Für die Kauferinger Mitte

Die vielen Fördertöpfe nutzen!

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Bärbel Wagener-Bühler würde als Bürgermeisterin die für sie ungerechte Straßenausbaubeitragssatzung bis zu einer endgültigen Entscheidung im Landtag aussetzen.

Kaufering – Wäre sie Bürgermeisterin, würde Bärbel Wagener-Bühler im Marktgemeinderat dafür plädieren, den Beschluss über die Einführung der Straßenausbaubeitragssatzung bis zur endgültigen politischen Klärung im Bayerischen Landtag auszusetzen. Das sagte die Bürgermeisterkandidatin der „Kauferinger Mitte“ im KREISBOTEN-Hintergrundgespräch. Die 44-jährige Volljuristin tritt am 4. März im Kampf um das Bürgermeisteramt gegen Gabriele Uitz (CSU), Thomas Salzberger (SPD), Andreas Keller (GAL) und Dagmar Kramer (Bürger in Bewegung) an.

Wie ihre Mitbewerber würde Bärbel Wagener-Bühler einen Schwerpunkt auf die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum legen. Der Bedarf sei da, das Problem sei aber, dass Kaufering nur noch wenige verfügbare Flächen habe. Durchaus denkbar wäre für sie, in Kooperationen mit Nachbargemeinden Wohnraum zu schaffen. Als Beispiel nannte sie die „Zirkuswiese“ am Ortsausgang Iglinger Straße. Die Fläche gehört zwar zu Igling, Kaufering könnte aber die Infrastruktur wie Wasser oder Abwasser bereitstellen. Auch in Richtung Landsberg könne man denken. Eine Nachverdichtung im Ort müsse man mit Augenmaß umsetzen.

Natürlich hat die Juristin das freie Baugebiet am Berliner Ring im Blick. Aufgrund ihrer Tätigkeit und den gewonnenen Erfah­rungen beim „Amt für Wohnen“ in der Landeshauptstadt kennt sie die vielfältigen Gestaltungs- Finanzierungs- und Zuschussmöglichkeiten aus München. „Es gibt verschiedene Modelle, die man im Gemeinderat einmal diskutieren muss“, sagte Wagener-Bühler. Sollte man zu dem Schluss kommen, das Gelände an private Bauträger weiterzuverkaufen, könnte man beispielsweise die Auflage machen, einen Teil der Wohnungen im sozialen Wohnungsbau zu errichten. Auch die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft oder die Kooperation mit kommunalen Wohnungsbaugesellschaften im Landkreis wären Alternativen. Auf jeden Fall sollte man die Möglichkeit der vielfältigen Zuschüsse im Rahmen der Wohnbauförderung in die Entscheidungsfindung mit einbeziehen.

Alte B17 neu gestalten

Für den bereits beschlossenen Feuerwehrneubau präferiert Bärbel Wagener-Bühler das Gelände des Wertstoffhofes an der Bayernstraße. Auf der heutigen Fläche der Feuerwehr könne man Wohnbebauung ausweisen. Zeitgleich müsse man aber über die Neugestaltung der alten B17 nachdenken. Eine Höhenangleich der alten B17 könne zusätzliche Flächen für Wohnbebauung schaffen. Das ganze Projekt muss ihrer Meinung nach in einem Gesamtzusammen­hang überplant werden. Eine hochinteressante Baufläche ist für Bärbel Wagener-Bühler auch der ehemalige Schmittenbauerhof.

Eines ist Bärbel Wagener-Bühler klar. In Bayern gibt es un­heim­liche viele Fördertöpfe für alle möglichen Maßnahmen, die man als Kommune anzapfen kann und sollte. „Das ist gut für unseren Haushalt“, sagte sie. Ein Augenmerk richtet sie auch auf das Heizkraftwerk. „Es ist ökologisch vorbildlich aber noch nicht selbsttragend“. Hier würde Wagener-Bühler eine externe Beratung einholen. Ziel müsse es sein, mehr Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Auch hier gelte es zu überprüfen, inwiefern Zuschüsse für Erweiterung, Reparaturen und Wartung in Anspruch genommen werden können.

Zu ihren ersten Amtshandlungen würde das Gespräch mit den Abteilungsleitern des Rathauses und den Fraktionsvorsitzenden der Parteien und Wählervereinigung des Gemeinderates gehören, sagte die Juristin. „Sowohl Mitarbeiter als auch Marktgemeinderäte haben Erwartungshaltungen an mich“. Das gilt natürlich aus umgekehrt. Klare Kommunikationsregeln und klare Absprachen müssen die Grundlage der Zusammenarbeit werden. Ihr Ziel sei es, ergebnisorientiert zu arbeiten.

„Sehr gut ist es, wenn die Bürger ihre Ideen in die Lokalpolitik einbringen“. In welcher organisatorischen Form das passieren können, will Bärbel Wagener-Bühler noch festlegen. Das könnten Bürgerstammtische, Beiräte oder auch Ausschüsse sein. Klar ist für sie, dass es regel­mäßige Bürgerversammlungen geben wird. Natürlich würde sie als Bürgermeisterin auch eine regelmäßige Sprechstunde einrichten. Ganz wichtig ist es ihr, einmal im Jahr die Zahlen der Kommunalwerke öffentlich zu präsentieren, damit die Bürger nachvollziehen könnten, was das Heizkraftwerk zur Schuldentilgung und damit zum Vermögensaufbau der Gemeinde leisten kann.

Die Kandidatin der Kauferinger Mitte ist die Tochter von Alt­bür­germeister Dr. Klaus Bühler. Die zweifache Mutter arbeitet derzeit bei der Stadt München als Gesundheitsmanagerin. Wagener-Bühler hat ein umfangreiches Programm entwickelt, das sie während ihrer Amtszeit umsetzen möchte. Nachzulesen im Internet unter der Homepage der Kauferinger Mitte.

Siegfried Spörer

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