KREISBOTEN-Serie Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten:

Chorleiterin mit Leidenschaft: Andrea Finsterwalder aus Denklingen

Andrea Finsterwalder (links stehend)  und der Chor „Spirit of Joy“
+
Gruppenbild mit der Chefin. Andrea Finsterwalder (links stehend) und der Chor „Spirit of Joy“ – auf dem Bild nach einer Aufführung in der Wieskirche.

Denklingen – 37 Jahre ist sie Chorleiterin; zeitweise hatte sie drei Ensembles zugleich: Für Andrea Finsterwalder aus Denklingen ist die Musik das einzige Hobby, aber dafür genauso zeitintensiv wie wertvoll. Bekannt ist sie vor allem als Dirigentin und Impulsgeberin beim Chor „Spirit of Joy“. Für ihren Einsatz hat sie – wie fünf weitere engagierte Ehrenamtliche aus der Gemeinde – das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten bekommen. 

Vom Kinderchor über die jugendliche Gesangsgruppe bis zum Frauenbundchor: Die Proben und Auftritte sind kaum zu zählen. Die Sängerinnen des Jugendchores haben sich, als sie erwachsen waren, einen neuen Namen gegeben: Die Gesangsformation heißt seitdem „Spirit of Joy“, was übersetzt so viel wie Geist der Freude bedeutet.

Freude vermitteln

Und die Freude wollen sie bei ihren Aufführungen vermitteln. Meistens sind sie in der Kirche zu hören. Ein Gottesdienst – wie zum Beispiel zur Motorradsegnung – wird von der bekannten Formation ebenso gestaltet wie eine Hochzeit, eine Messe in der Wies oder auch Ständchen. Im Jahr kommt meist ein Dutzend Auftritte zusammen.

Zu Zeiten des Coronavirus liegen das Singen im Chor und das Pflegen der Geselligkeit brach. Zuvor wurde meist wöchentlich geprobt; vor Auftritten wurden zusätzliche Übungsstunden eingeschoben. Trotz der vielen Jahre als Impulsgeberin und der jetzigen Zwangspause betont Andrea Finsterwalder: „Ich verspüre noch keine Müdigkeit“. Dabei ist sie immerhin 62 Jahre.

Wichtig ist ihr, dass die Frauen und die (wenigen) Männer des Ensembles gern zur Probe kommen und dass die Stücke bei den Aufführungen gut klappen. Wichtig sei auch der Zusammenhalt im Chor.

Familiär geprägt

Andrea Finsterwalder, die verheiratet ist, einen erwachsenen Sohn hat und Mitarbeiterin bei der Postbankfiliale in Landsberg ist, wurde familiär geprägt. Ihr Vater war Organist und Chorleiter. Der hatte zuerst den Kinderchor geleitet, bevor sie ihn übernahm. Als Instrument spielt sie die Gitarre. Damit lässt sich bei Bedarf gut begleiten. Mit der 30-köpfigen Gruppe „Spirit of Joy“ erarbeitet sie drei- und vierstimmige Sätze.

Die Literatur ist querbeet. Der Schwerpunkt liegt eher auf modernen Liedern. Die meisten Aktiven sind aus Denklingen; einige kommen auch aus Leeder. Mit dabei ist auch ihr Bruder Karlo Linder. Ein Anliegen ist es Andrea Finsterwalder, die Stücke instrumental zu unterlegen. Das kann eine Melodie auf der Flöte sein, (Sabine Stevens); damit meint sie aber auch das Cajon (Petra Michl) zur rhythmischen Untermalung. Manuel Ambos, 25 Jahre alt, greift am E-Piano in die Tasten oder schlägt mal bei einem kirchlichen Auftritt zum Ein- oder Auszug die Orgel. Der junge Mann unterstützt die musikalische Leiterin auch beim Einsingen und Einstudieren.

Bei der Frage, ob sie einen Lieblingskomponisten habe, überlegt Andrea Finsterwalder eine Weile. Das könne sie so nicht sagen. Sie sei offen für alles – auch wenn sie Musik im Radio höre. Die Palette bei den Stücken sei breit gefächert. Dann fällt ihr aber doch ein spezieller Titel ein: der lyrische Song „Wunder geschehn“ von Nena.

Die große Hoffnung von Andrea Finsterwalder ist, dass sie heuer in der Musik („Das ist mein einziges Hobby.“) nach der Corona-­Zwangspause wieder Impulse geben kann und die Probenarbeit mit dem Chor „Spirit of Joy“ endlich wieder aufnehmen kann. Sängerinnen und Sänger sollen genauso wie Besucher bei Auftritten sehen und hören, dass sie die musikalische Arbeit unvermindert mit Elan angeht und dass sie auch nach 37 Jahren als Chorleiterin noch keine Müdigkeit verspürt.
Johannes Jais

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wegwerfen wird um ein Drittel teurer
Landsberg
Wegwerfen wird um ein Drittel teurer
Wegwerfen wird um ein Drittel teurer
Dießener „Gewächshaus“ in der nächsten Gerichts-Runde
Landsberg
Dießener „Gewächshaus“ in der nächsten Gerichts-Runde
Dießener „Gewächshaus“ in der nächsten Gerichts-Runde
»Mr. Diez« ist neuer Vorsitzender des Heimatvereins
Landsberg
»Mr. Diez« ist neuer Vorsitzender des Heimatvereins
»Mr. Diez« ist neuer Vorsitzender des Heimatvereins
Stellenabbau und Umsatzminus: Hirschvogel kämpft mit Marktwandel
Landsberg
Stellenabbau und Umsatzminus: Hirschvogel kämpft mit Marktwandel
Stellenabbau und Umsatzminus: Hirschvogel kämpft mit Marktwandel

Kommentare