so zu nutzen, dass es auch den Bürgern gefällt, hat die Stadt verschiedene (Interessens)Ver- treter in die Gruppe geholt.

Gemeinsam hat sie nun den Aktionstag für alle Bürger am 25. und 26. April auf die Beine gestellt. Ideen, Visionen und Ziele – aber auch Ängste und Sorgen der Landsberger sollen danach mit in die Planungen für die Neubebauung des Areals einfließen.

Die verschiedenen Vertreter aus Einzelhandel, Kultur, Natur und Umwelt, Bürger, Marketing, Verkehr, Gewerbe und Verwaltung trafen sich bereits vier Mal unter Moderation der Organisationsberaterin Helga von Winter. „Die Gruppe plant aber nicht das Quartier, sondern den Aktionstag“, stellt von Winter klar. Am 25. und 26. April ist direkt in einer Halle der Pflugfabrik ein Aktionstag mit verschiedenen Stationen geplant. „Danach geht es erst weiter“, erklärt die Beraterin. Die Ergebnisse sollen in die Planungen mit einfließen. Die Bürgergruppe soll keine Kontrollgruppe sein, sondern sie soll Ideen beisteuern, so von Winter. „Im Idealfall ist die Gruppe eine Schnittstelle zwischen Bürgern, der Politik und den Investoren.“ 

Nach vorgegebenen Rahmenbedingungen und auch den ISEK-Handlungsfeldern (Integriertes Stadtentwicklungskonzept) haben die Teilnehmer in Kleingruppen Ziele und Stationen für die Aktionstage erarbeitet. „Wir haben nicht den Wunsch oder das Recht, das Gebiet zu überplanen“, stellt Pilotgruppen-Mitglied Michael Vivell klar. Aber man wolle Anregungen und Ideen liefern und diese dem Stadtrat ans Herz legen, wenn es um den Bebauungsplan geht. Die Gruppe gebe einen Impuls, der hilfreich sein kann und soll, aber: „Wir sind uns bewusst, dass die Firma Pöttinger sagen kann: Das gefällt uns nicht“, erklärt Bernd Schwarz. Der Prozess sei aber gut angelaufen, findet Vivell. „Das Ziel ist es, dass der neue Stadtrat noch vor der Sommerpause einen Flächennutzungsplan beschließt“, betont Stadtbaumeisterin Annegret Michler. 

Derzeit arbeiten sich die Fachplaner in das Gebiet ein und erstellen Analysepläne. Warum die Stadt dennoch so schnell eine Bürgergruppe und einen Aktionstag auf die Beine stellt? „Das ging alles von mir aus“, erklärt Michler. „Jetzt ist eine freie Phase in der Planung, vieles ist noch offen.“ Nun wolle man so viele Leute wie nur möglich mit in die Planungen nehmen, ergänzt Moderatorin Helga von Winter. Die Aktionen sollen in Form eines Parcours stattfinden, erklärt Andreas Létang, Pressesprecher der Stadt. An der ersten Station werden die Teilnehmer empfangen, dort sollen sie auch über die Rahmenbedingungen informiert werden, die im Interesse des Investors eingehalten werden müssen. Station zwei ist dann die Ausstellung, die bereits in der vergangenen Woche eröffnete und die Historie des Areals und frühere Planungen vorstellt. An der dritten Station dreht sich alles um das Thema Verkehr; Wegebeziehungen werden mit einem Fadenspiel bei der vierten Station deutlich. 

Dazwischen wird am nächsten Punkt im Parcours der Stadtplaner-Film „The Human Scale“ gezeigt. Station sechs heißt Stadtbausteine, darin geht es um Erkenntnisse zu Dichte, Höhenentwicklung und Gestaltung anhand von Beispielen aus Landsberg. Die Erkenntnisse daraus können die Teilnehmer dann an der siebten Station „Jeder ist ein Stadtplaner“ selbst am Landsberg-Modell mit Lego-Steinen ausprobieren. Dazu kommt eigens ein Architekt und Lego-Spezialist aus Berlin, mit 20000 Bausteinen im Gepäck. Bei der letzten Station können die Teilnehmer dann ihre eigenen Visionen für das Areal kundtun, bevor sie um ein Feedback zu den Aktionstagen gebeten werden. Neben dem Parcour gibt es auch noch weiteres Rahmenprogramm. 

Etwa findet am Papierfleck ein Kinder- und Jugendflohmarkt statt, die Von-Kühlmann-Straße bekommt probeweise Tempo 10 und es soll auch eine Kinderbetreuung beim Mutterturm geben. Stadtheimatpfleger Dr. Werner Fees-Buchecker führt außerdem während der Aktionstage durch das Gelände der ehemaligen Pflugfabrik. Alle Infos zu den Aktionstagen, dem Parcour und Rahmenprogramm gibt es auch im Blog der Stadt unter lebenampapierbach.blogspot.de.

Janina Reich

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Geister steigen aus dem See
Geister steigen aus dem See
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Tiefe Einblicke ins Landsberger Klosterleben
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto

Kommentare