Wittmaack tritt zurück

Rücktritt als Chance

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Aus gesundheitlichen Gründen möchte Schondorfs 1. Bürgermeister Peter Wittmaack zum 30. April 2014 zurücktreten.

Schondorf – Bürgermeister Peter Wittmaack (SPD) fühlt sich den Anforderungen an sein Amt nicht mehr gewachsen – Grund sind die Folgen eines Herzinfarktes. Heute hat er verkündet, dass er aus gesundheitlichen Gründen zum 30. April 2014 vorzeitig von seinem Amt entbunden werden möchte.

In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 26. Juni wolle Peter Wittmaack das Gremium bitten, ihn vorzeitig von seinem Amt zu entbinden. 2011 hatte der 60-Jährige einen Herzinfarkt erlitten. „Dessen Verlauf und die medizinische Prognose stellten aus damaliger Sicht keinen Hinderungsgrund für eine weitere Kandidatur und Wiederwahl als Schondorfer Bürgermeister dar“, erklärt Wittmaack. Bei einer Vorsorge-Untersuchung wurde jüngst dann aber festgestellt, dass die Folgen des damaligen Herzinfarkts doch ernsthafter zu bewerten sind, als zunächst angenommen, teilt Wittmaack in einem Schreiben nun mit.

„Aufgrund der gewandelten Bewertung des gesundheitlichen Risikos glaube ich nicht, dass ich den Anforderungen des Amtes bis 2020 gewachsen bin.“ Zumindest nicht so, wie er seine Amtsausübung von sich selbst erwarte. Die Tätigkeit des Bürgermeisters benötige Zeit und Kraft und fordere eine intensive Präsenz. „Ich musste die Erfahrung machen, dass die von mir erhoffte Belastungskappung nur teilweise realisiert werden kann, ohne das Amt zu vernachlässigen“, so Wittmaack.

„Ich will auch nicht verhehlen, dass der Herztod meines Amtsvorgängers für mich ein warnendes Beispiel ist.“ Nach dem überraschenden Tod des langjährigen Bürgermeisters Gerd Hoffmann (Freie Wählergemeinschaft) wurde Wittmaack gewählt, 2012 erhielt er bei seiner Wiederwahl ohne Gegenkandidaten 91,6 Prozent der Stimmen.

Peter Wittmaack bittet den Gemeinderat in seinem Schreiben um Verständnis für die Entscheidung. Seine vorzeitige Entbindung ermögliche der Gemeinde allerdings auch, die notwendige Angleichung der Legislaturperiode von Bürgermeister und Gemeinderat. Damit wählen die Bürger im kommenden Jahr nicht nur die Räte, sondern auch das Verwaltungsoberhaupt, welches regulär ansonsten erst 2020 gewählt werden würde.

1953 kam Peter Wittmaack in Schleswig-Holstein auf die Welt, seit 1982 lebt er in Schondorf. Das gebürtige Nordlicht kam durch die Bundeswehr erstmals nach Bayern, in dieser Zeit lernte er seine jetzige Frau Klara kennen. 1977 verschlug es Wittmaack nach München. Dort war er als Polizeiwachtmeister tätig, 1985 wechselte er zur Kripo. Von 2001 bis 2006 war Wittmaack Kriminalhauptkommissar in Fürstenfeldbruck. Seit 29 Jahren ist er mittlerweile verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter.

Janina Bauch

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