Kleinere Brötchen in Denklingen

Das Bürgerzentrum und der endgültige "Wurf"

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So sieht der wohl endgültige (Ent-)Wurf für das Unter-10-Millionen-Projekt Bürgerzentrum Denklingen aus Südwest aus.

Denklingen – Der dritte (Ent-)Wurf soll’s bringen, und er soll denn auch verwirklicht werden: Nach einer weiteren Planungsrunde – diesmal mit einem anderen Architekten – wird das Bürger- und Vereinezentrum in Denklingen ganz anders verwirklicht werden als zunächst vorgesehen. Wesentlich ist, dass auf ein Kellergeschoss, einen Aufzug und den ersten Stock verzichtet wird. Bleibt es bei diesen Änderungen? Was bedeutet das für die Kosten, die laut Beschluss auf zehn Millionen Euro gedeckelt sind? Der KREISBOTE hat bei Bürgermeister Andreas Braun­egger nachgefragt.

Herr Braunegger, das Millionenprojekt Bürger- und Vereinezentrum (BFZ) ist es zuletzt sehr ruhig gewesen. Was ist denn der Sachstand?

Braunegger: „Sachstand ist, dass die Vereine eingeladen wurden, um die neue, inzwischen dritte Planung vorzustellen. Da haben wir diverse kleine Änderungen seitens der Vereine aufgenommen. Die beteiligten Vereine, die Platz im Bürger- und Vereinehaus bekommen, sind die Musikkapelle, die Schützen, der Sportverein VfL mit den Sparten Fußball und Theater sowie die Landjugend.“

Wie geht’s weiter?

Braunegger: „Wir werden die Änderungen – es ist ja jetzt ein ganz anderes Haus als in der ersten Planung – mit dem Landratsamt abstimmen und dann den Bebauungsplan für dieses Projekt voranbringen.“

Sie sagen, es ist jetzt ein ganz anderes Haus – was ist denn alles anders?

Bürgermeister Andreas Braunegger ist guter Dinge, dass mit dem Bau des Bürgerzenturms in der ersten Jahreshälfte 2019 begonnen wird.

Braunegger: „Wir bekommen jetzt einen ebenerdigen Hallenbau. Es wird alles ohne Keller ausgeführt. Aber es ist ein barrierefreies Haus. Das Gebäude ist nicht mehr 100 Meter lang, sondern hat 70 Meter. Dafür gehen wir in die Breite, da sind es 26 Meter. Wir brauchen keinen Aufzug. Damit werden bei den Fluchtwegen und beim Brandschutz die Kosten geringer.“

Und beim Saal? Wird da abgespeckt?

Braunegger: „Nein, an der Saalgröße wird nicht geknab­bert. Der Saal misst zirka 25 mal 14 Meter und fasst zwischen 400 und 450 Personen. Der Saal kann nach den aktuellen Planungen mit einer Zwischenwand nach hinten abgetrennt werden, wenn zum Beispiel vorne an der Bühne nur eine Veranstaltung mit 150 bis 200 Besuchern stattfindet.“

Und wie sieht’s bei der Gastronomie aus?

Braunegger: „Das Konzept mit einem festen Gastronomen für das Bürger- und Vereinezentrum bleibt. Gastrozone und Saal sind getrennt, können aber durch Öffnen einer Zwischenwand an der Seite miteinander verbunden werden. Einsparungen erzielen wir auch durch einen kompakteren Sanitärbereich. Und im Vergleich zum ersten und zweiten Plan haben wir sogar eine geräumige Bar und einen eigenen Catering-Bereich.“

Die Kosten sind laut Gemeinderatsbeschluss von 2017 auf zehn Millionen Euro gedeckelt. Ist das zu schaffen?

Braunegger: „Dieser Betrag konnte leider auch bei der zweiten, sprich überarbeiteten Planung des Architekturbüros, die ich zu meinem Amtsantritt überreicht bekommen habe, nicht eingehalten werden. Aber da war die Bauweise noch mit zwei Geschossen. Bei der jetzigen Ausführung – ich will einen Zweckbau – bleiben wir auf jeden Fall unter zehn Millionen Euro. Das werden wir schaffen, obwohl die Baukonjunktur so angezogen hat und dies auch weiterhin so blieben wird.“

Dann müssen Sie aber Gas geben!

Braunegger: „Ja, im Winter 2018/2019 soll die Ausschreibung der Arbeiten auf den Weg gebracht werden. Nächstes Jahr ist Baubeginn; unser Ziel ist noch in der ersten Jahreshälfte 2019.“

Wie hart waren die Gespräche mit dem Büro Köhler Architekten?

Braunegger: „Hart, aber konstruktiv. Der Chef, Herr Merk, war damit einverstanden, dass ein Architekt, den ich ihm vorgeschlagen habe und der mit mir zusammen die neuen Pläne erarbeitet hat, dieses große Projekt für das Büro weiter verfolgt. Quasi als Subunternehmer.“

Heißt das: Der bisherige Planer ist außen vor?

Braunegger: „Ja, der Herr Basner ist außen vor.“

Und wer ist der Architekt Ihres Vertrauens?

Braunegger: „Den Namen kann ich nicht sagen. Noch nicht.“

Kommt er aus dem Landkreis Landsberg?

Braunegger: „Er hat mal im Landkreis Landsberg gearbeitet, ist aber zwischenzeitlich woanders. Ich bin aber froh, dass bei Köhler Architekten (Gauting) Einverständnis dazu da war, dass dieser Fachmann ins Boot geholt werden konnte. Die Abrechnung läuft weiter über das Architekturbüro – anders geht es vertraglich auch nicht.“

Aber bedeutet das nicht wieder immense Planungskosten?

Braunegger: „Wieso? Für die ersten zwei vorgelegten Planungen hat das Architekturbüro, das den Wettbewerb 2015 gewonnen hat, schon Abschlagszahlungen erhalten. Jetzt in der dritten Runde fallen kaum Kosten an, weil ich bereits einen Großteil der Planung übernommen habe.“

War die frühere Planung beim Bürger- und Vereinezentrum Murks?

Braunegger: „Diese Formulierung kommt aus Ihrem Mund. Aber ich sage ganz klar, wir wollen in Denklingen beim Bürger- und Vereinezentrum einen Zweckbau. Denn wir haben mit Kindergarten und Schule noch Projekte, die wichtiger sind.“

Wie schwierig war es, die Gemeinderäte auf dem neu eingeschlagenen Weg mitzunehmen?

Braunegger: „Das war das leichteste.“

Ist ein Bürgermeister Braunegger nicht so architektenfreundlich wie sein Vorgänger Kießling?

Braunegger: „Mein Vorgänger hatte vielleicht eine andere Sichtweise. Aber er findet den jetzt eingeschlagenen Weg gut. Das hat er mir selber gesagt. Ich hab nix gegen Architekten. Aber wir brauchen in Denklingen fürs Bürger- und Vereinezentrum einen Zweckbau und kein architektonisches Aushängeschild. Die Elbphilharmonie passt zu Hamburg. Bei uns geht’s jetzt darum, das Projekt Bürger- und Vereinezentrum voranzubringen. Und zwar in einem anderen Tempo.“

Johannes Jais

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