Enormer Zuspruch

Mehr als genug Unterschriften für die Bürgerinitiative Dornstetten

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An der Rampe zum Fuchstaler Rathaus, wo sie die Unterschriften fürs Bürgerbegehren abgegeben haben: Ernst Heckelmann, seine Frau Bea, eine junge Dame aus Dornstetten im Froschgewand sowie Wanda und Gerald Büchelmaier.

Unterdießen/Dornstetten –Deutlich mehr als die 112 notwendigen Unterschriften (zehn Prozent der Wahlberechtigten) haben die Initiatoren der Bürgerinitiative Dornstetten für ihr Bürgerbegehren „Stopp der Bauleitplanung in Dornstetten Am Lech“ gesammelt. 153 Namen sind in den Listen eingetragen, die sie heute Vormittag im Rathaus zu Leeder an den geschäftsleitenden Beamten Gerhard Schmid von der Verwaltungsgemeinschaft Fuchstal übergeben haben.

Dazugestoßen war zu diesem Termin auch Bürgermeister Alexander Enthofer. Von der Bürgerinitiative waren Egon Eibl, Ernst Heckelmann sowie Gerald Büchelmaier und seine Frau Wanda dabei. Das Bürgerbegehren wird nun geprüft und muss innerhalb der nächsten vier Wochen vom Gemeinderat beschlossen werden, wenn es keine formalen Einwände gibt. Als Termin für die Abstimmung ist der letzte Sonntag im Mai wahrscheinlich, wenn die Europawahlen stattfinden.

Die Bürgerinitiative (BI) habe mit ihrem Bürgerbegehren „Stopp der Bauleitplanung in Dornstetten Am Lech“ enormen Zuspruch erfahren, resümiert Gerald Büchelmeier. In nur zwei Wochen hätten mehrere Teams der BI – die Jungen am Fußballplatz, die Älteren beim Kuchen im „Äpple-Store“ oder auch von Haustür zu Haustür – unermüdlich Unterschriften gesammelt.

„Nicht nur in Dornstetten, sondern auch in Unterdießen und Oberdießen erfuhren wir eine große Resonanz“, berichtet Büchelmaier. Es sei deutlich geworden, dass es große Vorbehalte gegen das Vorgehen im Rathaus gibt und dass der beim Thema „Bauplan Dornstetten“ seit drei Jahren herrschende kompromisslose Kurs des Bürgermeisters und des Gemeinderats bei zahlreichen Bürgern keine Unterstützung habe.

Die Initiatoren von der BI betonen, dass die Gemeinde bereits mit zwei Bauplänen beim Landratsamt (Naturschutzbehörde, Bauamt) gescheitert sei und nun auf Druck des Landratsamts einen dritten, erneut deutlich gestutzten Plan vorlegen müsse. Dazu seien weitere Gutachten über die Versickerungsfähigkeit des Bodens, über Vogelvorkommen in dem Gebiet sowie zur Gelbbauchunke erstellt werden. Ebenfalls müsse ein hydrologisches Gutachten und ein Gutachten über die Hochwassergefahr erstellt werden. Aus Sicht der Bürgerinitiative Dornstetten wird ein zu hoher Aufwand betrieben für nur 14 Wohneinheiten und für ein „von vornherein ungeeignetes Baugebiet.“

Kompromiss abgelehnt

Das Ziel der Bürgerinitiative Dornstetten war vom ersten Tag an, eine eng gedrängte Neubausiedlung in einem Naturparadies – umgeben von drei Naturschutzgebieten und zwei Biotopen – zu verhindern. Einen Kompromissvorschlag der BI, die Bebauung von 14 auf sieben Einheiten zu verringern, nahm die Gemeinde nicht an, wie auch im Februar beim Ortstermin mit zwei Abgeordneten vom Petitionsausschuss des Landtags klar wurde (der KREISBOTE berichtete).

Deshalb sei das Bürgerbegehren gestartet worden, erklärt Büchelmaier. Er zeigte sich ebenso wie die Mitstreiter der Bürgerinitiative nach der Resonanz auf das Unterschriften-Sammeln in der gesamten Gemeinde nun zuversichtlich, auch den Bürgerentscheid zu gewinnen. Der wird voraussichtlich am Sonntag, 26. Mai, mit der Europawahl stattfinden. Zuvor soll es eine oder zwei Info-Veranstaltungen der BI jeweils an einem Sonntagvormittag in der Mehrzweckhalle Unterdießen geben, kündigt Büchelmaier an – „mit Blasmusik, Weißbier und Brezen“.

In der Bürgerversammlung am Montagabend nahm Bürgermeister Enthofer vor 120 Besuchern nur kurz Stellung zu den geplanten Baugebieten der Gemeinde am Kirchweg in Unterdießen und in Dornstetten. Johann Echtler (Unterdießen) forderte in der einzigen Wortmeldung des Abends die Bürgerinitiative dazu auf, das demokratische Votum beim Bürgerentscheid auch im Fall einer Niederlage zu respektieren, damit wieder Frieden in der Gemeinde einkehren möge.

Johannes Jais

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