Platz frei für neue Ideen

Alois Handwerker geht als Caritas-Geschäftsführer in den Ruhestand

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Am 11. März geht Handwerker in den Ruhestand.

Landsberg – Fast drei Jahrzehnte hat sich Alois Handwerker als Geschäftsführer des Kreisverbandes der Caritas in Landsberg für andere Menschen eingesetzt. Jetzt geht er in den Ruhestand, um auch mal wieder mehr Zeit für sich und seine Familie zu haben.

Den Caritasverband in Landsberg gibt es seit 1991. Handwerker ist von Anfang an dabei gewesen. Zuvor war in der Außenstelle in Augsburg als Mitarbeiter im Bereich der Beratung für psychisch erkrankte Menschen tätig. Gewohnt hat er allerdings damals schon in Landsberg. Der Auftrag, einen Kreisverband in Landsberg aufzubauen, kam genau zum richtigen Zeitpunkt. „Meine Frau wünschte sich damals, dass ich in Landsberg arbeiten solle. Wir hatten kleine Kinder und ich war unter der Woche praktisch nie da.“

In den Anfängen waren es bei der Landsberger Caritas mit Handwerker gerade mal drei Mitarbeiter. Seitdem hat sich viel getan. Mittlerweile arbeiten 52 Menschen bei dem Kreisverband. Allerdings waren die letzten 28 Jahre nicht immer einfach. Man habe zwar schon einiges erreicht, erzählt Handwerker, aber „es gab auch immer wieder viele Rückschläge“.

Ein langer Weg

So zum Beispiel beim Thema Kinder- und Jugendpsychiatrie. Schon seit etlichen Jahren habe die Caritas und auch andere Wohlfahrtsverbände darauf aufmerksam gemacht, dass Landsberg so eine Einrichtung dringend brauche. Mit dem damaligen Landrat Erwin Filser sei man auch in der Planung schon recht weit gewesen. Doch dann legte Filser sein Amt nieder. „Damit sind die Pläne dann in der Versenkung verschwunden.“ Als Wohlfahrtsverband bliebe einem auch nichts anderes zu tun, als immer wieder anzumahnen. „Man braucht einfach Beharrlichkeit“, erklärt Handwerker. Und letztlich hat es sich ja dann auch ausgezahlt. Im September 2017 wurde schließlich die Kinder- und Jugendpsychiatrie gegenüber des Klinikums eröffnet.

Auch ansonsten hat sich viel getan in den 28 Jahren, in denen Handwerker als Geschäftsführer tätig war. Schon 1994 widmete man sich dem Aufbau einer Schuldnerberatung, richtete eine erste von mehreren Wohngemeinschaften und eine Kleiderkammer ein. Zur Jahrtausendwende übernahm der Verband die Trägerschaft des sozialpsychiatrischen Dienstes , der in der Folgezeit um eine Gerontopsychiatrie Fachstelle erweitert wurde, vom Diözesanverband Augsburg. 2001 wurde auch die Tagesbegegnungsstätte für psychisch Kranke eröffnet.

Weitere Meilensteine unter mehreren Aktivitäten markierten die Mitbegründung der Landsberger Tafel im Jahr 2005, die Erweiterung der Schuldner- um eine Insolvenzberatung und der Aufbau einer Außenstelle in Dießen im selben Jahr. 2009 wurden die ersten Plätze für betreute Einzelwohnungen für Suchtkranke vergeben, 2012 öffnete die Tagesbegegnungsstätte „Kathi 38“.

Zeit für den Abschied

Nach so vielen arbeitsreichen Jahren ist für Handwerker jetzt der Zeitpunkt des Abschieds gekommen. „Vermissen werde ich die Arbeit zum Teil schon“, gibt Handwerker zu. Schließlich habe er seinen Job immer gerne gemacht. Besonders hätten ihm die Begegnungen mit den Menschen gefallen und auch die Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern. Vor Langeweile fürchtet er sich jedoch nicht. „Ich habe einen Garten und Enkelkinder“, lächelt der Landsberger. Außerdem sei es auch irgendwann einfach an der Zeit Platz zu machen für einen Jüngeren mit neuen Ideen.

Handwerker hat seinen Posten zwar bereits im Januar dieses Jahres an seinen Nachfolger Markus Dietl übergeben. Trotzdem ist der ehemalige Geschäftsführer noch fleißig im Haus unterwegs. Er hat seinen Nachfolger seitdem eingearbeitet und steht ihm noch bis März mit Rat und Tat zur Seite. „Es ist schon jede Menge, dass man wissen muss. Auch viel Papierkram“, erklärt Handwerker. Bald schon muss Dietl allerdings ohne die Hilfe seines Vorgängers auskommen. Denn am 11. März wird Handwerker offiziell im Pfarrzentrum Zu den Heiligen Engeln verabschiedet. 

Der Neue stellt sich vor

Nachfolger Markus Dietl steht schon in den Startlöchern

Der eine kommt, der andere geht. Seit dem 1. Januar hat der Caritas-Kreisverband Landsberg einen neuen Geschäftsführer. Markus Dietl (Foto) leitet als Nachfolger von Alois Handwerker seitdem die Geschicke. Und der Neue ist kein Unbekannter.

In Landsberg war er Gemeinschaftsleiter der Arche. 12 Jahre lang hat er dort gearbeitet und war maßgeblich bei der Gründung der Wohngemeinschaft in Landsberg beteiligt. Anschließend hat ihn sein Weg unter anderem als Leiter eines sozialen Dienstes nach München geführt. Und dann war Dietl, der in Landsberg wohnt, noch beim Diözesanverband der Caritas in Augsburg als Fachreferent im Bereich Behindertenarbeit tätig. Der Theologe und Sozialarbeiter hat also schon einiges an Erfahrung.

Seit Oktober ist Dietl schon in Landsberg um sich einzuarbeiten. Seit Januar übernimmt er nicht nur die Geschäftsleitung sondern auch die allgemeine Sozialberatung für Menschen mit ganz unterschiedlichen Nöten. „Ich bin der erste Ansprechpartner. Wenn jemand ein Problem hat, dann kann ich es entweder gleich lösen oder ich verweise ihn an die entsprechende Stelle“, erklärt Dietl seine neue Aufgabe.

Seine Arbeit bei Caritas mache ihm viel Spaß. Und die vielen verschiedenen Bereiche seien sehr spannend. „Langweilig wird mir bestimmt nicht.

Stephanie Novy

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