Auf in Runde 2!

Dießen: Zarbo und Perzul in der Stichwahl

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Ellbogen-Glückwunsch im Zeiten von Corona: Sandra Perzul (Dießener Bürger) und Florian Zarbo (Freie Wähler Dießen) erreichten die Stichwahl um das Dießener Bürgermeisteramt.

Ammersee-West – Das Uttinger Rathaus scheint ein sehr erfolgreiches „Trainingscenter“ für künftige Bürgermeister zu sein. Ausgerechnet der „Grüne Joe“ Lutzen­berger als Noch-Gemeindeoberhaupt und „Chefcoach“ bekommt mit seinem Bauamtsmitarbeiter Florian Hoffmann einen Nachfolger aus einem anderen Farbsegment. Er hat sich als gemeinsamer Kandidat der Ländlichen Wählergemeinschaft und CSU-Bürgerliste mit 53,6 Prozent der Stimmen den Chefsessel erobert. Mit 46,4 Prozent musste die Grünen-Kandidatin Renate Standfest nach der verlorenen Landratswahl 2014 die zweite bittere Niederlage in ihrer Karriere als Kommunalpolitikerin hinnehmen.

Ein zweiter Florian aus Lutzen­bergers Belegschaft hat gute Chancen, am 1. Mai ins Dießener Rathaus einzuziehen: Florian Zarbo (Freie Wähler Dießen) holte bei der Bürgermeisterwahl in der Marktgemeinde 26,17 Prozent der Stimmen und steht mit Sandra Perzul (21,36 Prozent) in der Stichwahl. Mit seinen erst 25 Jahren hat der Verwaltungsfachmann bereits eine steile Karriere hingelegt. Im Uttinger Rathaus bekleidet er gleich drei wichtige Posten: Geschäftsleiter, Kämmerer und Vorstand des gemeindlichen Kommunalunternehmens für Wohnungsbau – unter anderem Schmucker-Siedlung.

Auch Sandra Perzul (39) von den Dießener Bürgern kann einen eindrucksvollen Berufsweg vorweisen. Sie absolvierte ein Studium zur Dipl.-Verwaltungsfachwirtin an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Mannheim. Seit über 20 Jahren arbeitet sie bei der Agentur für Arbeit in Weilheim in Führungspositionen. So zeichnet sie seit 2011 für die Landkreise Landsberg, Weilheim-Schongau, Fürstenfeldbruck, Starnberg und Garmisch-Partenkirchen für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Messeplanung sowie Arbeitsmarktstatistik verantwortlich.

1.523 Wahlberechtigte haben am Sonntag Florian Zarbo ihre Stimme gegeben, 1.243 Sandra Perzul. Bei der ausschließlich mit Briefwahl durchgeführten Stichwahl am 29. März wird sich entscheiden, wer Bürgermeister Herbert Kirsch beerben wird.

Große Enttäuschung herrschte bei der Stimmauszählung in der Carl-Orff-Schule bei Gabriele Übler von Bündnis 90/Die Grünen. Sie hatte fest mit der Stichwahl gerechnet, kam aber mit 1.219 Stimmen und 20,95 Prozent nur auf den undankbaren 3. Platz. Ein achtbares Come­back in der Kommunalpolitik erreichte CSU-Kandidat Roland Kratzer mit 12,12 Prozent. Ganz sicher nicht zufrieden mit nur 9,04 Prozent zeigte sich SPD-Urgestein Hannelore Baur, die sich mehr erhofft hatte. Selbst ihre indirekte Wahlhelferin Lisa Fitz mit ihrem Raisting-Auftritt kurz vor den Wahlen konnte da nichts ausrichten. Abgeschlagen auf den letzten Plätzen landeten Marianne Scharr (Gemeinsam für Dießen, 5,21 Prozent) und Volker Bippus (UBV, 5,16 Prozent).

Die Partei ist dabei

Für den neuen Marktgemeinderat ergibt sich nach der Auszählung diese vorläufige Sitzverteilung: Grüne und Freie Wähler je sechs Sitze, CSU und Dießener Bürger je vier Sitze, SPD zwei Sitze, UBV und BP je ein Sitz und –große Überraschung – „Die Partei“ mit einem Sitz, bestimmt humorvoll ausgefüllt mit Musiker Michael Lutzeier.

Die Wahlbeteiligung in Dießen lag mit 5.848 Wählern bei immerhin 67,85 Prozent. Bürgermeister Herbert Kirsch zeigte sich im Gespräch mit dem KREISBOTEN von der kommenden Stichwahl nicht überrascht. Bei sieben Bewerbern sei das zu erwarten gewesen. Dass ausge­rechnet die beiden jüngsten Kandidaten das Etappenziel erreicht hätten, zeuge von einem Generationswechsel, der sich auch in der Neubesetzung des Marktgemeinderates bemerkbar mache.
Dieter Roettig

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