Landratsamt stoppt Wegebau

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Damit ist vorerst Schluss: Auf dem Areal der Baustoffhandel Thaining Kirchner GmbH darf Bauschutt weder gebrochen noch in die Wege eingebracht werden.

Thaining – Der Geschäftsführer der „Baustoffe Thaining Kirchner GmbH“ ist offenbar einer, der gerne die Hemdsärmel hochkrempelt und kräftig zupackt: Christian Kirchner will seine Firma im Nordosten der Gemeinde erweitern und neu erschließen. Derzeit aber ruht die Baustelle. 

„Unser Verkehr muss endlich raus aus dem Dorf“, sagt Kirchner und blickt dabei auf seinen „Wegebau“. Da allerdings geht’s seit Mitte August nicht mehr weiter, das Landratsamt hat dem geschäftigen Treiben ein Ende gesetzt: keine Genehmigung, kein Nachweis über die dort eingebrachten Materialien.

Kirchner kann die ganze Aufregung nicht wirklich verstehen und weiß, dass seine Erweiterungsabsichten vor allem in der Nachbarschaft nicht gut ankommen. So appellieren etwa Christian Vierlinger und Petra Arzten­hofer in einem Brief an Bürgermeister Leonhard Stork und die Gemeinderatsmitglieder, darauf zu achten, dass weitere Expansionen in dem dafür ausgewiesenen Gewerbegebiet im Südosten stattfinden. Dass ein Unternehmen sich die Freiheit nehmen könne, die planerischen Tätigkeiten der Ge­- meinde ohne Genehmigungen zu unterlaufen, sei für den Bürger nicht nachvollziehbar.

Für den Gemeindechef ist die Entwicklung durchaus erfreulich, er stellt sich hinter den Traditionsbetrieb. Natürlich müsse da alles seine Ordnung haben, schickt er voraus, aber wenn Kirchner sein Vorhaben eines Tages umgesetzt hat, dann sei das gut für Thaining, weil weniger Schwerlastverkehr durch den Ort führe.

Doch der Bau der neuen Verkehrsanbindung ist jetzt ins Stocken geraten, da Kirchner ent­sprechende Nachweise nicht vorlegen kann. Nur dann sei es zulässig, Bauschutt beim Wegebau einzusetzen, erklärt Wolfgang Müller, Pressesprecher im Landratsamt Landsberg. Es sei „augenscheinlich“, dass Kirchner vor Ort gebrochenen Bauschutt eingebracht habe, der mit Metall, Altholz, Kabelresten und sogar Asphalt durchsetzt ist. Das Landratsamt habe den Weiterbau bei „Androhung von Zwangsgeld in erheblicher Höhe“ untersagt.

Erst wenn Kirchner Herkunftsnachweise zu dem ab- und auch eingelagerten Bau­schutt sowie ein Sachverständigengutachten vorlegt, kann’s weitergehen. „Das ist alles schon in die Wege geleitet, es wird sich als unbedenklich erweisen“, gibt sich der Geschäftsführer zuversichtlich.

Auch der Bauantrag für die Erweiterung sei in Arbeit und werde demnächst eingereicht. Christian Kirchner will auf dem „im Flächennutzungsplan bereits als Gewerbegebiet ausgewiesenen Areal“ (Stork) eine Baustoffhalle mit angeschlossener Werkstatt samt Waschanlage und Tankstelle errichten. Der Baustoffhandel beschäftige derzeit 28 Mitarbeiter, im Fuhrpark stünden 30 Fahrzeuge.

Toni Schwaiger

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