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Christina Hafner träumt vom „Fräulein Kurvig“-Titel

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Von: Ulrike Osman

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Christine Hafner - Landsberg - Fräulein Kurvig
Christine Hafner hat sich beim Kurvig-Modelwettbewerb gegen 1.700 Konkurrentinnen durchgesetzt. ©  Hauptmanns

Landsberg – Groß, dünn, am besten mit Konfektionsgröße 34 – nicht nur, wer so aussieht, kann ein erfolgreiches Model werden. Das beweist die Misswahl „Fräulein Kurvig“. Der nach eigener Aussage deutschlandweit einzige Modelcontest im Bereich Plus Size und Diversity sucht „Deutschlands schönste Kurven“. Unter 1.700 Bewerberinnen hat es eine Landsbergerin unter die letzten zwölf geschafft. Am Samstag, 1. Oktober, steht sie im Finale.

„Ich dachte, ich mach‘ das einfach mal“, erzählt Christine Hafner. Sie schickte eine Bewerbung los und landete prompt in der engeren Auswahl. Mit etwa 100 weiteren Kandidatinnen wurde die 41-Jährige zu einem persönlichen Vorstellungstermin nach Düsseldorf eingeladen. Auch da überzeugte sie die Jury – und reist nun zur Fashiongala nach Mönchengladbach, wo die Endausscheidung stattfindet. Neben der Chance auf den Titel „Fräulein Kurvig“ könnte sie mit einem Modelvertrag nach Hause kommen.

„Das stelle ich mir noch gar nicht vor“, sagt die Landsbergerin. Gleichzeitig macht Hafner aber kein Hehl aus ihrem Ehrgeiz. Zwar sei allein das Dabeisein schon ein Geschenk – „davon kann ich noch meinen Enkeln erzählen“ –, doch gewinnen möchte sie auch.

Sich wohlfühlen

Mit einer Größe von 1,82 Meter und Konfektionsgröße 46 passt Christine Hafner bestens ins Konzept der „Fräulein Kurvig“-Modelagentur. Denn dort sucht man Frauen von Größe 42 aufwärts, die Charisma haben, ihre Kurven auf dem Laufsteg in Szene setzen wollen und können und zudem auch Vorbild für andere sein möchten. Im Fachjargon ausgedrückt: ‚Body Positivity‘ ist das große Thema. „Man soll sich wohlfühlen in seinem Körper und das auch ausstrahlen“, sagt die ehemalige Bäckereifachverkäuferin. „Es geht um das Gesamtpaket.“

Dass sie „fein mit sich“ ist, glaubt man der Landsbergerin Christine Hafner mit ihrer warmen, gelassenen Ausstrahlung aufs Wort. Doch das war nicht immer so. „Das musste ich lernen“, erinnert sich die zweifache Mutter. Als Kind war sie allein durch ihre Größe anders als die anderen, überragte alle Mädels in ihrer Klasse und auch die meisten Jungs. Später kamen dann noch die Kurven dazu, die nicht dem entsprachen, was die Gesellschaft an Schlankheitsidealen vorgab. Mit Diäten hat sich die Landsbergerin dennoch nie gequält. Und irgendwann merkte sie schließlich, dass es durchaus auch positive Seiten hat aufzufallen. „Mit der Zeit findet man es cool.“

Bevor Christine Hafner am Samstag in Mönchengladbach auf dem Laufsteg Alltags- und Abendmode, Hochzeitskleider und Dessous präsentiert, stehen ihr zwei spannende Tage im Model-Trainingscamp bevor.

Der glamouröse Auftritt

Dort erhalten die Finalistinnen Catwalktraining und Coachings über Make-up, Body Positivity, Umgang mit der Presse, ja sogar Überlebenstraining mit einer Bundespolizistin und Personenschützerin, bevor sie einen Abend lang das komplette Model-Leben von der Anprobe bis zum glamourösen Auftritt durchlaufen.

„Ich freue mich riesig“, sagt Christine Hafner. Und egal, wie‘s ausgeht – einen beruflichen Neustart wird sie in jedem Fall machen. Demnächst beginnt sie eine Umschulung zur Mediengestalterin.

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