Stichwahl in Kaufering

Bürgermeisterwahl: Runde 1 geht an Bärbel Wagener-Bühler

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In der Stichwahl um das Kauferinger Bürgermeisteramt treten am 18. März Bärbel-Wagener-Bühler und Thomas Salzberger an.

Kaufering – Bärbel Wagener-Bühler und Thomas Salzberger gehen in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt in zwei Wochen. Die Wahlbeteiligung war mit 58,7 Prozent niedriger als bei der letzten Bürgermeisterwahl im Jahr 2012. Damals waren auch fünf Kandidaten angetreten. 63,9 Prozent der Kauferinger gaben 2012 ihre Stimme ab. Auch damals war eine Stichwahl erforderlich.

Bärbel Wagener-Bühler (Kauferinger Mitte) konnte 28,35 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen, Thomas Salzberger (SPD) wurde von 26,96 Prozent der Kauferinger Bürger gewählt. Aus dem Rennen sind Gabriele Uitz (CSU) mit 20,91 Prozent, Andreas Keller (GAL) mit 17,34 und Dagmar Kramer (Freie Wähler) mit 6,4 Prozent. Gabriele Uitz zeigte sich als gute Verliererin und gratulierte im Rathaus den beiden weitergekommen Kandidaten. Die CSU-Kandidatin betonte, sie wolle auf jeden Fall in Kaufering bleiben, da sowohl sie als auch ihren Kinder die Marktgemeinde toll finden.

Am Wetter kann die niedrige Wahlbeteiligung eigentlich nicht gelegen haben, denn bei Sonnenschein und fast frühlingshaften Temperaturen waren nachmittags sehr viele Spaziergänger unterwegs. Thomas Salzberger zeigte sich enttäuscht über die niedrige Wahlbeteiligung und Bärbel Wagener-Bühler zuckte mit den Schultern. Auch sie konnte es sich nicht erklären.

Die Wahllokale schlossen pünktlich um 18 Uhr. Gabriele Triebel holte die letzten Briefwahlkuverts aus dem Rathaus ab und brachte sie in den Gemeindesaal zur Auszählung. Insgesamt hatten 1.100 Bürger ihre Stimme per Briefwahl abgegeben. Pünktlich um 18 Uhr traf auch der erste Kandidat im Rathaus ein. Thomas Salzberger im dunklen Anzug hatte sich dort mit dem SPD-Landtagskandidaten Christian Winklmeier verabredet. Nach und nach traf die Politprominenz aus dem Landkreis ein, unter ihnen Landrat Thomas Eichinger (CSU), SPD-Unter­bezirksvorsitzender Markus Wasserle, Bürgermeisterkandidatin Gabriele Uitz und Bundestagsabgeordneter Michael Kießling (CSU) ein.

Treffpunkt für die Kandidaten und die Besucher war der Sozial­raum des Rathauses im Keller. Dort hatte der noch amtierende Rathauschef Laptop, Beamer und Leinwand aufbauen lassen, um die Ergebnisse der Schnellabfrage aus den einzelnen Wahlbezirken zu präsentieren. Das klappte auch noch bis zu den Ergebnissen aus den ersten drei Wahlbezirken. Dann blieb der Bildschirm weiß. Bürgermeister Erich Püttner zu der Panne: „Unser EDV-Mann hat uns zugesichert, dass nichts passieren kann. Das Netz bricht nie zusammen“.

Das tat es dann aber doch. Lediglich auf den Smartphones ließen sich Ergebnisse aktuell ablesen. So durfte dann CSU-Bundestagsabgeordneter Kießling anfangs bei SPD-Landtagskandidat Winklmeier über die Schulter gucken. Um 18.45 Uhr waren alle Wahlbezirke ausgezählt. Das Endergebnis hatte sich schon bei den einzelnen Wahlbezirken angedeutet. Dann gratulierte auch der Landrat den beiden Kandidaten zum Einzug in die Stichwahl am 18. März.

Weiter im Wahlkampf

Für Bärbel Wagener-Bühler und Thomas Salzberger geht nun der Wahlkampf weiter. Salzberger erhält am kommenden Freitag Wahlkampfunterstützung von seinem ehemaligen Chef aus der Münchener Zeit: Ex-OB Christian Ude hat zu gesagt, zum politischen Talk nach Kaufering zu kommen. Bärbel Wagener-Bühler arbeitet unter Zeitdruck an einer weiteren Broschüre, die an die Haushalte verteilt werden soll.

„Der Wahlkampf war fair“, betonte sowohl Bärbel Wagener-Bühler als auch Thomas Salzberger. Das soll auch so bleiben, versprachen beide. Es sei eine Persönlichkeitswahl gewesen, betonte die 45-jährige Volljuristin Wagener-Bühler, in der Kompetenz und Persönlichkeit eine Rolle gespielt hätten. Der SPD-Kandidat sah es ähnlich. Salzberger, wies darauf hin, dass auch die Unterschiede in den Programmen nach seiner Ansicht bei den Wählern eine Rolle gespielt hätten.

Den Wahltag hatten beide Stichwahlsieger im Kreise ihrer Familien verbracht. Bärbel Wagener-Bühler war mit ihren Kindern im Murnauer Moos wandern. Thomas Salzberger freute sich über den Besuch seiner Mutter, die eigens aus der Dominikanischen Republik zu Besuch angereist war. „Wir waren zusammen essen“.

Noch ist nicht klar, ob die unterlegenen Wählergruppierungen eine Wahlempfehlung für einen der beiden Kandidaten beziehungsweise Kandidatin abgeben. Es war spannend und es bleibt spannend. Im Sozialraum des Rathauses wurde noch lange über das Wahlergebnis diskutiert. Inzwischen funktionierte auch die Ergebnispräsentation auf Laptop und Beamer wieder. In zwei Wochen wird man sich wieder treffen. Dann wird Kaufering ganz sicher ein neues Oberhaupt haben.

Siegfried Spörer

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