Unter dem gelben Stern

Landsberg: Jugendchor DoReMi überzeugt mit "Anne Frank"

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Der Jugendchor DoReMi und Tänzerinnen der Ballettschule Hamm spielten das Musical "Anne Frank" im Stadttheater.
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Der Jugendchor DoReMi und Tänzerinnen der Ballettschule Hamm spielten das Musical "Anne Frank" im Stadttheater.

Landsberg – „Wir hätten gerne Antworten“ fordern im Musical „Anne Frank“ drei Jugendliche. Sie leben heute – so wie die Chormitglieder des Chors DoReMi und die Tänzerinnen der Ballettschule Hamm, die unter Leitung von Silvia Elvers und Regie von Andreas Walch das Musical aufführten. Ein bewegendes Stück, das Parallelen zu heute zeigt.

Kein leichtes Thema, dass sich die Aufführenden da vorgenommen haben. Denn da ist dieser Widerspruch: Anne Frank, deren Tagebuch die Welt erschüttert. Die Anne, die sich in Amsterdam mit ihrer Familie verstecken muss. Und die 1944 ins KZ Bergen-Belsen kommt, wo es 1945 stirbt. Und da ist Anne, das ganz normale 14-jährige Mädchen aus Frankfurt. Das Unsinn macht, laut und wild ist, gegen die Eltern rebelliert und sich verliebt. Das ihrem Tagebuch „Kitty“ Sorgen und Freuden anvertraut. Und das Lebensfreude hat, so viel, dass es selbst bedrückenden Situationen mit Humor begegnen kann.

In der Premiere brilliert hier stimmlich und schauspielerisch Sara Beckmann, wenn sie zum Beispiel in bester Kabarett-Manier Werbung für die Unterkunft mit Fließend Wasser – auch an den Wänden – und die gesunde Küche – fettfrei – wirbt. Beckmann überzeugt auch, wenn sie sich frisch verliebt mit Peter in einem Schlupfwinkel trifft. Dann entsteht Poesie in Situationen, deren rahmen die Unmenschlichkeit bildet.

Das Bühnenbild punktet durch ein gelbes Dreieck, das vom Bühnenhimmel hängt und sich zum Haus, aber auch zum Judenstern wandelt. Eine gelungene Regie-Idee ist es, „Kitty“ als Mädchen auftreten zu lassen – natürlich im selben Karomuster wie der Bucheinband. Der Chor und die Tänzerinnen begleiten die Dialoge szenisch, tänzerisch und musikalisch. Zum Beispiel, wenn sich Anne mit dem Rücken zum Publikum wäscht und der Chor ihr Spiegelbild wird. Oder wenn die Juden fliehen und ‚steckenbleiben‘: steif in ihrer Position verharrend.

Gerne hätte man sich die Stimmen lauter gewünscht. Schön wäre mehr Fluss gewesen: Walch trennt die Handlung in kurze Szenen, die wegen der vielen Schauspieler, aber auch wegen des Bühnenumbaus nicht nahtlos aufeinanderfolgen können – und deshalb die Stimmung brechen. Aber wenn man sieht, mit welcher Leidenschaft und mit welchem Können die Jugendlichen dabei sind, vergisst man das sofort.
Susanne Greiner

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