Ausgebrannt vom Leben

Landsberger Burnout-Netzwerk setzt auf Prävention

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Ulrike Ditz und Patrick Wind haben 2015 das Burnout-Netzwerk gegründet.

Landsberg – Ulrike Ditz und Patrick Wind haben im Januar 2015 das Burnout-Netzwerk in Landsberg gegründet. Es ist spezialisiert auf Präventionsarbeit im Bereich Burnout und Stress. Wie wichtig diese Initiative ist, zeigt sich unter anderem an deren hohen Reichweite. Im gesamten deutschsprachigen Raum ist das Netzwerk aktiv.

Die Burnout-Betroffenheit nahm in den letzten Jahren sehr stark zu. Nun hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagiert und Burnout erstmals als Syndrom in den Katalog der weltweiten Gesundheitsstörungen aufgenommen. Ditz sieht als Gründe für die weite Verbreitung von Burnout unter anderem die Digitalisierung und die „permanente Verfügbarkeit“. Aber auch die Schnelllebigkeit sei für viele Menschen eine Belastung.

Einen „typischen Burnout-Kandidaten“ gibt es für Ditz jedoch nicht. „Früher galt es ja noch als ‚Managerkrankheit‘. Aber sehen Sie sich doch auch mal an, was zum Beispiel eine alleinerziehende Mutter leisten muss.“

Auch Ditz weiß wie es ist an die „Grenzen der eigenen Belastbarkeit“ zu kommen. Sie selbst war zwar nie von Burnout betroffen, hat durch ihre Erfahrungen jedoch ein sehr gute Vorstellung wie schnell man, wenn man den Kreislauf nicht durchbricht, in einen Burnout geraten kann.

Seit rund 30 Jahren arbeitet sie im Gesundheits- und Präventionsbereich. Zehn Jahre war sie als selbstständige Managerin im Gesundheitsmanagement tätig. Ihre Arbeitswochen seien dabei stets etwa 75 Stunden gewesen. Aufbauend auf dieser Erfahrung hat sie im Januar 2015 zusammen mit ihrem Neffen das Netzwerk gegründet. „Ein kleines Familienunternehmen sozusagen“, lächelt Ditz.

Patrick Wind ist PR-Berater und Eventmanager. Beim Burnout-Netzwerk ist er als Experte auch für alles rund um‘s Digitale zuständig.

Zudem befinden sich in dem Netzwerk rund 270 Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen. Ärzte, Heilpraktiker, Autoren oder auch Mentaltrainer. So kann das Burnout-Netzwerk regelmäßig kostenlose Informationsveranstaltungen anbieten. Finanziert werden die Events durch die Mitgliedsbeiträge. Unterstützung vom Staat beansprucht das Netzwerk nicht. Auch Kliniken und Kurorte, die auf psychische Gesundheit spezialisiert sind, kann das Netzwerk vermitteln.

Demnächst soll zudem die Plattform „Mein Leben“ online gehen, wie Ditz erzählt. Dort können sich Betroffene dann online Hilfe holen – und bleiben dabei vollkommen ano-

nym. Für Ditz ein wichtiger Faktor, um die Hemmschwelle zu senken. „Es ist nicht unbedingt ein sozial verträgliches Thema. Aber es hat sich in den vergangenen Jahren gebessert und die Gesellschaft ist offener geworden.“

Grundsätzlich rät Ditz Menschen, die von Burnout betroffen sind, zu Mut, etwas zu ändern. Auch eine bewusst positive Lebenseinstellung sei hilfreich. Ganz nach der Philosophie: „Worauf ich meine Aufmerksamkeit richte, dorthin fließt meine Lebensenergie.“

Stephanie Novy

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