City Management: Was kann Landsberg erzählen?

Rosenheim hat die Rose zum Erkennungsmerkmal erhoben und vermarktet sich mit ihr. Welche Geschichte könnte Landsberg erzählen, damit sie noch attraktiver für Besucher und Einkaufskunden wird? Diese Frage ist vergangene Woche beim ersten Veranstaltungsabend des Vereins „City Management Landsberg“ diskutiert worden. CMLL-Vorsitzender Peter Purrmann und Stellvertreterin Brigitte Holler hatten ins Sportzentrum geladen, um ihren neu gegründeten Verein vorzustellen. Über 100 Interessierte, vor allem Einzelhändler aus der Lechstadt, waren gekommen, ebenso SPD-Stadtrat Gunnar Kahmke, Referent für Stadtmarketing, und Landrat Walter Eichner (CSU).

Das erste, das die Gäste sahen, war das Logo des Vereins „City Management Landsberg“ führt: zwei sich gegenüber liegende „L“ für Landsberg und Lech; das zweite war die Person, die dahinter steckt: Peter Purrmann, aus Freiburg im Breisgau stammend und seit zwei Jahren mit einer Landsbergerin verheiratet ist. Der gelernte Kfz-Mechaniker habe Erfahrungen für das City Management im Ausland gesammelt – zum Beispiel beim Erstellen von Marketingkonzepten für Immobilien und Stadtentwicklung. Landsberg zu „der attraktiven, romantischen und einzigartigen Einkaufs- und Urlaubsstadt“ zu machen, sei Ziel des neuen Vereins. Dabei betonte Purrmann, wie wichtig das „Wir-Gefühl“ und die „Gemeinschaft“ innerhalb der Stadt seien. Einzelhandel, Gewerbe, Gastronomie, Dienstleistungsbetriebe und städtische Institutionen sollen dabei zusammenarbeiten. „Man müsse nach vorn denken“, erklärte er weiter und erinnerte an Landsbergs großes Potenzial, vor allem durch Altstadt und Lech. Purrman schaute dabei in ganz nahe die Zukunft – auf das Fachmarktzentrum im Penzinger Feld, das im April eröffnet wird. Er hofft hier, den zu erwartender Käuferstrom in die Innenstadt ableiten zu können. Mit Landrat Walter Eichner (CSU) warfen die Anwesenden einen Blick über die Stadtgrenzen hinaus. Eichner, jetzt auch Vorsitzender des Tourismusverbands Ammersee-Lech sprach über positive Entwicklungschancen. Den Landkreis mit der Stadt Landsberg als Mittelzentrum sieht er gut aufgestellt. Gründe dafür: gute Verkehrsanbindung, reiche Kulturlandschaft, hoher Freizeitwert der Region. Der Landrat schloss in seine positive Bewertung die Schullandschaft und die Situation bei der Kinderbetreuung ein. Ins Detail beim City Management ging es, als eine 2008 durchgeführte Studie zum Einkaufs- und Informationsverhalten der Landkreisbürger vorgestellt wurde. Wo was eingekauft und wie viel Geld dabei ausgegeben wird – dazu wurden 450 Menschen zufällig ausgewählt und zu ihrem Einkaufsverhalten in den Bereichen Bekleidung und Schuhe, Unterhaltungselektronik, Möbel und Wohnaccessoires und Heimwerkerbedarf befragt. Interessant für den Einzelhandel: Welche Produkte werden in der Lechstadt gekauft? Kleidung und Schuhe betreffend sei sie für viele Einkaufsstadt Nummer eins. Auch für den Heinmwerkerbedarf fahren Kunden hierher. Möbel dagegen werden eher in Augsburg gekauft. Als Experte für City Management kam Günter Boncelet. Er ist Geschäftsführer des Vereins „City-Management Rosenheim e. V.“, der seit zehn Jahren existiert und so erfolgreich arbeitet, dass Rosenheim 2008 den Bayerischen City- und Stadtmarketingpreis bekam. In seinem Vortrag unterschied Boncelet zwischen City Management auf die Innenstadt bezogen, Stadtmarketing hingegen beziehe sich auf das gesamte Stadtgebiet. Er nannte Kriterien, die einen Ort attraktiv machen: Erreichbarkeit durch eine gute Verkehrsanbindung, Sicherheit, Sauberkeit, Parkplätze und Veranstaltungen würden Kunden anlocken. „Eine Vermarktung der Innenstädte heißt auch dem Erlebnisbedürfnis der Menschen gerecht zu werden, das durch aufwändig inszenierte Konzerte oder Multimediashows geprägt sei“, wusste Boncelet zu berichten. „Wohl dem, der eine historische Kulisse hat“, sagte er mit Hinweis auf eine Stadt, deren Architektur man als „Bühne“ nutzen könne. Der City-Manager riet, das Image der Stadt zu hinterfragen um etwas zu finden, was Besucher mit dem Ort verbinden könnten. Rosenheim hat die Rose und was hat Landsberg? Vorstand Purrmann schlug vor, den Fluss als Symbol zu nehmen, mit dem sich Landsberg nach außen positionieren könne.

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