Gemälde in treuen Händen

Ehrenplatz für Millionen-Zugabe gesucht

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Einen Ehrenplatz für das Gemälde „Dettenhofen St. Martin“ soll Gemeinderätin und Ortssprecherin Hanelore Baur (links) finden. Bürgermeister Herbert Kirsch überreichte ihr das Bild aus dem Nachlass des Ehepaars Sittmann, das Dießen 1997 eine Million D-Mark vererbt hat.

Dießen-Dettenhofen – Nachdem sich bei der Bürgerversammlung in Dießen einige Besucher über die lange Präsentation des Haushalts mit unendlichen Zahlenkolonnen beklagt hatten, reagierte die Marktgemeine blitzschnell. Bei der Ortsteilversammlung im Schützenheim Dettenhofen kamen die Gäste erstmals in den Genuss eines verständlichen Jahresberichts in Form einer hochwertigen Farbbroschüre mit den Highlights des letzten Jahres sowie einem detaillierten Ausblick auf den Haushalt 2018 und die anstehenden Aufgaben.

Damit konnte sich der vom langen Urlaub bestens erholte Bürgermeister Herbert Kirsch bei seinem Vortrag auf die wichtigsten Zahlen konzentrie­ren; etwa auf die Rücklagen zum 31. Dezember 2017 in Höhe von über elf Millionen Euro: „Das eröffnet der Marktgemeinde den notwendigen Spielraum, um beispielsweise heuer und nächstes Jahr in den sozialen Wohnungsbau zu investieren.“ Aufgrund der leicht steigenden Steuereinnahmen und gleichzeitig vorsichtigen Ausgabenpolitik konnte auch im 14. Jahr in Folge eine Neuverschuldung vermieden werden. Der Schuldenstand lag Ende 2017 bei null Euro. Lediglich das gebührenfinanzierte Wasserwerk verzeichnete ein Minus von 1,75 Millionen Euro. Der Gesamthaushalt für 2018 beläuft sich auf stolze 35.336.700 Euro, wobei wiederum keine Kreditaufnahme geplant ist.

Zur Bürgerversammlung im nur 379 Einwohner zählenden Ortsteil Dettenhofen waren neben Rathaus-Geschäftsleiter Karl Heinz Springer auch die Marktgemeinderäte Antoinette Bagusat (Dießener Bürger), Volker Bippus (UBV), Michael Hofmann (Bayernpartei), Marc Schlüpmann (Grüne) und natürlich Ortssprecherin Hannelore Baur (SPD) gekommen, die hier „dahoam“ ist. Sie und die anderen Ratsmitglieder waren im vergangenen Jahr fleißig und haben in 13 Sitzungen 217 Tagesordnungspunkte abgehandelt.

Zur Unklarheit über die Straßenausbaubeiträge seitens der Staatsregierung hegte Kirsch den Verdacht, dass man die Bürger vielleicht in Hinblick auf die Landtagswahlen nur hinhalte. Diese Vermutung zeigte sich zwei Tage nach der Bürgerversammlung als nicht mehr richtig. Die CSU-Fraktion im Landtag hat nämlich auf ihrer Sitzung vom 11. April ihren Gesetzentwurf zur Abschaffung der Straßenausbaubeiträge beschlossen und zur weiteren Beratung beim Landtag eingereicht. Damit sollen die „Strabs“ rückwirkend zum 1. Januar 2018 abgeschafft werden, was bei der Mehrheit der CSU als sicher gilt. In einer Pressemitteilung des CSU-Arbeitskreises für kommunale Fragen heißt es dazu: „Nachdem die Kommunen für laufende Maßnahmen auf die Einnahmen der Straßenausbaubeiträge vertraut haben, werden wir den Kommunen die aus der Gesetzesänderung resultierenden Einnahmeausfälle ersetzen.“

Zum Ende der Bürgerversamm­lung überreichte Herbert Kirsch an Ortssprecherin Hannelore Baur ein Aquarellgemälde, das die Dettenhofer Kirche St. Martin zeigt. Es stammt aus dem Nachlass des Ehepaars Helene und Luitpold Sittmann, das seinen Lebensabend im Dießener Wohnstift Augustinum verbracht hat. Die kinderlosen Sittmanns vererbten nach ihrem Tod 1997 der Marktgemeinde eine Million D-Mark mit der Maßgabe, dieses Geld für die Finanzierung des Dettenschwanger Kindergartens zu verwenden. Das Bild „Dettenhofen St. Martin“ des Baudirektors i. R. und Hobby-Malers Luitpold Sittmann gelangte jetzt auf Umwegen zu Bürgermeister Kirsch, der Baur und die Gäste aufforderte, einen „geeigneten Ehrenplatz“ für die Millionen-Zugabe zu finden.

Dieterr Roettig

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