Abschied bei der Bundeswehr

Ende einer langen Tradition

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Das Ende des Jahres 2012 ist für das Lufttransportgeschwader 61 in Landsberg auch das Ende einer langen Tradidion: Der Hubschrauber Bell UH-1D und der SAR-Einsatzauftrag gehen an die Heeresfliegertruppe über.

Landsberg/Penzing – Im Juni dieses Jahres hat Verteidigungsminister Thomas de Maiziére den Zeitplan für die Standortschließungen der Bundeswehrreform bekannt gegeben. Sie macht auch vor der Region Landsberg nicht Halt.

Am Penzinger Lufttransportgeschwader LTG 61 beging man innerhalb einer Woche drei Abschiede. So wird die Flugabwehrraketengruppe (FlaRagGrp) 22 zum Jahresende aufgelöst, auch das Waffensystemunterstützungszentrum verabschiedet sich und das Waffensystem Bell UH-1D verlässt die Luftwaffe und wird in das Heer eingegliedert.

„Das ist wie ein Stück Amputation“, meinte Landrat Walter Eichner (CSU) anlässlich der drei Verabschiedungen. Mit der 2011 bekannt gegebenen Reform der Bundeswehr wurden viele Schließungen von Standorten und Divisionen entschieden – auch Penzing ist be­troffen. Eichner habe selbstverständlich Verständnis für die notwendige Reform und sehe sie daher mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“, aber Eichner „verliert damit auch einen Freund“.

Am vergangenen Mittwoch wurde bereits mit einem feierlichen Appell die Flugabwehrraketengruppe 22 vollständig aufgelöst. Die Soldaten werden dann überall in Deutschland verteilt sein – manche bleiben in ihrer Verwendung, andere gehen in bestehende Verbände. „In der FlaRakGruppe 22 waren mal 800 Leute“, erinnert Sprecher Steffen Göllnitz. Bis Jahresende 2014 werden in Penzing nur noch 120 bis 150 Soldaten übrig sein – sie halten dann noch die Technik des Flugabwehrsystems „Patriot“ instand. „Die am Standort verbleibende Einheit entsteht von der Struktur her aus der Versorgungsstaffel der Flugabwehrraketen­- gruppe 22“, so Göllnitz. Die neueren Systeme kommen nach Husum oder Rostock.

Außer Dienst gestellt werden bis zum Jahresende die Luftwaffeninstandhaltungsregimenter 1 und 2 sowie außerdem das Waffensystemunterstützungszentrum (WUZ) in Landsberg. Dazu gab es bereits am vergangenen Montag einen Appell zum Abschied. „Die Waffensystemlogistik ist aufgeteilt in drei Stäbe“, erklärt Helmut Müller. Diese werden nach der Auflösung in Landsberg in zwei neue Waffensystemunterstützungszentren – eines in Erding und eines im niedersächsischen Diepholz eingeteilt.

Vollständig verlassen wird die Luftwaffe der Hubschrauber Bell UH-1D. Am heutigen Mittwoch übergibt Generalmajor Robert Löwenstein das Waffensystem Bell und den SAR-Einsatzauftrag (Search and Rescue, Suchen und Retten) an den General der Heeresfliegertruppe, Reinhard Wolski. Die Bell-Hubschrauber heben weiterhin von Landsberg ab, erklärt Pressesprecher Manfred Kunze, jedoch ab 2013 unter operativer Führung des Heeres. „Die 2. Fliegende Staffel des Lufttransportgeschwaders 61, die für den Flugbetrieb des Hubschraubers verantwortlich ist, wird von dieser Aufgabe entbunden und aufgelöst“, so Kunze. Damit endet die Nutzung dieses Waffensystems und die über 50-jährige Geschichte des SAR-Dienstes in der Luftwaffe.

Mit diesen Abschieden beginnt die schrittweise Schließung des Standortes Penzing. Bis voraussichtlich zum Jahr 2020 werden alle Soldaten von dort an anderen Standorten innerhalb von ganz Deutschland untergekommen sein. Dann endet in Penzing auch die Zusammenarbeit des Landkreises und der Bundeswehr, die laut Landrat Eichner eine lange Tradition hatte. Janina Bauch

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