Stolperfalle Friedhofstreppe & Co.

Wie barrierefrei ist Geltendorf?

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Handläufe an der Friedhofstreppe fordert der Geltendorfer Seniorenbeirat nach einer Ortsbegehung, die vom ehemaligen Seniorenreferenten Horst Kürschner geleitet wurde.

Geltendorf – Wie barrierefrei ist die Gemeinde? Dieser Frage ist der ehemalige Gemeinderat, Seniorenreferent und Behindertenbeauftragte Horst Kürschner nachgegangen. Mit Vertretern des Seniorenbeirats führte er im Juni eine Ortsbegehung sämtlicher öffentlicher Gebäude durch. Heraus kam eine lange Liste von Maßnahmen, die Kürschner dem Gemeinderat ans Herz legte beziehungsweise in Form von Anträgen einreichte. Bei der Bürgerversammlung monierte er jetzt, dass noch nichts davon umgesetzt wurde – nicht einmal die Sofortmaßnahmen, die im Bauausschuss bereits im November behandelt wurden.

Sie betreffen den neuen Friedhof. Hier sollte in den Augen Kürschners dringend ein beidseitiger Handlauf vom rechten Parkplatz zum Eingang sowie an den Stufen zu den tiefer gelegenen Gräbern angebracht werden. Die Sturzgefahr sei ansonsten hoch. „Noch ist nichts passiert“, kritisierte Kürschner vor rund 30 Zuhörern im Bürgerhaus. „Verschwinden die Anträge jetzt wieder in der Schublade?“ 

Schützenhilfe kam von UB-Gemeinderat und Seniorenreferent Christian Engelstädter. „Bei einem Unfall wäre die Gemeinde regress­pflichtig.“ Rathaus-Geschäftsleiter Florian Hänle versicherte, dass die Verwaltung das Geländer mittlerweile bestellt habe. „Der Auftrag ist seit zwei oder drei Wochen draußen.“ 

Offen blieb, wann sich der Gemeinderat mit den restlichen Punkten der Liste befassen wird. Bei der Ortsbegehung hatte die achtköpfige Gruppe aus Seniorenvertretern in nahezu allen wichtigen öffentlichen Gebäuden Mängel hinsichtlich der Barrierefreiheit festgestellt. Gefordert werden unter anderem Aufzüge für Rathaus und Schule, eine Behindertentoilette im Erdgeschoss des Rathauses sowie eine Verbreiterung der Eingangstür und Vergrößerung des Eingangsbereichs. Bürgerhaus, Schule, Kindergarten und Sporthalle sollten, so die Seniorenvertreter, mit Automatiktüren versehen, die Duschen in der Sporthalle barrierefrei umgebaut und die Behindertentoilette nicht als Abstellraum zweck­entfremdet werden. Teilweise sei die Beleuchtung zu verbessern und fehlende Rampen und Treppengeländer nachzurüsten. 

Was von diesen Maßnahmen in absehbarer Zeit umgesetzt werden könnte, bleibt abzuwarten. Derzeit ist die Kämmerei noch mit der Aufstellung des Haushalts für 2018 beschäftigt und hängt hier laut Bürger­meister Wilhelm Lehmann (UB) „im luftleeren Raum“. Denn nach derzeitigem Stand kann die Gemeinde nicht mit Einnahmen aus der Straßenausbausatzung kalkulieren – eigentlich hätten für den Ausbau der Moorenweiser Straße 450.000 Euro auf die Anwohner umgelegt werden sollen. Lehmann: „Wir wissen nicht, wie es weitergeht“. Die wenigen Bürgerfragen aus dem Auditorium bezogen sich auf die Wasserversorgung und die Straßenbeleuchtung. „Wie ist der derzeitige Stand bei den Wasserverlusten?“, wollte Ewald Bensch wissen. Lehmann entgegnete, dass immer wieder Rohrbrüche zu beheben seien. Aufgrund der kiesigen Böden würden diese aber oft nicht sofort entdeckt, da das Wasser versickere. Das Leitungsnetz werde von einer Spezialfirma unter­sucht. Die früheren hohen Zahlen bei den Wasserverlusten seien aber wohl auf Messfehler zurückzuführen. 

Strom sparen? 

Hermann Schuster regte an, aus Einsparungsgründen die Straßenlampen morgens eine Viertelstunde früher aus- und abends eine Viertelstunde später einzuschalten. Lehmann erklärte, im Zuge der Umrüstung auf LED-Beleuchtung sei zwischen 1 und 4 Uhr morgens eine „Nacht­absenkung“ der Helligkeit geplant, was Strom und Kosten sparen werde. 

Ulrike Osman

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