Kinderporno-Plattform im Darknet

Bundeskriminalamt: Haupttäter aus dem Landkreis Landsberg

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Ein 61-Jähriger aus dem Landkreis Landsberg soll Mitverantwortlicher einer Kinderporno-Plattform sein, die die Polizei jetzt abgeschaltet hat.

Landkreis - Ein 61-jähriger Mann aus dem Landkreis Landsberg hat nach einer Mitteilung des Bundeskriminalamts maßgeblich am ausgehobenen Kinderporno-Ring „Elysium“ mitgewirkt. Er soll eine zentrale Rolle bei der Plattform gespielt haben, die im Darknet angesiedelt war und nach Angaben der Ermittler von über 87.000 Personen genutzt wurde.

Der Mann, der sich seit dem 19. Mai nach Durchsuchung seiner Wohnung in Untersuchungshaft befindet, soll als Graphiker für das Erscheinungsbild der kinderpornographischen Plattform verantwortlich gewesen sein. Gegen ihn bestehe außerdem der Verdacht der bandenmäßigen Verbreitung kinderpornographischer Schriften.

In drei Fällen soll er zudem zwei fünf und sieben Jahre alte Kinder eines 28-jährigen österreichischen Forenmitglieds sexuell missbraucht haben. Der Familienvater, der ebenfalls festgenommen wurde, soll seine Kinder selbst „über Jahre hinweg“ missbraucht und auch anderen Männern zu diesem Zweck angeboten haben.

Der mutmaßliche Täter aus dem Landkreis Landsberg muss aufgrund dieser Anschuldigungen mit einer Haftstrafe zwischen zehn und 15 Jahren rechnen.

International ausgerichtet

Wie das Bundeskriminalamt weiterhin mitteilte, bestand die als Forum aufgebaute kinderpornographische Plattform mit der Bezeichnung "Elysium" seit Ende 2016. Sie war international ausgerichtet und diente einem weltweiten Austausch von Kinderpornographie durch Plattform-Mitglieder sowie für Verabredungen zum sexuellen Missbrauch von Kindern. Sie verfügte über Chatbereiche in deutscher, englischer, französischer, spanischer und italienischer Sprache.

Unter den von den Mitgliedern der Plattform ausgetauschten kinderpornographischen Bild- und Videodateien seien Aufnahmen schwersten sexuellen Missbrauchs von Kindern, darunter auch von Kleinstkindern, und Darstellungen sexueller Gewalthandlungen gegen Kinder. „Administrator“ soll ein 39-Jähriger aus dem Landkreis Limburg-Weilburg gewesen sein, „Moderator“ ein 56-jähriger Mann aus dem Main-Tauber-Kreis; beide wurden ebenfalls festgenommen.

Server abgeschaltet

Gegen weitere „Mitglieder“ der Plattform laufen derzeit noch internationale Ermittlungen, unter anderem in Österreich, Italien, Neuseeland und Australien. Länderübergreifend konnten bislang 14 Tatverdächtige festgenommen werden, wobei bei zwölf Beschuldigten der Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern bestehe, teilte das Bundeskriminalamt mit.

Die Plattform war über den Tor-Browser im sogenannten „Darknet“ aufrufbar, einem Datendienst, bei dem die Teilnehmer die Verbindungen zum Server manuell herstellen. Um neue Personen in ein Darknet zu integrieren, müssen diese gewöhnlich von Teilnehmern eingeladen oder akzeptiert werden. Stellenweise ist dies auch nur Teilnehmern möglich, die über Privilegien verfügen. Das Bundeskriminalamt hat den Server inzwischen abgeschaltet.

Werner Lauff

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