Bürgerversammlung:

Von der Luftwaffe nichts Neues für die Penzinger

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Merklicher Einschnitt: Die Auflösung des LTG 61 hinterlässt Spuren im Ort.

Penzing – Auf Neuigkeiten von der Luftwaffe wartet derzeit Bürgermeister Johann Erhard. Penzings Rathauschef konnte bei der diesjährigen Bürgerversammlung keine Informationen über die Nachnutzung des Fliegerhorstes mitteilen. Sehr wohl zu berichten gab es allerdings unter anderem in Hinblick auf die Flüchtlingssituation, Seniorenarbeit, Kinderbetreuung und Straßenausbaubeitragssatzung. Und: Im vergangenen Jahr ist die Gemeinde geschrumpft.

Das Lufttransportgeschwader LTG 61 wird zum Jahresende aufgelöst. Derzeit gelte, so Bürgermeister Erhard, aber noch die sogenannte Stillstandsüberprüfung aller militärischen Standorte. Der Penzinger Fliegerhorst fällt auch darunter. Damit behält sich das Verteidigungsministerium vor, aufgrund der weltpolitischen Lage Kasernen oder Fliegerhorste vorerst nicht in zivile Hände zu überführen.

Trotzdem gelte es dem Gemeinde-Oberhaupt zufolge, die Planung soweit vorantreiben, dass man ein fertiges Konzept für die Nachnutzung vorlegen könne. Daran werde zur Zeit intensiv gearbeitet, sagte Erhard den knapp 40 Besuchern der Bürgerversammlung.

Bereits 2015 hatten Gemeinde­rat, Regierung, Planer und Gutachter skizziert, dass sich das Gelände für die Ansiedlung von großen und kleineren Gewerbebetrieben, einem Campus und Wohnungen eigne. Interesse hatte auch der ADAC angemeldet. Erhard betonte, man wolle sich aber nicht von einem „Player“ abhängig machen. Zu klären seien auch noch offene Fragen, beispielsweise wie man mit dem rund 20 Hektar großen Grundstücksanteil der Stadt Landsberg umgehe.

Gute Tradition ist in Penzing, dass sich die Vertreter der Bundeswehr bei den Bürgerversammlungen den Fragen der Anwohner stellen. Viele Fragen gab es an den Kommodore des LTG 61 Oberst Daniel Draken und Kasernenkommandant Hauptmann Peter Hammer allerdings nicht mehr. Einzig eine Anwohnerin beschwerte sich über den Lärm von „fremden Luftfahrzeugen“, was Kopfschütteln bei den anderen Besuchern hervorrief. Draken antwortete, die Flüge seines Verbandes gingen weiter zurück. „Es ist relativ ruhig geworden“. Man habe sogar die Platzöffnungszeiten reduziert.

Mit einem Dankeschön an die ehrenamtlichen Helfer ging der Rathauschef auf die Flüchtlingssituation ein. Insgesamt seien in Penzing 29 Flüchtlinge und Asylbewerber, von denen 23 bereits anerkannt sind, untergebracht. Da es an Wohnungen fehle, seien die 23 Anerkannten quasi Fehlbeleger. Müssten sie aus den Unterkünften ausziehen, wären sie obdachlos, skizzierte Erhard. Wegen des fehlenden Wohnraumes sehe er auch die Familiennachzüge problematisch.

Weniger Einwohner

Mit einem Blick aufs Zahlenwerk teilte der Bürgermeister mit, die Einwohnerzahl sei von 3.904 im Jahr 2016 auf 3.864 gesunken. Das hinge auch mit dem Abzug der Bundeswehr zusammen. Denn der sogenannte natürliche Saldo ist positiv: 26 Geburten und 23 Sterbefälle wurden im laufenden Jahr registriert. Alle 100 Kindergartenplätze der Gemeinde seien voll belegt. In der Grundschule sind 171 Kinder angemeldet, darunter 56 Erstklässler, die 2017 eingeschult wurden. 65 Kinder erhielten eine Mittagsbetreuung, die Tendenz sei steigend.

In Penzing leben 725 Menschen, die älter als 65 Jahre sind. Deshalb sei die Seniorenarbeit ein wichtiger Bestandteil der Gemeindearbeit, so der Rathaus­chef. Das Seniorenbüro in der alten Schule bestehe weiterhin. Die Gemeinde habe im letzten Jahr eine Notfallbroschüre herausgegeben, die kostenlos im Internet heruntergeladen oder bei der Gemeinde für fünf Euro abgeholt werden könne.

Breitbanderschließung, Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung waren weitere Themen in Erhards Bericht. Zur Straßenausbaubeitragssatzung sagte der Bürgermeister, man habe sich für Einmalbeträge entschieden. Es solle aber eine Ratenzahlungsmöglichkeit angeboten werden. Zwischen Kaufering und Epfenhausen solle in Zusammenarbeit mit den anderen Gemeinden ein Radweg entstehen. Ausführlich informierte Erhard über die Situation im Rathaus, wo sich personelle Änderungen ergeben hätten.

Alle wichtigen Daten zum Haushalt erhielten die Besucher der Bürgerversammlung schriftlich. Die Pro-Kopf-Verschuldung in der Gemeinde beläuft sich unter Einberechnung der Schulden des Abwasserzweckverbandes auf 1.097 Euro.

Siegfried Spörer

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