Gedenken und Überraschung

Dießen – Ein inniges Gedenken galt gleich zu Anfang des diesjährigen Neujahrsempfangs einem langjährigen Ehrengast, der heuer nicht mehr dabei sein konnte: Juliane Wörlein. Ende Dezember war die Trägerin des Goldenen Ehrenrings der Gemeinde im 96. Lebensjahr verstorben.

Mit dem Dießener Häuserbuch, so Kirsch, habe Wörlein ein Werk hinterlassen, das die Liebe zu ihrer Heimatgemeinde unvergesslich dokumentiere. Kirsch berichtete von seinem letzten Besuch bei der beliebten Lehrerin, ehemaligen Gemeinderätin und Heimatforscherin. Bei diesem Treffen zehn Tage vor ihrem Tod habe sich die Honoratiorin in klaren Worten verabschiedet und ihm die besten Wünsche für Dießen und seine Bürger mit auf den Weg gegeben. 

Als kommunale Aufgaben für das kommende Jahr nannte der Bürgermeister die Sanierung des Bahnhofs zum Bürgerbahnhof und den barrierefreien Ausbau der Mühlstraße. In finanzieller Hinsicht, so Kirsch, gebe es keinen Grund zu klagen, sei doch die Gemeinde seit 2013 schuldenfrei. Auch eine Überraschung hatte der Rathauschef parat: Die Gemeinde habe gute Chancen als Erbin der „Huber-Häuser“ an Johannisstraße bedacht zu werden. Hier war bis 2003 die gleichnamige Druckerei Huber untergebracht. Diesbezügliche Testamente und Verträge werden derzeit vom Nachlassgericht überprüft. Dies, so Kirsch, sei „ein spannender Prozess“, der Dießen die nächste Zeit beschäftigen werde. 

Höhepunkt war die Ehrung der erfolgreichen Dießener Sportler und all jener, die in anderen Vereinen und Organisationen, „von der Feuerwehr bis zur Nachbarschaftshilfe“ so Kirsch, Verantwortung übernehmen. Jürgen Zirch, der für sein langjähriges Engagement im Soldaten-, Reservisten- und Kameradschaftsverein Dießen, in der Burschenschaft Wengen, in der Feuerwehr St. Georgen und bei den Burgschützen mit der Bürgermedaille in Bronze geehrt wurde, lies es sich nicht nehmen, alle Anwesenden persönlich zum diesjährigen Seefest im Juli einzuladen, in dessen Mittelpunkt die Weihe der neuen Fahne des Reservistenvereins stehen wird. 

 Bemerkenswert war die Ehrung von Heinrich Sattler (Goldende Bürgermedaille) für seine ehrenamtliche Tätigkeit in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt: Seit 1978 engagiert sich Sattler im Pfarrgemeinderat, als Wallfahrtsbegleiter, als Lektor und Kommunionshelfer und schließlich von 2006 bis 2012 als Kirchenpfleger. Bewegend war auch der Bericht von Marion Möller-Röpke, die derzeit auf der Grundlage der Materialsammlung des schwer pflegebedürftigen Ortschronisten Otto Westermeyer eine Ortschronik für Dettenschwang erstellt. „Wir bringen ihm die Goldene Bürgermedaille nach Dettenschwang“, versprach Kirsch. 

In einen gemeinsamen Rhythmus fanden Veranstalter, Geehrte und Gäste des Neujahrsempfangs nochmals beim abschließenden Mitmachsong der SOS-Kinderdorf-Band „Karacho“, die den Abend mit ihrer breiten musikalischen Palette begleitete.

Ursula Nagl

Die Geehrten:

• Bürgermedaille in Bronze: Hermann Wegele (Feuerwehr Dettenschwang), Rita Baur und Martha Baur (Landfrauen Dettenhofen), Jürgen Zirch (diverse Vereine), Johann Huber jun., Monika Hartmann, Florian Vief (alle vom Heimat- und Trachtenverein). 

• Bürgermedaille in Silber: Elisabeth Stainer, Dieter Böhm (Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft). 

• Bürgermedaille in Gold: Maria Steinle (MTV Dießen), Johann Vetterl (Freiwillige Feuerwehr Riederau, SC Riederau, Jagdgenossen Riederau und Förderverein Kapelle Bierdorf), Robert Kunschak (DAV), Kaspar Sanktjohanser (Reit- und Fahrverein Ammersee), Volker Bippus, Heinrich Sattler (Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt), Jakob Senger und Otto Westermayer (Ortschronisten).

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