KREISBOTEN-Serie Feuerwehrkommandanten im Landkreis

Chef einer "coolen Truppe": Feuerwehrler Robert Eldner aus Pitzling

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Chef einer „coolen Truppe“: Feuerwehrkommandant Robert Eldner.

Pitzling – Mit gut 600 Einwohnern ist der Landsberger Ortsteil Pitzling ein kleines Dorf. Das heißt aber nicht, dass die Feuerwehr nicht beschäftigt ist, denn die Floriansjünger werden oft zu Einsätzen rund um die Lechstadt gerufen. Kommandant Robert Eldner sorgt für den reibungslosen Ablauf.

Schon als kleiner Bub schaute der heute 27-Jährige mit großen Augen zu, wenn die Feuerwehr Übungen oder Leistungsprüfungen durchführte. Kein Wunder, denn sowohl seine Mutter als auch ein Onkel waren aktive Floriansjünger. Doch zu seinem Beitritt musste er tatsächlich erst aufgefordert werden. Als die örtliche Feuerwehr vor rund zwölf Jahren ein Nachwuchsproblem prognostizierte, gingen sie im Ort, wie die Zeugen Jehovas, von Tür zu Tür und sprachen die jungen Leute an. Aber im Gegensatz zu Vertretern der Religionsgemeinschaft stieß ihre Botschaft nicht auf taube Ohren, wie Robert Eldner erzählt: „Ich wurde quasi rekrutiert und wir wurden dann eine richtig coole Truppe. Wir waren ein gutes Dutzend Jugendliche, darunter fast die Hälfte Mädels, im selben Alter. Wir sind als Gruppe wirklich zusammengewachsen, auch außerhalb der Feuerwehr. Da wurde am Wochenende gemeinsam am Lech gegrillt und lauter so Sachen. Ich habe wirklich tolle Erinnerungen an die Zeit und würde es wieder so machen.“

Viele von damals sind heute noch mit dabei, Stellvertreter Valentin Robl zum Beispiel. Die Feuerwehr Pitzling ist von daher heute eine ziemlich junge Mannschaft, die sich schon seit Jahren kennt und gemeinsam die Ausbildung durchlaufen hat. Das schweißt zusammen und Endler spricht von einer „verschworenen Gemeinschaft“.

27 Aktive sind derzeit bei der Feuerwehr Pitzling, vier weitere befinden sich in der Ausbildung. Ein Problem besteht allerdings: Bei den 30- bis 40-Jährigen klafft ein großes Loch in Truppe. Damit das nicht noch einmal passiert, möchte Endler die Aktion von vor einigen Jahren gerne wiederholen, um jetzt schon Jugendliche für die Feuerwehr der Zukunft zu begeistern: „Ja klar, zur Not gehe ich auch selbst von Tür zu Tür und leiste Überzeugungsarbeit. Aber jeder, der Interesse hat, kann sich auch direkt bei uns melden. Wir würden uns freuen, wenn wir wieder so eine coole Jugendgruppe auf die Beine stellen könnten.“

Gemeinsame Feuertaufe

Der erste Einsatz der jungen Feuerwehrleute war tatsächlich ein großer Brand in einem Pitzlinger Wohngebiet, wie er nur selten vorkommt. Robert Eldner schaut zurück: „Das war wirklich aufregend. Wir durften zwar nur zuschauen, aber wir sahen nun mal den Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Nicht alles läuft immer so, wie man es bei einer Übung gelernt hat. Das war eine Feuertaufe für uns alle. So einen Brand habe ich vielleicht zwei- oder dreimal erlebt.“

Das Engagement ist bei den Feuerwehrleuten von Pitzling ohnehin überdurchschnittlich. Auf dem kleinen Feuerwehrauto haben nur sechs Einsatzkräfte Platz. Das führt dazu, dass viele mit ihren Privatwagen zum Einsatzort fahren, um vor Ort zu helfen. Welche Einsätze in letzter Zeit gemacht wurden, lässt sich bequem auf der Internetseite der Feuerwehr Pitzling einsehen: 4. August - Technische Hilfeleistung/Landsberg Hindenburgring. 3. August - Brandeinsatz/Landsberg Ludwig­straße. 31. Juli - Technische Hilfeleistung/Landsberg A96 und so weiter. So viel Transparenz ist auch nicht allerorten üblich.

Nach vielen Jahren im aktiven Dienst, unter anderem auch als Atemschutzgeräteträger, wurde Robert Eldner schließlich 2018 gefragt, ob er nicht als Kommandant die Einsätze leiten wolle. Er musste nicht lange überlegen, denn die nötigen Qualifikationen hatte er in der Tasche. Er sagte zu und hat es nie bereut: „Gerade die Zusammenarbeit Valentin Robl ist super. Er hat viele Ideen und nimmt mir wirklich Arbeit ab. Wir ergänzen uns gegenseitig sehr gut. Und vom Verein erhalten wir auch jede Unterstützung.“

Dieser Verein wurde 2015 gegründet; Robert Eldner und seine ehemalige Jugendtruppe waren selbstverständlich Gründungsmitglieder. Durch Corona sind nun leider viele Übungen, Aktivitäten und Feste ausgefallen und darunter litten die Kameraden natürlich. Die erste gemeinsame Übung konnte unter Auflagen Ende Juli endlich wieder stattfinden. „Es war toll mal wieder die anderen zu sehen und miteinander zu sprechen. Diese Übungen sind ja auch wichtig für den Zusammenhalt und die Kommunikation. Wir nehmen dann auch gerne mal unser Feuerwehr-Boot und fahren auf den Lech hinaus. So verknüpfen wir ernsthaftes Training mit Annehmlichkeiten“, erzählt Eldner.

Torwart & Autoschrauber

Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Freundin beim Baden am Ammersee oder beim Wandern in den Bergen. Beim FC Stoffen steht Eldner im Fußballtor und muss auch hier Schlimmeres verhindern. Der gelernte Kfz-Mecha­troniker und leidenschaftliche FC Bayern-Fan hat aber auch mit dem Fuhrpark der erweiterten Familie viel zu tun, denn natürlich wird er um Rat und Tat gefragt, wenn es um die Autos geht. „Das mache ich aber gerne, kein Problem. Ich repariere alles, was ohne Hebebühne erledigt werden kann. Die Familie freut sich.“

Bis auf die Nachwuchssorgen bei der Wehr läuft es nach Plan bei Kommandant Robert Eldner. Seine zwei jüngeren Brüder, Zwillinge, konnte er aber schon vor Jahren erfolgreich zu Feuerwehr bringen. Und ansonsten heißt es im Oktober halt Klinken putzen in Pitzling.
Dietrich Limper

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