Bürgermeister vor der Linse – Hobbyfotograf Hans Fischer hat alle 31 Gemeindeoberhäupter abgelichtet

Der ursprüngliche Plan, pro Tag fünf Gemeindeoberhäupter abzulichten, war sportlich, aber machbar. Das zumindest glaubte Hans Fischer als er mit seiner Arbeit begann. Also legte er die Routen durch den Landkreis Landsberg äußerst ökonomisch fest, program­mierte sein Navigationsgerät entsprechend. Doch der Mensch denkt und Gott lenkt. Das Projekt entwickelte sich zu einer Art Expedition mit Hindernissen und dauerte gut ein Jahr. Zu guter Letzt hatte der Kauferinger Fotograf dann alle 31 Gemeindeoberhäupter abge­lich­tet. Das Ergebnis ist bis 18. Dezember im Foyer des Landratsamtes ausgestellt.

Es gibt Künstler, die auf den Kuss der Muse warten, bevor sie sich an ein neues Werk machen. Manche Künstler werden von neuen Ideen getroffen, wie von einem Blitz aus heiterem Himmel. Hans Fischer bekam einen Anruf. Kauferings Bürgermeister Dr. Klaus Bühler gratulierte Fischer zu einer gelungenen Reihe von Porträts von Landsberger Geschäftsleuten. „Und in diesem Moment“, so Fischer bei seiner Eröffnungsrede, „hatte ich den Einfall, einige Bürger­meister des Landkreises vor die Kamera zu holen.“ Die daraus resultierende kleine Fotoserie wiederum begeisterte Landrat Walter Eichner derart, dass er sich von Fischer mehr davon wünschte. Der Fotograf ließ sich überreden und wollte noch zwei, höchsten drei weitere wich­tige Bürgermeister größerer Gemeinden auf Fotopapier verewigen. Aber das ließ der Landrat nicht gelten: „Meine Bürgermeister sind mir, egal ob große oder kleine Gemeinde, alle gleich wichtig.“ Mit einem „Sesam-Bürgermeister-lass-dich-foto­gra­fieren-Brief“ vom Landrat in der Tasche stattete der Hobbyfotograf den „Rathausoberen“ nach und nach seinen Besuch ab. Er postierte sie vor ihren Rathäusern und gab ihnen als gleich bleibende Requisite ein Bündel Aktenordner in die Hand. Oder ließ sie das Bündel in die Luft wirbeln, den Fuß darauf stellen oder wie eine schwere Last schul­tern. Fischer entdeckte richtige Model-Talente unter den Bürgermeistern. So posiert ein Bürgermeister auf einem Motorrad, ein anderer auf seinem Drahtesel, und eine Bürgermeisterin blickt forsch unter einem Regenschirm hervor. Nur der Bürgermeister, der sich auf ein Pferd setzen sollte, legte eine für die meisten wohl nachvollziehbare Verweigerungshaltung an den Tag. Doch auch für ihn fand Fischer den passenden Rahmen. In die fertigen Fotos setzte der Künstler per Fotomontage noch das jeweilige Ortsschild und ein oder zwei weitere Wahrzeichen des Ortes. Entstanden ist eine Serie, die von der Prominenz der Protagonisten lebt. Und von der Spannung, die sonst eher in Amt und Würden abgelichteten Personen außerhalb ihres Arbeitsplatzes und doch ganz nah an ihrer Wirkungsstätte zu beobachten. Die meisten von ihnen machten gute Miene zu dem guten Spiel. Zu sehen ist die Ausstellung „Rathäuser im Landkreis – ein Bündel Aktenordner“ im Foyer des Landratsamtes während der üblichen Öffnungszeiten der Kreisbe­hörde noch bis zum 18. Dezember.

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