Noch gut ausgegangen

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Stadtjustiziarin Petra Mayr-Endhart, CAB-Geschäftsführerin Birgitta Hofmann und Oberbürgermeister Mathias Neuner (von links) sind froh, das Sorgenkind Heilig-Geist-Spital in die Hände der Caritas zu geben.

Landsberg – Die Verhandlungen waren hart und schwierig – oder, wie Brigitta Hofmann von der Caritas-Tochtergesellschaft CAB sagt, „sie wurden von der Stadt Landsberg mit Herzblut geführt.“ Am Ende waren aber alle Seiten zufrieden.

Die Caritas wird Eigentümer des Gebäudes, die CAB wird das neue Pflegeheim am Heilig-Geist-Spital betreiben. „Es ist uns in Landsberg einfach wichtig, wie es mit dem Spital weitergeht“, begründete Oberbürgermeister Mathias Neuner die Entscheidung. Bei der Abfrage der vier Bewerber habe sich der Caritasverband als mit Abstand stärkster Partner erwiesen, „und das nicht unbedingt aus finanzieller, als mehr aus emotionaler Sicht.“ Der Stadtrat hatte in der vergangenen Woche der CAB als Partner mit „breiter Mehrheit“ (Neuner) zugestimmt.

Mehrere Räte waren bei der Entscheidung in nicht-öffentlicher Sitzung allerdings weiter bei ihrer Ansicht geblieben, die Stadt solle Verantwortung und Grundstück nicht aus der Hand geben und aus dem Stiftungsvermögen selbst das Pflegeheim errichten. Die gleiche Haltung hatten einige Bürger in einem Schreiben an Neuner vertreten – dies allerdings zu einem Zeitpunkt, als die Entscheidung bereits gefallen war.

Ein wichtiges Kriterium war für die Stadt die Übernahme aller bisherigen Mitarbeiter. Diese gewährleistet jetzt die CAB, die bereits 15 ähnliche Einrichtungen betreibt; sie rückte dabei nach Informationen des KREISBOTEN zumindest teilweise auch von üblichen Einschränkungen in den Arbeitsverträgen ab, die zahlreichen Stadträten im Vorfeld Bauchschmerzen bereitet hatten. Außer bei Führungspositionen und bei Neueinstellungen sollen demnach auch Geschiedene und Wiederverheiratete keine Nachteile erfahren. Auch bei der Belegung des neuen Hauses sei man für alle Bürger offen, so Brigitta Hofmann. „Wir engen uns konfessionell nicht ein, aber wir sind natürlich ein katholischer Träger und wissen, worauf wir uns gründen. So können wir hier in Landsberg auch gut die fast 700-jährige Tradition fortführen.“

Vertrauen aufbauen

Dass gerade die Gespräche mit dem Personal, die bereits in dieser Woche erstmals stattfanden, „eine Herausforderung“ würden, wusste auch die frühere Leistungssportlerin Hofmann selbst. „Es gilt, viel Vertrauen aufzubauen und Widerstände aufzulösen“, meinte sie, „wir sagen aber ganz klar: Wir brauchen Sie, wir bauen auf Sie, wir hoffen, Sie wollen mit uns.“ Wertvolle Vorarbeit dazu hatte bereits Anton Sirch geleistet, der nach dem Wechsel von Andreas Létang in die Pressestelle inzwischen wieder das Amt des Spital-Leiters übernommen hat. „Der Auftrag war, zu verhindern, dass das Personal weiter schmilzt“, so Sirch, „das hat ganz gut geklappt. Es war gut, dass man unausgesprochen in den letzten Wochen signalisieren konnte, dass alles gut wird.“ „Es ist jetzt schon alles gut“, meinte OB Neuner dazu. „Wir haben einen sozial engagierten und schlagkräftigen Partner gefunden, das hat sich schon in der Professionalität in den Vertragsverhandlungen gezeigt.“

Auch Referentin Martha Borgmann freute sich, dass noch in ihrer Amtszeit eine zukunftsweisende Lösung für das Spital gelungen sei. „Der Altbau ist zwar historisch schön, aber für die Pflege leider einfach nicht mehr zeitgemäß“, meinte sie. „Das Heilig-Geist-Spital hat immer einen guten Ruf gehabt, mir hat es schon leid getan, dass da so lange Unsicherheit geherrscht hat. Ich möchte ein ausdrückliches Lob an unseren OB und Frau Mayr-Endhart aussprechen, dass das jetzt so gut ausgegangen ist.“

Landsberger zuerst

Dazu gehört auch eine wichtige Forderung, die die Stadt von Anfang in die Verhandlungen eingebracht hatte: Landsberger Pflegebedürftige wer-den bei der Belegung des Hauses bevorzugt. Das ist für Brigitta Hofmann aber auch in den anderen Häusern, die die CAB betreibt, die Regel. „Ich halte nichts davon, etwa in Norddeutschland Werbematerial auszulegen, in denen es heißt, 'kommen Sie ins schöne Oberbayern', nur um die Häuser vollzubekommen“, stellte sie klar. Noch keine Auskünfte konnte Hofmann dagegen zur Gestaltung des neuen Hauses im Jesuitengarten geben. „Dafür ist leider zu früh, wir sind zur Zeit mit zwei, drei Architekten im Gespräch. Sie können aber davon ausgehen, dass wir uns an unser Gebäude in Peißenberg anlehnen.“

Sie zeigte sich aber bereits jetzt „sehr dankbar“, dass bei den Verhandlungen mit der Stadt „nicht die städtebaulichen Dinge im Vordergrund standen, sondern das Gebäude so hingestellt werden kann, dass es zwar nach Möglichkeit in das historische Ensemble passt, aber vor allem praktisch ist. Das war auch einer der Hauptgründe, dass wir uns dafür entschieden haben.“ Der Oberbürgermeister sieht die Gestaltung ebenfalls eher pragmatisch: „Es muss vor allem funktionieren.“

Christoph Kruse

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