Ehre vom Bund Naturschutz

Zwei Förster mit Vorbildfunktion

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Bei der Verleihung der Karl Gayer-Medaille: Wolfgang Kornder, Sebastian Höllerl, Reinhard Neft, Richard Mergner, Manfred Schölch, Hans Kornprobst, Alwin Rammo, Hubert Weiger, Stefan Bauernfeind, Bernd Lauterbach, Eberhard Sening und Folkart Glaser (v. links).

Thaining – Im Rahmen einer Festveranstaltung in Thaining ehrt der Bund Naturschutz in Bayern (BN) zwei Revierförster der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) aus dem Landkreis Landsberg. Die Revierleiter Stefan Bauernfeind (Forstrevier Thaining) und Alwin Rammo (Forstrevier Hagenheim) erhalten diese Auszeichnung für ihre langjährigen Verdienste als Revierleiter um die naturgemäße Waldwirtschaft und insbesondere um die Naturverjüngung der Tanne infolge einer waldgerechten Jagd.

Mit dieser Auszeichnung ehrt der BN in Abstimmung mit der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft Bayern Persönlichkeiten mit außergewöhnlichen Verdiensten um den Wald. Die Förster Bauernfeind und Rammo sind die 33. und 34. Preisträger der 1977 vom BN gestifteten Karl Gayer-Medaille.

In seiner Laudatio lobte Hubert Weiger, Landesvorsitzender des BN, die langjährigen Verdienste der Geehrten bei der naturgemäßen Waldwirtschaft und bei der Umsetzung des Grundsatzes Wald vor Wild. „An ihrem erfolgreichen Wirken sieht man sehr schön, wie fruchtbar es ist, wenn Forstleute über 30 Jahre in einem Wald arbeiten können und nicht alle paar Jahre durch Reformen versetzt werden“, so Weiger. Rammo ist seit 1980 und Bauernfeind seit 1987 Revierleiter in Landsberg. Beide verschrieben sich konsequent der Reduzierung des Rehwildbestandes. Denn dies war und ist der entscheidende Schlüssel für eine naturgemäße Waldwirtschaft mit einer erfolgreichen Naturverjüngung, insbesondere der Weißtanne. Der Weg dorthin war allerdings sehr steinig, es hagelte damals massive Kritik von Seiten der Jäger.

Die Entwicklung der heute so überzeugenden Wald- und Jagdsituation begann ab etwa 1982. Bis dahin mussten die jungen Fichten selbst hinter Zaun gegen Wildverbiss „geteert“, das heißt geschützt werden. „Wir konnten uns heute davon überzeugen, dass die Regulierung der Rehwildbestände gelungen ist“, so Weiger. „Wenn heute eine zunehmende Zahl von Waldbesitzern und Förstern deutliche Änderungen bei der Jagd und bei der Naturverjüngung anstreben, ist dies auf solche positive Waldbilder zurückzuführen. Dann ist dies der Vorbildfunktion mutiger Förster wie Ihnen zu verdanken“, lobt Weiger die beiden Forstleute. „Mit solchen Positivbeispielen kann es auch gelingen, mehr Jäger für eine waldgerechte Jagd zu gewinnen, so dass Tannen oder Eichen in verschiedenen Waldbesitzarten und Regionen Bayerns wieder ohne Schutzmaßnahmen aufwachsen können“ so Hans Kornprobst, Sprecher des Arbeitskreises Wald im BN. „Wir gehen als BN davon aus, dass die vorbildlichen Beispiele aus den Revieren Thaining und Hagenheim auch auf die anderen Forstreviere des Forstbetriebs Landsberg und benachbarte Waldbesitzer ausstrahlen“. Mit den beiden geehrten Förstern verbindet der BN auch große Anerkennung für die ehemaligen Forstamts- und Betriebsleiter, die in Landsberg wirkten, zuletzt Nikolaus Stöger und aktuell Robert Bocksberger.

Im Forstbetrieb Landsberg wurde ein Naturschutzkonzept auf den Weg gebracht. Dieses zeigt beispielhaft, dass zu einer vorbildhaften Waldwirtschaft neben einer naturgemäßen Nutzung des Waldes auch der entsprechende Schutz des Waldes gehört. „Wir begrüßen, dass sich der Forstbetrieb Landsberg – auch mit Hilfe externer Experten wie Kurt Zeimentz – als einer der ersten BaySF-Forstbetriebe auf den Weg gemacht hat, alte Laubbäume, Schwarzspecht-Höhlenbäume und Tritt­steine konsequent zu schützen“, so Ralf Straußberger, BN-Wald­referent. Der BN ermuntert die BaySF in allen Staatsforstbetrieben neben Biotopbäumen deutlich mehr geeignete – auch größere – Waldbereiche durch ein Trittstein- bzw. Naturwaldkonzept zu schützen.

Im Rahmen eines Waldbegangs, bei dem die Karl Gayer-Medaillen überreicht wurden, konnten die Förster Bauernfeind und Rammo gelungene Waldbilder in den Revieren Thaining und Hagenheim vorzeigen. Auch Folkhart Glaser, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Landsberg freut sich über die Ehrungen und die damit verbundene landesweite Anerkennung der naturgemäßen Waldwirtschaft im Landkreis.

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