Mit jugendlicher Frische ins Bürgermeisteramt:

Ein Jungspund für Dießens Rathaus?

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Viel Freude über die Bürgermeister-Nominierung der Freien Wähler in der Marktgemeinde Dießen (von links): Günter Först, Wahlleiter Peter Fastl, Kandidat Florian Zarbo mit Ehefrau Zora und FW-Vorsitzender Thomas Höring.

Dießen – Der junge Gerhard Schröder rüttelte einst am Tor des Kanzleramtes und rief „Ich will da rein“. Was ihm ja später auch gelang. Florian Zarbo, 25-jähriger Verwaltungsfachmann aus Dießen, sagte schon als Schüler in der Carl-Orff-Grundschule bei der Frage nach seinem Berufswunsch „Bürgermeister von Dießen“. Diesem Ziel ist er jetzt ein großes Stück näher gekommen. Die Freien Wähler nominierten ihn zu ihrem Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl im März 2020. Sollte er es schaffen, wäre er der jüngste Bürgermeister in der Geschichte der Gemeinde.

Das Interesse der Bürger an der Nominierungsversammlung im Gasthof Unterbräu war so groß, dass die Stühle nicht ausreichten. So begrüßte FW-Vorsitzender Thomas Höring die Gäste mit Verspätung, aber um so optimistischer: „Die Freien Wähler gibt es seit 1952 in Dießen. Jetzt stellen wir erstmals einen Bürgermeisterkandidaten und rechnen uns sehr reelle Chancen aus.“ Die unterstrich Florian Zarbo in seiner Bewerbungsrede. Er habe von seiner Ausbildung und täglichen Arbeit her alle Voraussetzungen für das Bürgermeisteramt.

Nach seiner Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten im Dießener Rathaus war er in der Kämmerei tätig und qualifizierte sich berufsbegleitend zum Verwaltungsfachwirt beim Markt Dießen. Seit Oktober 2016 ist Zarbo in der Nachbargemeinde Utting Geschäftsleiter und Kämmerer in Personalunion und seit Januar 2019 zusätzlich Kaufmännischer Vorstand des Uttinger Kommunalunternehmens.

Karriere durch Leistung schon in jungen Jahren seien eine gute Basis für die Aufgaben des künftigen Dießener Bürgermeisters: „Ich bin jung und lebe aktiv in der Zeit. Ich möchte jetzt in die politische Verantwortung, nicht erst mit 50. Jetzt habe ich die Energie und die geistige Freiheit, die man braucht, ein fili­granes und anspruchsvolles Gemeingefüge in der kommenden Legislaturperiode zu führen. Die Werte, für die ich einstehe, sind entscheidender Bestandteil meines privaten und beruflichen Weges.“

Die Politik der Zukunft brauche keine unnötigen Gutachten, keine leeren Versprechungen, sondern Lösungen. „Sie braucht mutige junge Menschen der Heimat, die im Radius ihres Lebensumfeldes nach modernen Lösungen streben und auf Fragen der Zeit ehrlich und ungeschönt antworten.“ Darum auch sein Wahlslogan: „Ergebnisse zählen – Zarbo wählen“.

Bei seinen Zielen für Dießen führte Florian Zarbo Jugend-, Familien- und Seniorenförderung auf, vielfältigere Freizeitangebote, Heimat- und Brauchtums­pflege sowie Vereinsförderung auf. Die Förderung von Wirtschaft und Gewerbe liege ihm besonders am Herzen. Dabei denke er an einen lokalen Gewerbewegweiser („Kauf lokal“), ein Unternehmerfrühstück oder einen Berufsinformationstag in der Mehrweckhalle. Er werde sich für „schonenden Umgang mit unserer Heimat“ einsetzen. Dazu gehörten die Vermeidung von unnötiger Flächenversiegelung, Grün- und Blühflächen im Ort oder bessere Voraussetzungen für Fahrradfahrer. Bei der Infrastruktur nannte Zarbo die Umsetzung der Sanierung der Seeanlagen, die systematische Sanierung der Gemeindestraßen, Umgestaltung der Tiefgarage in der Mühlstraße und des Umfeldes sowie Lösungen für das leidige Parkplatzproblem.

Mit Dießenes Vize-Bürgermeister Peter Fastl als Wahlleiter war die Abstimmung über Zarbos Kandidatur nur noch Formsache. Von 76 Stimmen fielen 68 auf Florian Zarbo bei fünf Enthaltungen und drei anderen Namen auf den Stimmzetteln. Erste Gratulanten waren Zarbos Ehefrau Zora und Günter Först, Bürgermeister von Igling und einziges Gemeindeoberhaupt der Freien Wähler im Landkreis. Er sprach die Hoffnung aus, dass Florian Zarbo auch für den Kreistag kandidieren werde.

Es wird auf jeden Fall spannend bei der Bürgermeisterwahl in Dießen. Neben Zarbo tritt bislang Sandra Perzul für die Dießener Bürger an. Die SPD nominiert ihren Kandidaten am 14. Juni. Und wie es die Spatzen inzwischen von den Dächern pfeifen, wird auch Gemeinderätin Marianne Scharr ohne Partei oder Gruppierung im Hintergrund antreten.

Dieter Roettig

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