Gleich zwei Kunstpreisträger

Cornelia Rapp und Helmut Kästl erhalten Kunstpreis des Landkreises Landsberg

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Cornelia Rapp und Helmut Kästl erhalten dieses Jahr beiden den Kunstpreis des Landkreises Landsberg.

Landkreis – Doppelt hält besser: Der Landkreis ehrt heuer gleich zwei Künstler mit dem Kunstpreis. Cornelia Rapp ist für Kunst am Bau und Rauminstallationen wie die Arbeit von 2005 „Transmitting Light“, bestehend aus 30.000 Rosen in Gedenken an die jüdischen Opfer im Dritten Reich, im Landsberger Frauenwald bekannt. Der Kunstmaler Helmut Kästl arbeitet vor allem als Glaskünstler. Aber auch Skulpturen entstehen aus seiner Hand. Zum Beispiel ist eine seiner Arbeiten am Heilig-Geist-Spital zu sehen. Die Preisverleihung des Kunstpreises des Landkreises Landsberg findet am 25. April im Landratsamt statt.

„Ich freue mich riesig über die Verleihung“, sagt Rapp. Sie ist professionelle Künstlerin – kann also, ebenso wie Kästl, von ihrer künstlerischen Arbeit leben. Ein Umstand, der nicht allzu häufig vorkommt.

Die 63-Jährige wurde in Berlin geboren, kam aber schon durch ihre Lehre nach Süddeutschland: als Holzbildhauerin an der Fachhochschule in Garmisch-Partenkirchen. Im Anschluss studierte Rapp an der Kunstakademie München und ist seit 1989 freischaffend tätig.

Sie arbeitete im Jahr 2000 zusammen mit Josef Lang an einem Werk für das Neue Stadtmuseum Auch das Holzkreuz der Sozialstation St. Martin stammt von Rapp. Aktuell war sie letztes Jahr mit einer Rauminstallation zum Thema „Mut“ im Rahmen der Kreiskulturtage zu sehen. Dafür fragte sie Bürger nach ihrer Definition für ‚Mut‘, filmt die Aussagen und setzte es als Videoinstallation um. Und bis zum Abbau des Schondorfer Skulpturenweges hing mitten im Wald auch ihre Arbeit „Broken“: eine Fotoinstallation mittels Aluminiumplatte, auf deren Rückseite der Betrachter gespiegelt wird – und selbst Teil des Objekts wird.

Helmut Kastl ist in Frontenhausen, im Landkreis Dingolfing-Landau geboren. Der 86-Jährige Glasmaler studierte fünf Jahre an der Kunstakademie in München und ist seither als freischaffender Künstler tätig. Kastl war ab 1994 16 Jahre lang Präsident der Münchener Secession, ebenso mehrmals Mitglied und auch Präsident der Ausstellungsleitung im Haus der Kunst in München. Im Jahr 2003 erhielt er schließlich das Bundesverdienstkreuz.

Kästl ist vor allem durch seine Glasfensterarbeiten bekannt. „Allein in München habe ich in 14 Kirchen eine Fensterarbeit“, sagt der Künstler. Letztes Jahr im Dezember war eine seiner Ausstellungen mit Bleiverglasungen auch in St. Ottilien zu sehen. Viele seiner Werke sind außerhalb de Landkreises verortet. „Ich hätte deshalb nicht gedacht, dass ich den Kunstpreis bekomme“, freut sich Kästl.

Der mit 4.000 Euro dotierte Kunstpreis wurde 2016 neu geschaffen und wird seither jährlich an Künstler der bildenden Kunst für „besonders hervorragende Leistungen“ verliehen. Bisherige Preisträger waren der Maler Ernst Heckelmann (2016), der Holzbildhauer und Restaurator Bert Praxenthaler (2017), der Maler, Zeichner und Bildhauer Karl Witti (2018) und die Malerin Mica Knorr-Borocco 2019.
Susanne Greiner

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