Carl-Orff-Stiftung

Am Ziegelstadel läuft alles zusammen

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Zu Besuch im Arbeitszimmer von Carl Orff (v. links): Judith Janowski (neue Generalsekretärin der Carl-Orff-Stiftung), Bürgermeister Hebert Kirsch (Vorsitzender im Kuratorium), Axel Linstädt (Vorstand Stiftung) und Professor Wilfried Hiller (Vorsitzender der Carl-Orff-Stiftung).

Dießen – Eine neue Generalsekretärin, konkrete Pläne für die Zukunft und das „Rad der Fortuna“ als Skulptur und Glücksbringer im Garten – es tut sich was bei der Carl-Orff-Stiftung. Das wurde bei einem Pressegespräch im Anwesen des berühmten Komponisten am Ziegelstadel 1, wo Carl Orff (1895-1983) viele Jahre lebte und arbeitete, deutlich. Heute befindet sich dort der Sitz der Stiftung. Ganz wie es Tradition war zu Lebzeiten Orffs, versammelten sich die Besucher im „Blauen Salon“ des Wohnhauses, um Neues über die Personalsituation der Stiftung und über künstlerische Projekte, die in den kommenden Monaten geplant sind, zu erfahren.

Die neue Generalsekretärin Judith Janowski, Nachfolgerin von Ute Hermann, sieht sich selbst als stiftungsinterne „Kommunikationsschnittstelle“ und als Kontaktstelle nach außen. Ihre Aufgabe sieht sie in der Förderung der praktischen Umsetzung von Ideen und Konzepten von Vorstand und Kuratorium. Seit drei Jahren engagiert sich die 48-Jährige aus München außerdem zugunsten der Konzertreihe „AMMERSEErenade“ und ist Geschäftsführerin des Münchner Odeon-Jugendsymphonieorchesters. „Hier am Ziegelstadel in Dießen, dem Sitz der Stiftung, läuft alles zusammen“, betont sie.

Seit 2013 seien bereits gut eine Million Euro aus dem Stiftungsvermögen in die Sanierung und Ausstattung des Orff-Anwesens geflossen, so Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch, der zugleich Vorsitzender des Stiftungskuratoriums ist. „Wir können uns glücklich schätzen, Orffs Wohn- und Arbeitshaus hier in Dießen zu haben.“ Der Bestand sei gesichert, betonte Kirsch, nun sei es an der Zeit, ein Konzept für die Zukunft vorzulegen und das Anwesen für Musikfreunde und Bürger zu öffnen. Dies entspreche auch dem testamentarischen Willen von Lieselotte Orff. Die Witwe des berühmten Komponisten, und Ehrenbürgerin der Gemeinde Dießen, war 2012 verstorben.

Zwei Veranstaltungen sind bereits geplant. Wie Kristina Gerhard, Leiterin des Carl-Orff-Museums in Dießen ankündigte, findet zum Internationalen Museumstag am 21. Mai ein Spaziergang vom Museumsstandort an der Hofmark hinauf zum Orff-Anwesen am Ziegelstadel statt. Dort kann auch das im Stil der 50er Jahre, bis ins Detail originalgetreu restaurierte Arbeitszimmer des großen Meisters besichtigt werden.

Zwei Tage vor dem 122. Geburtstag Orffs, am 8. Juli, soll im Rahmen eines Orff-Fests im Garten des Anwesens eine 3,50 Meter hohe Bronzeskulptur aus der Werkstatt der Bildhauerin Antje Tesche-Mentzen enthüllt werden. Sie zeigt das „Rad der Fortuna“, auf dessen Speichen sich Textausschnitte aus Orffs Werken befinden. Das Motiv, so Professor Wilfried Hiller, Vorstandsvorsitzender der Carl-Orff-Stiftung, habe für den Komponisten eine besondere Bedeutung gehabt: „Fortuna hatte es mit mir gut gemeint, als sie mir einen Würzburger Antiquariatskatalog in die Hände spielte, in dem ich einen Titel fand, der mich mit magischer Gewalt anzog: Carmina Burana“, schrieb Carl Orff in seinen Erinnerungen über die Entdeckung der Benediktbeurer Handschrift, die Grundlage seines bekanntesten Werkes wurde, in dem die Göttin eine bedeutende Rolle spielt. Ausschnitte aus Carmina Burana, sollen beim Orff-Fest am 8. Juli – 80 Jahre nach deren Uraufführung in Frankfurt – ebenso aufgeführt werden wie Ausschnitte aus Vokalwerken die in Dießen entstanden sind.

Und noch eine gute Neuigkeit: Allen Querelen in der Vergangenheit zum Trotz, soll es 2018 wieder Carl-Orff-Festspiele geben. „Verhandlungen mit Orchestern und Schauspielern laufen bereits“, so Hiller. Unterstützung bekommt die Stiftung von Kulturveranstalter Florian Zwipf-Zaharia. Als Veranstaltungsorte kann sich die Stiftung den Floriansstadl in Andechs, das Prinzregententheater in München oder auch „ein Zelt in Dießen“ vorstellen.

Ursula Nagl

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