Charmante Konkurrenten – Herkomer-Konkurrenz 2009 bringt 71 Automobile auf die Straße

Vor dem Mutterturm, den der Künstler Sir Hubert von Herkomer zu Ehren seiner Mutter von 1884 bis 1888 bauen ließ, treffen am Donnerstagmittag die Teilnehmer zur Herkomer-Konkurrenz 2009, der Oldtimer-Rallye für Automobile mit Baujahr bis 1930, ein. Nach diesem Stelldichein vor historischer Kulisse geht es am Freitag und Samstag auf Tour durch die Region und das in zwei Etappen – bei der Traditionsstrecke durch die bayerisch-schwäbische Heimat von Herkomers am Rande des Allgäus und der Fahrt durch die Lech-Ammersee-Region. Höhepunkt ist der Zieleinlauf und die Automobilschau am Samstag auf dem Hauptplatz.

Ferraris, Jaguars und Porsches sind nicht zugelassen, stellt Journalist Ulf von Malberg, der die Fahrt leitet, klar. Die sind nämlich zu jung. „Nur“ Fahrzeuge, die bis 1930 gebaut wurden, ist die Teilnahme erlaubt. An den Start gehen 71 Oldtimer – darunter sind solche von Rolls Royce, Mercedes, Renault und Ford. "Ausreichende" PS Die Pferdestärken, die diese Autos mitbringen, sind sehr unterschiedlich. Bei einigen Schmuckstücken gibt man die PS-Zahl mit „ausreichend“ an. Andere bringen sieben Pferdestärken auf, die kraftvollsten schaffen es auf über 90 PS. Doch darum geht es bei der Herkomer-Konkurrenz wohl weniger als um den Charme, die die Gefährte ausmachen. Durch viele Landkreisgemeinden wird diese charmante Art des Fahrens führen und einen Blick auf die „Urväter des Automobilbaus“, wie sie von Malberg nennt, ermöglichen – besonders am Samstag, wenn die zweite Etappe „Lech-Ammersee“ gefahren wird. Genau hinschauen können Interessierte dann am Samstagnachmittag auf dem Hauptplatz. Dort laufen die Oldtimer ins Ziel ein und päsentieren sich. Neben den Wagen aus alten Zeiten wird auch eine Neuwagenausstellung von Landsberger Autohäuser zu sehen sein. Die jetzt alle zwei Jahre stattfindende Rallye hat nicht nur geschichtsträchtige Autos sondern auch viel Tradition zu bieten: 1905 starteten 91 Teilnehmer zur ersten Herkomer-Konkurrenz. „Man kann sie durchaus als erste Tourenwagen-Rallye der Welt bezeichnen.“, erklärt der Fahrtleiter dazu. Einen Wettbewerb mit absolut alltagstauglichen Fahrzeugen wollte Hubert von Herkomer (1849 bis 1914), der auch Autonarr war, damals ins Leben rufen. Dreimal fand die Wettfahrt statt, was von vorneherein so vorgesehen war. Seit 1997 gibt es die Herkomer-Konkurrenz wieder – unter der Leitung von Malberg. Die modernen Fahrten führen über kürzere Distanzen und wurden zunächst für Fahrzeuge bis Baujahr 1918 ausgeschrieben. Man begann mit rund 30 Automobilen. Seit dem Hundert- jährigen sind Autos, die bis 1930 gebaut worden, zugelassen. In den letzten Jahren stieg die Teilnehmerzahl kontinuierlich. Von der Vielzahl der angemeldeten Fahrzeuge in diesem Jahr war (Auto-)Sportexperte von Malberg überrascht und erklärt: „Wir hätten noch mehr Interessenten angenommen, aber leider lassen die Platzverhältnisse eine größere Anzahl von Teilnehmern nicht zu. Noch nicht...“ Das letzte Mal Fahrtleiter Von Malberg wird die Herkomer-Konkurrenz, nun „beruhigt in jüngere Hände“ legen. Seine Nachfolger, die die rallyetechnische Leitung übernehmen werden, möchte der 74-Jährige bei der diesjährigen Siegerehrung bei der Gala am Samstagabend, verkünden. Finanzieller Träger der Rallye und für die weitere Organisation verantwortlich ist die Stadt Landsberg. Die Schirmherr der Herkomer-Konkurrenz hat Leopold Prinz von Bayern. Der Einladung dazu, sei er gern nachgekommen – Mitglieder seiner Familie seien ab 1905 im Ehrenkomitee der Veranstaltung gewesen, erzählt der Prinz.

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