Wahl am 6. Oktober

Wer wird Wagener-Bühlers Nachfolger - oder Nachfolgerin?

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Kauferings 2. Bürgermeisterin Gabriele Triebel (r.) und die 3. Bürgermeisterin Gabriele Hunger leiten bis zur Neuwahl die Amtsgeschäfte der Marktgemeinde.

Kaufering – Der Wahltermin steht fest. Am 6. Oktober werden die Kauferinger Bürgerinnen und Bürger zu den Wahlurnen gebeten, um ihre neue Bürgermeisterin oder ihren neuen Bürgermeister zu wählen. In der jüngsten Marktgemeinderatssitzung wurde der Wahltermin festgelegt. Wer sich möglicherweise zur Wahl stellt, ist allerdings noch nicht durchgesickert. Zu überraschend kam der Rücktritt von Bärbel Wagener-Bühler.

Bevor Kauferings Zweite Bürgermeisterin über den Wahltermin abstimmen ließ, mussten alle Besucher, unter ihnen Altbürgermeister Dr. Klaus Bühler und auch die Presse den Sitzungssaal im Feuerwehrhaus verlassen. Denn zunächst stimmte der Marktgemeinderat darüber ab, ob das Gremium dem Rücktritt der bisherigen Erste Bürgermeisterin in nichtöffentlicher Sitzung zustimmen wird. Das schien aber reine Formsache zu sein, interpretiert man die Zeitdauer der nichtöffentlichen Abstimmung. Nach zwei Minuten wurden alle wieder in den Sitzungssaal gebeten. Gabriele Triebel konnte verkünden, dass das Gremium dem Abschiedsgesuch von Bärbel Wagener-Bühler stattgegeben habe.

Bis zum Wahltermin am 6. Oktober werden die beiden stellvertretenden Bürgermeisterinnen Gabriele Triebel (GAL) und Gabriele Hunger (CSU) die Amtsgeschäfte leiten. Triebel gilt ebenso wie Gabriele Hunger als qualifiziert. Als Zweite Bürgermeisterin und Mitglied des Kreistages hat sie große kommunalpolitische Erfahrungen. Triebel ist darüber hinaus Mitglied des Bayerischen Landtages. Für die Wahl als Erste Bürgermeisterin steht sie allerdings nicht zur Verfügung. Das Gleiche gilt für Gabriele Hunger. Auch sie verfügt über langjährige kommunalpolitische Erfahrung im Marktgemeinderat. Gabriele Triebel nahm in einer kurzen Rede anlässlich des Rücktritts von Bärbel Wagener-Bühler den Marktgemeinderat in Schutz. In der Öffentlichkeit sei manchmal ein Bild entstanden, dass der Gemeinderat zerstritten sei. Dem sei nicht so, sagte Triebel. Ganz im Gegenteil. Durch den Umstand, dass die vergangenen beiden Bürgermeister Erich Püttner und Bärbel Wagener-Bühler mit ihren Gruppierungen keine Mehrheit hinter sich hatten und auch sonst keine Gruppierung eine Mehrheit hatte, habe sich eine parteiübergreifende Zusammenarbeit entwickelt. Das habe auch dazu geführt, dass Entscheidungsprozesse länger dauerten. „Sachpolitik, die transparent sein will und alle mitnehmen will, dauert länger“, betonte Triebel. „Das sei gelebte Demokratie“. Bestes Beispiel sei die Diskussion um den Neubau/Sanierung des Feuerwehrhauses gewesen. „In einer Kommission wurde mit allen Beteiligten alle vorgebrachten Vorschläge diskutiert und durchgespielt. Ja, das dauert auch etwas länger“. Das sei aber kein Streit, sondern gelebte Demokratie, betonte Gabriele Triebel. Der scheidenden Bürgermeisterin wünschte Triebel alles Gute für die Zukunft.

UBV-Fraktionssprecher Sascha Kenzler meinte, die Fraktionen sollten überlegen, eventuell einen gemeinsamen Kandidaten in die Bürgermeisterwahl zu schicken. Es gäbe einen Kandidaten, der bei der letzten Bürgermeisterwahl gegen Bärbel Wagener-Bühler nur knapp unterlegen sei und das nötige Rüstzeug für einen derartigen Posten mitbringe. Obwohl Kenzler keinen Namen nannte, wusste jeder, dass Thomas Salzberger gemeint war. Thomas Salzberger sagte auf Anfrage, über seine Kandidatur sei noch keine Entscheidung gefallen. der Ausschreibungsspezialist bei der Stadt Landsberg gehört seit vielen Jahren dem Marktgemeinderat Kaufering für die SPD an. Triebel bremste als Sitzungsleiterin aber kurzerhand Kenzler aus. Dies sei weder der richtige Ort noch der richtige Zeitpunkt für eine derartige Diskussion.

Uitz zum Zweiten

Die Spatzen pfeifen es von Dächern: Gabriele Uitz will bei der Bürgermeisterwahl erneut ihren Hut in den Ring werfen. Sie war bei der letzten Wahl 2017 für die CSU angetreten und schon im ersten Wahlgang ausgeschieden. In die Stichwahl kamen damals Bärbel Wagener-Bühler (Kauferinger Mitte) und Thomas Salzberger (SPD), der nur ganz knapp gegen Wagener-Bühler unterlag.

Nach deren überraschenden Rücktritt sei sie von vielen Kauferingern aufgefordert worden, wieder zu kandidieren, berichtet Uitz. Sie betonte gegenüber dem KREISBOTEN, sie sei eine „Frau des Ausgleichs“. Genau das benötige der Markt in den heutigen Zeiten. Sowohl mit der CSU als auch mit der GAL habe sie Kontakt aufgenommen. Das würde ihrer politischen Einstellung entsprechen.

Weder von der CSU noch von der GAL war dazu eine Stellungnahme zu erhalten. Uitz lebt derzeit in Dießen. Der Umzug sei nicht freiwillig gewesen, betonte sie.

Die Amtszeit des zu wählenden Bürgermeisters oder Bürgermeisterin endet am 30. April 2026, betonte Geschäftsstellenleiter Rainer Biedermann auf Anfrage. Mit der Bürgermeisterwahl bis zu den Kommunalwahlen im nächsten Jahr zu warten, ist gesetzlich nicht möglich. Dann wird nämlich der Marktgemeinderat neu gewählt.

Zum Wahlleiter für die Bürgermeisterwahl am 6. Oktober wurde einstimmig Geschäftsstellenleiter Biedermann und zur Stellvertreterin Anja Reinberg gewählt.

Siegfried Spörer

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