Theatergruppe Commedia Dießen spielt im "Blauen Haus"

"Außer Kontrolle" begeistert das Dießener Publikum

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Mit Tempo, Wortwitz und absurder Komik unterhält die Boulevard-Komödie "Außer Kontrolle" zwei Stunden lang das begeisterte Publikum im "Blauen Haus" Dießen.
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Mit Tempo, Wortwitz und absurder Komik unterhält die Boulevard-Komödie "Außer Kontrolle" zwei Stunden lang das begeisterte Publikum im "Blauen Haus" Dießen.
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Mit Tempo, Wortwitz und absurder Komik unterhält die Boulevard-Komödie "Außer Kontrolle" zwei Stunden lang das begeisterte Publikum im "Blauen Haus" Dießen.
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"Liebling, es ist nicht das, wonach es aussieht...": Irre Situationskomik in der Komödie "Außer Kontrolle" der Commedia Dießen im Blauen Haus. Das Bild zeigt (v.links) die Darsteller Margot Netter, Josef Steinle, Thomas Bernhard, M. Ludwig Kramer und als "Leiche" Max Koch.
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Mit Tempo, Wortwitz und absurder Komik unterhält die Boulevard-Komödie "Außer Kontrolle" zwei Stunden lang das begeisterte Publikum im "Blauen Haus" Dießen.
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Mit Tempo, Wortwitz und absurder Komik unterhält die Boulevard-Komödie "Außer Kontrolle" zwei Stunden lang das begeisterte Publikum im "Blauen Haus" Dießen.
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Mit Tempo, Wortwitz und absurder Komik unterhält die Boulevard-Komödie "Außer Kontrolle" zwei Stunden lang das begeisterte Publikum im "Blauen Haus" Dießen.
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Mit Tempo, Wortwitz und absurder Komik unterhält die Boulevard-Komödie "Außer Kontrolle" zwei Stunden lang das begeisterte Publikum im "Blauen Haus" Dießen.

Dießen – Das Publikum im Saal des Blauen Hauses war völlig außer Kontrolle: Wo sonst Kulturbeflissene still und andächtig die Werke von Künstlern aus der Ammersee-Region betrachten, wurde lauthals gelacht, gejohlt und stürmisch applaudiert. Grund war die bravourös inszenierte Boulevard-Komödie „Außer Kontrolle“, aufgeführt von der Theatergruppe Commedia Dießen mit ihrem Regisseur Alois Kramer.

In der witzigen und schrillen Slapstick-Komödie des englischen Dramatikers Ray Cooney kommt alles anders als erwartet: Mißglückter Ehebruch, wilde Knutschereien, nackte Tatsachen und eine verschwindende mutmaßliche Leiche. Die Figuren jagen mit einem atemberaubenden Tempo und absurder Komik von einer Katastrophe in die nächste und nehmen dabei schlagfertig ihre menschlichen Verfehlungen aufs Korn. Was die Laientruppe um Alois Kramer hier durchaus professionell ablieferte, war ein Theaterfeuerwerk mit genialer Situationskomik und turbulentem Wortwitz. 

Die Story ist eigentlich simpel, wobei nicht die Aufklärung des Falles, sondern die ihn begleitenden Turbulenzen im Mittelpunkt stehen. Staatsminister Richard Willey (gespielt von Josef Steinle) und Sekretärin Jane von der Oppositionspartei (Kathrin Stork) haben sich zu einem Rendezvous mit Schampus und Austern in der Suite eines Hotel verabredet. Das heiße Stelldichein kühlt schlagartig ab, als sie auf der Fensterbank eine Leiche entdecken. Da beide verheiratet sind, müssen sie unter allen Umständen kompromittierende und karriereknickende Untersuchungen vermeiden. Willeys Sekretär George Pigden (M. Ludwig Kramer) soll die Leiche unauffällig entsorgen. 

Als dann noch die beinahe gehörnte Ehefrau des Politikers (Margot Netter) und der Mann der Sekretärin (Thomas Bernhard) auftauchen, hebt ein Fest der Situationskomik und des bösen Wortwitzes an. Zumal die Leiche wieder zum Leben erwacht, die man zuvor im Kleiderschrank vor dem neugierigen Hoteldirektor (Konrad Linke) und dem aufdringlichen Zimmerkellner (Andreas Bernhard) versteckt hatte. Natürlich löst sich die akribisch inszenierte Eskalationskomödie letztendlich in Wohlgefallen auf, wobei hier nicht mehr verraten werden soll. 

Aus der rundum guten Ensemblearbeit sticht M. Ludwig Kramer als zunächst etwas begriffsstutziger, aber dann taffer Sekretär heraus, der sich geschickt durch das Chaos der Verstrickungen blufft. Er scheut sich nicht, die fast gehörnte Ehefrau des Politikers und die Pflegerin seiner Mutter (Juline Andresen) mit falschen Liebesschwüren in die Irre zu führen. Ebenso gefeiert wurden die Auftritte von Andreas Bernhard als geldgieriger Zimmerkellner. Thomas Bernhard als Janes argwöhnischer Ehemann Ronnie pöbelt sich prollig und mit Weinkrämpfen durch die Szenerie, bevor er zum Entzücken des weiblichen Publikums „hinten ohne“ abgeht. Nicht zu vergessen Max Koch als „Leiche“, die im ersten Akt leblos und stumm agieren muß und wie eine Marionette vom Sekretär bewegt wird, um lebendig zu erscheinen – was sehr an den US-Spielfilm „Immer Ärger mit Bernie“ erinnerte, wo zwei Jungs ihren toten Boss als eine Art Marionettenspieler quasi am Leben hielten. Die Leiche in „Außer Kontrolle“ entpuppt sich nach ihrer Auferstehung als völlig verpeilter Privatdetektiv, dessen zeitweiliger Gedächtnisverlust zu weiteren Verwicklungen führt. 

Die Commedia Dießen spielt „Außer Kontrolle“ noch viermal im Blauen Haus, am 16. und 17. Februar bzw. am 23. und 24. Februar (Tickets unter Telefon 08807/237). Eile ist angesagt, denn die Mundreklame für die rundum geglückte Inszenierung läuft nach der Premiere auf Hochtouren. 

Dieter Roettig

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