Coronavirus im Landkreis

Coronavirus: Klinikum Landsberg rät zu "aufmerksamer Gelassenheit"

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Gut gerüstet: Hygienebeauftragter Darius Bauermann in der neu eingerichteten Isolierstation des Klinikums Landsberg.

Landkreis – „Keine Panik!“ Douglas Adams wusste es schon vor Jahrzehnten: Im Angesicht von gefährlichen oder auch nur vermeintlich gefährlichen Situationen ist Panik immer die schlechteste Lösung. Auch in Bezug auf die aktuellen Infektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Landsberg und Starnberg ist Panik nicht angebracht. Um dennoch gerüstet zu sein, hat das Klinikum Landsberg eine Isolierstaion für acht Personen eingerichtet.

Auch wenn es bis dato nicht notwendig sei, habe das Klinikum Vorsorgemaßnahmen ergriffen, erklärt Vorstand Marco Woedl: „Wir haben uns vorbereitet. Es gibt im Klinikum Landsberg jetzt eine kleine Isolationsstation – nur für den Fall der Fälle.“

Chefarzt der Inneren Dr. Ingo Mecklenburg sieht keinen Grund zur Panik.

Ansonsten sei als Reaktion auf den Coronavirus lediglich „aufmerksame Gelassenheit“ notwendig, empfiehlt Dr. Ingo Mecklenburg, Chefarzt der Inneren Medizin am Klinikum. Eine „erhöhte persönliche Basishygiene“ – vor allem also Hände­waschen und wenn möglich auch die Desinfektion der Hände – sei der beste Schutz vor einer Infektion. Nach Möglichkeit sollte auch der Hand-Gesicht-Kontakt vermieden werden: Hände weg von Mund, Augen und Nase. Und auch aufs Händeschütteln solle man derzeit eher verzichten. Vorsichtig müsse man auch beim Niesen und Husten sein und sich auch nicht direkt anhusten oder anniesen lassen.

Eine Atemmaske sei hierzulande hingegen für gesunde Menschen kein geeigneter Schutz, lässt die WHO wissen. Oder nur in dem Sinne, dass sich der Träger seltener an Mund und Nase fasse. Denn oftmals wiege sich der Träger in falscher Sicherheit und vernachlässige die Hygienemaßnahmen. Die Masken seien vielmehr bei bereits Infizierten sinnvoll. Zudem böten handelsübliche Atemmasken keinen ausreichenden Schutz, bestätigen mehrere Virusforscher. Schützen könnten lediglich sogenannte FFP3-Masken, die man aber im Alltag nicht lange tragen könne.

Dr. Ingo Mecklenburg hat zum Thema Coronavirus zudem ein Infoschreiben an alle Mitarbeiter des Klinikums verfasst. Dessen Grundtenor lautet: Man sei bestens vorbereitet. Patienten mit Fieber, Husten oder Zeichen eines Infektes werden laut Schreiben wie bisher ambulant im Klinikum behandelt. Sollte ein Krankenhausaufenthalt nötig sein, erfolge dieser ohne spezielle Isolation, sofern kein Kontakt zu einem infizierten Corona-­Patienten bestand.

„Es ist grundsätzlich wichtig, dass man bei einer normalen Erkältung zuhause bleibt und sich auskuriert“, betont Mecklenburg. Zurzeit befinde man sich ohnehin in der Schnupfen- und Husten-Hochphase. Die Wahrscheinlichkeit, am Coronavirus erkrankt zu sein, sei aber höchst gering, sofern man nicht Kontakt mit einem Infizierten hatte.

Wahrscheinlicher ist momentan wohl eine Grippeinfektion. Denn eine Grippewelle hat Bayern erreicht, informiert das Robert-Koch-Institut. Im Vergleich zum Januar 2019 seien in Bayern bisher doppelt so viele Menschen erkrankt.

Der Grippevirus ist, ebenso wie das SARS-Virus 2003, nach bisherigen Erkentnissen aggressiver als das Coronavirus. Generell sterben in Deutschland pro Jahr durchschnittlich 20.000 Menschen an der Influenza. Eine Grippe-Impfung für Menschen mit schwächerem Immunsystem wie zum Beispiel Menschen über 60 empfiehlt auch Mecklenburg uneingeschränkt. Inzwischen votieren manche Ärzte dafür, sich auch in Anbetracht des Corona­virus gegen Grippe impfen zu lassen. Das schütze zwar nicht vor der Lungenkrankheit, die der Virus auslöse. Allerdings könne man so schneller auf Corona reagieren, da keine Verwechslung mit den ähnlichen Symptomen einer Grippe möglich sei. Mecklenburg hat hier Zweifel. Durch eine Grippeimpfung seien ja normale Erkältungen mit grippeähnlichen Symptomen noch nicht ausgeschlossen..

Im Klinikum Landsberg sind auch die Mitarbeiter bestens gerüstet. Unter anderem richtete Mecklenburg einen Maßnahmenkatalog an alle. Klinisch gesunde Personen mit möglichem Kontakt zu Menschen aus China oder mutmaßlich infizierten Menschen werden demnach an das Gesundheitsamt Landsberg verwiesen. Das Amt erstellt Kontaktlisten und prüft die Personen per Rachenabstrich auf das Virus.

Alle potenziellen Kontaktpersonen eines infizierten Patienten werden vom Gesundheits­amt zuhause isoliert und auf Kontaktlisten geführt. Erst wenn sich Symptome zeigten, werden sie im Klinikum aufgenommen. Personen, bei denen nur ein „unsicherer Kontakt“ zu infizierten Menschen bestehe, müssten nicht isoliert werden, so Mecklenburg. Kranke Patienten mit Fieber, Husten und Atemwegsbeschwerden werden im Klinikum ambulant behandelt. Werden sie stationär aufgenommen, sei keine Isolation notwendig, wenn kein Kontakt zu einem infizierten Coronapatienten bestand, so Mecklenburg.

Noch Fragen?

Wer Kontakt zu Menschen aus dem Pandemiegebiet in China oder möglicherweise infizierten Menschen gehabt hat, soll sich an das Gesundheitsamt Landsberg – Telefon 08191/129 -1291 oder -1296 – wenden. Für Fragen hat das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zudem eine Telefonhotline eingerichtet: 09131/6808-510. Mehr Informationen zum Coronavirus und zu möglichen Schutzmaßnahmen gibt es zudem auf der Internetseite des bayerischen Gesundheitsministeriums unter www.coronavirus.bayern.de.
Susanne Greiner

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