"Angemessen" und "dezent"

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Das Orffsche Anwesen am Ziegenstadl in Dießen: Mit der Sanierung und Erweiterung des Wohnhauses kann begonnen werden.

Dießen – Die Carl-Orff-Stiftung hat sich nach dem Tod von Lieselotte Orff im September 2012 entschlossen, das Orff-Anwesen am Ziegel- stadel 1 in Dießen „zu bewahren“, und sowohl das Ar- beitshaus des Komponisten Carl Orff (1895-1982) als auch dessen Wohnhaus vollständig zu sanieren. Bürgermeister Herbert Kirsch berichtete in der vergangenen Woche vor dem Bauausschuss über den Stand der Arbeiten. Orff lebte ab 1955 bis zu seinem Tode im Jahr 1982 auf seinem Anwesen in Dießen.

Die Sanierung des Arbeitshauses konnte bereits erfolgreich abgeschlossen werden. Auch die Konservierung sowie Restaurierung des Arbeitszimmers im Obergeschoss wurde mittlerweile fertiggestellt. Im Erdgeschoss ist die Carl-Orff-Stiftung mit ihren Büros eingezogen. Teile des Anwesens, mit dem Arbeitszimmer als Höhepunkt, sollen später der Öffentlichkeit im Rahmen von Füh- rungen zugänglich gemacht werden. Außerdem sollen im Wohnhaus wieder Gäste beherbergt werden, wie es bereits zu Lebzeiten Orffs üblich war. Die Gästezimmer sollen zu diesem Zweck nach den heutigen Standards modernisiert und mit Bädern ausgestattet werden. 

Das Dachgeschosszimmer von Orffs Mutter Paula (1872-1960) soll zu einem kleinen Gästeapartment umgebaut und der Speicher zu einem weiteren, dringend benötigten Büro ausgebaut werden. Im Keller ist der Einbau eines Duschbads geplant. Außerdem erfolgt eine energetische Sanierung und Erfüllung der Brandschutzauflagen. Zu diesem Zweck muss unter anderem die Toranlage und die Zufahrt verbreitert werden. Die Fenster auf der Westseite werden vergrößert und als zweiter Rettungsweg nutzbar gemacht. Außerdem soll die Wegebeleuchtung auf dem Anwesen erneuert und ergänzt werden. Insgesamt wird die Gesamtwohnfläche beider Häuser durch die Sanierung von bisher 362 auf 413 Quadratmeter erhöht. 

Grundsätzlich, so die im Bauantrag formulierte Absicht der Stiftung, soll das gesamte Objekt „dem Kulturgut angemessen“ behandelt und „entsprechend dezent“ saniert und modernisiert werden. Seitens des Bauamtes wurde „die hohe künstlerische und kulturhistorische Bedeutung“ des Carl-Orff-Anwesens hervorgehoben, das „außerordentlich erhaltens- und schützenswert“ sei. Trotzdem wollte Erich Schöpflin (SPD) wissen, ob die genannten Maßnahmen mögli- cherweise „ein erster Schritt“ zu einer weiteren Bebauung des mehrere Hektar großen Geländes unterhalb des Schatzberges sei. Dass es im Stif- tungskuratorium Diskussionen über die Verlegung des Carl-Orff-Museums von der Hofmark hinauf an den Ziegelstadl geben könne, wollte Bürgermeister Herbert Kirsch, der selbst Kuratoriumsmitglied ist, nicht ausschließen. Allerdings werde es sich dabei wohl nicht um ein separates Museumsgebäude handeln, so Kirsch. 

Schließlich müsse eine Nutzungserweiterung auch zur Identität des Anwesens passen und dessen eigenen musealen Charakter erhalten. Weiter reichende Pläne des Kuratoriums würden dem Bau- und Umweltausschuss selbstverständlich sofort vorgelegt, versprach der Bürgermeister.

Ursula Nagl

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