Nur der Bürgermeister war da

Da half auch die prominente Unterstützung durch MdL Bernhard Pohl (rechts) nichts – FW-Bürgermeisterkandidat fehlten schlicht die Zuhörer. Foto: Kruse

Nur Bürgermeister Norbert Sepp war da: „Wenn du Bürgermeister wirst, bist du ja die nächsten Jahre praktisch mein Chef; da wollte ich mir schon anhören, was Du zu sagen hast.“ Mehr Zuhörer ließen sich zur ersten Wahlkampfveranstaltung von Josef Mayrock (FW) nicht blicken, obwohl er mit dem Landtagsabgeordneten Bernhard Pohl prominente Unterstützung erhalten hatte.

Kandidat Mayrock sah die gähnende Leere aber nicht als fehlenden Zuspruch der Bürger. „Nach der sehr kurzfristigen Kandidatur muss im Moment ja alles hopplahopp gehen, auch für diese Veranstaltung hatte ich praktisch nur einen Tag Vorlauf, um sie überhaupt bekannt zu machen.“ Gleichwohl: Der Bürgermeisterkandidat nutzte die Gelegenheit, einige Eckpunkte seines Programms vorzustellen. Dazu gehört auch der Rückkauf der Lechstaustufe 18 durch die Gemeinde. „Es ist ja sehr interessant, dass dieser Vorschlag jetzt plötzlich vom CSU-Kandidaten kommt“, findet Mayrock, der das Thema nach eigener Auskunft bereits länger vorantreibt und schon fünf Landräte angeschrieben hat. Ihm schwebt vor, dass die Kommunen „alle Kraftwerke von Füssen bis Augsburg von der e.on zurückkaufen“ und „gemeinsam die alte BaWAG wiedererstehen lassen. Damals hat man dezentral die Anlagen gesteuert, jetzt soll das alles per Funk von Landshut aus gehen, man mag sich gar nicht vorstellen, was passiert, wenn das Netz einmal zusammenbricht.“ Auch beim Kauferinger Heizkraftwerk will Josef Mayrock „die Biege zurück auf dezentral machen.“ Wenn man in den Wohngebieten mehrere kleine Blockheizkraftwerke in Betrieb nähme, könne man wesentlich flexibler auf den Bedarf reagieren. „Dazu müssen wir aber unbedingt das Stromnetz zurück­kaufen, sonst bringen wir die BHKW nicht in den wirtschaftlichen Bereich.“ Ein Punkt, bei dem ihn Pohl „massiv unterstützen“ will, ist die Barrierefreiheit des Kauferinger Bahnhofes. „Das ist ja nicht nur für Behinderte, sondern auch für Senioren ein Muss“, sagt der Abgeordnete. „Da ist aber Eile geboten, die Bahn legt schon im Sommer 2012 den Ausbauplan bis 2018 fest.“ Weiteres Verkehrsthema in Kaufering: Dass die vierspurige B17 zur Lkw-Mautstrecke wird, sei ein Schildbürgerstreich. „Die Autos hätte man damit aus dem Ort draußen, der Schwerverkehr quält sich dann auf dem Schleichweg alte B17 wieder durch. Dagegen muss man dringend etwas tun.“ Ein weiteres, wenn auch kleines Anliegen Mayrocks betrifft die Gemeindebücherei. „Wenn wir schon eineinhalb Millionen für eine neue Bücherei ausgeben, sollten wir auch noch soviel Geld haben, dass wir sie Samstags öffnen können. Ich habe das einmal in Troisdorf so gesehen, das ist ein guter Service für die Bürger, die während des Einkaufs einmal kurz hereinschauen wollen.“ Wieviel Geld noch für andere Projekte in Kaufering da ist, könne er nicht einschätzen. „Es muss ein Kassensturz gemacht und danach eine Prioritätenliste erstellt werden“, fordert Mayrock. „Die anderen Kandidaten versprechen das Blaue vom Himmel herunter, ich frage mich wirklich, wie die das alles finanzieren wollen.“

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