Chaos-Konzept färbt ab – HSB mit 110:97 gegen Rattelsdorf

„Gewonnen ist gewonnen“, könnte man sagen. Und vielleicht ist ein 110:97 auch ein gutes Ergebnis, aber ein gutes Basketballspiel gab es an diesem zehnten Spieltag der Regionallige Südost nicht zu sehen. Zu sehr hatten die SpVgg Rattelsdorf Independents den Heimerer Schulen Basket Landsberg ihr Spiel aufgedrückt, haben sich die Gastgeber dem enormen Tempo der Gäste angepasst und damit die permanenten Ballverluste auf beiden Seiten in Kauf genommen

. Da konnte HSB-Trainer Alexander Kharchenkov nicht zufrieden sein mit dem Spiel seiner Männer. Zehn Minuten, gab er am Ende zu Protokoll, seien „in Ordnung“ gewesen. Die restlichen 30 Minuten Spielzeit waren geprägt von Schnellangriffen beider Seiten, die aber nur im vierten Abschnitt zu einer Punkteaufstockung für die Landsberger führte. Das Gehake unter den beiden Körben konnte aber nicht wirklich als Rebound bezeichnet werden. Eher zufrieden zeigten sich die Vertreter der Gegner. Deren Co-Trainer verwies auf seine sehr jungen Spieler und auf deren „Chaos-Konzept“, das nur von Schnelligkeit lebt. Am Ende war man sogar stolz darauf, dass man mit den heimstarken Landsbergern zumindest habe mithalten können. Und wenn die Dreier-Würfe in der Reuse gelandet wären, die die Rattelsdorfer in der zweiten Spielhälfte daneben gelegt hatten, dann wäre es eng geworden für Landsberg. Im Block wechseln So aber wartete die „Wundertüte“ Rattelsdorf von Beginn an mit einer unorthodoxen Spielweise auf. Gewechselt wurden nicht einzelne Spieler, sondern fast wie beim Eishockey nach zwei, drei Angriffen die gesamten Fünf. Das führte natürlich beim Gegner zu einiger Verwirrung, bis jeder Spieler wieder „seinen“ Mann ausgemacht hatte. Aber die Rattelsdorfer machten es mit ihrer Pressdeckung Gastgeber HSB wiederum leicht. Denn war der direkte Mann ausgespielt, war der Raum frei. Dies allerdings nutzten die Landsberger viel zu wenig aus. Wie überhaupt die eklatanten Schwächen des Gegners zum Beispiel unter dem Korb dem eigenen Punktekonto kaum zugute kamen. Zu oft wurden Rebounds vertendelt, erreichten Pässe nicht den eigenen Mann oder gingen ins Aus. Dabei führte Landsberg ab der dritten Minute, aber nie mit großem Vorsprung. Dafür trafen die Gäste zu oft von der Dreierlinie, und die Freiwurf-Ausbeute der Landsberger war zu schlecht. Nach 20 Minuten Spielzeit hieß es 56:60. Im dritten Viertel kam die Foulbelastung von Thornton und Boucher dazu, was für Letzteren kurz vor Ende des Viertels das Aus bedeutete. Aber auch Rattelsdorf brach ein, die Dreier-Würfe gingen immer mehr daneben. Das Pressing riss Lücken, die vor allem Lukas Klocker mehrere Male hintereinander zu nutzen wusste. Über ein 83:74 zur dritten Viertelpause, kam man zu einem 97:79 sechs Spielminuten später. In dieser Phase schickten die Landsberger teilweise nur einen Mann in den Angriff, der kaum behelligt unter den gegnerischen Korb gelangte und die beiden Punkte einfuhr. Disziplin, ein ruhigerer Spielaufbau und konsequentes Zeitausspielen hätten vielleicht auch nur das gleiche Ergebnis gebracht. Aber es wäre ein schöneres Basketballspiel gewesen…

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