Bisher ein Infizierter im Landkreis Landsberg

Coronavirus: Ab Montag fällt die Schule in ganz Bayern aus

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Noch herrscht Ruhe in den zelten am Klinikum Landsberg.

UPDATE: 13. März, 12 Uhr:Landsberg – Die Stadt Landsberg gibt folgende Regelung aus: "Für alle Eltern, die im pflegerischen und medizinischen Bereich tätig sind, wird im Kinderhaus an der Römerauterrasse eine Notgruppe in der Zeit von 7 bis 18 Uhr eingerichtet. Voraussetzung für den Besuch dieser Notgruppe ist, dass beide Eltern in einem der benannten Arbeitsfelder tätig sind." An den Grund- und Mittelschulen besteht laut Schulamt Landsberg ein Betreuungsangebot für die Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6, deren Erziehungsberechtigte in Bereichen der kritischen Infrastruktur – Gesundheitswesen, Sicherheit, Ordnung et cetera – arbeiten. Die Betreuung erfolge durch Lehrkräfte und werde von der Schulleitung organisiertDas Landratsamt Landsberg schließt alle Sporthallen: am Schulzentrum in Landsberg, am Ignaz-Kögler-Gymnasium, am Ammerseegymasium in Dießen und die Halle an den Beruflichen Schulen Landsberg. Auch das Lechtalbad in Kaufering, einschließlich der Sauna, bleibt vorerst geschlossen.Der Markt Kaufering gibt bekannt, dass am Wahlsonntag keine öffentliche Wahlveranstaltung im Rathaus stattfinden wird. Auch die Wahlveranstaltung im Landratsamt Landsberg findet nicht statt.

UPDATE: 13. März, 12 Uhr:

Landsberg – Die Kauferinger Grünenabgeordnete im Landtag und Sprecherin des Bildungs- und Kulturausschusses im Bayerischen Landtag Gabriele Triebel zum Thema Schul- und Kita-Schließungen: 

„Wir müssen gemeinschaftlich alles tun, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Die Maßnahmen der Schul-, Kindergarten- und Kitaschließungen sind richtig und notwendig, um die Ausbreitungskurve zu verlangsamen, das Gesundheitssystem zu entlasten und Menschenleben zu schützen. Für Kinder, deren Eltern im Gesundheitssystem und in anderen wichtigen öffentlichen, systemrelevanten Einrichtungen arbeiten, werden vor Ort in den jeweiligen Einrichtungen Betreuungsmöglichkeiten geschaffen. Jetzt ist jede und jeder von uns gefragt: das Gebot der Stunde ist „Solidarität zeigen“. Solidarisch sein, heißt auch, dass jede und jeder dazu aufgerufen ist: regelmäßig Hände waschen, soziale Kontakte verringern und aufeinander Acht geben.“

UPDATE: 13. März, 9 Uhr:

Landsberg – Ab Montag bleiben alle Schulen, Kindergärten und Kitas in ganz Bayern bis zum ende der Osterferien geschlossen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder auf einer Pressekonferenz, die momentan noch läuft, mit. Kultusminister Piazolo betont: „Es sind keine Ferien.“ Lehrer hätten dennoch Dienstpflicht. Für Eltern mit 'kritischen Berufen' wie Pflegeberufe oder Sozialdienste werde die Betreuung in den Klassen 1 bis 6 sichergestellt.

In Krankenhäusern werden alle nicht akuten OPs verschoben, damit Platz für Intensivbetten ist. Das Besuchsrecht werde drastisch eingeschränkt. Ein Besucher pro Tag, eine Stunde pro Patient, lautet die Maßgabe von Gesundheitsministerin Melanie Huml. Es gebe Ausnahmen. Bei Kindern als Patienten oder wenn sich ein Patient im Sterbeprozess befinde. Der Ministerpräsident bittet zudem, Kinder momentan nicht die Großeltern besuchen zu lassen, um diese nicht zu gefährden.

Bars und Restaurants sollen vorerst offen bleiben.

Die Kommunalwahl werde stattfinden. Für die Stichwahl gebe es dann eine Briefwahl. Jeder, der zur Stichwahl berechtigt ist, bekomme die Unterlagen zugeschickt.

UPDATE: 12. März, 17 Uhr:

Landsberg – Noch steht die Isolationsstation am Landsberger Klinikum leer. Denn bisher gibt es im Landkreis nur einen weiteren Corona-Fall. Die Person hatte sich laut Landratsamt in Italien aufgehalten, zeige leichte Symptome und befinde sich in häuslicher Isolation. Die angedachte zentrale Prüfstelle – eine Drive-in-Stelle – werde aber noch nicht eingerichtet, informiert Pressesprecher des Landratsamtes Wolfgang Müller. „Aber wir könnten gemeinsam mit dem BRK so eine Stelle schnell auf die Beine stellen.“

In dieser Prüfstelle sollen die „potentiell Infizierten“, also die Kontaktpersonen von nachgewiesen Infizierten geprüft werden, ohne dass sie zum Gesundheitsamt, zum Hausarzt oder in die Notaufnahme gehen müssen. So soll die Verbreitung des Virus kontrolliert werden, um zu vermeiden, dass durch zahlreiche gleichzeitige Ansteckungen das öffentliche Leben stillsteht.

„Ein Problem könnte sein, dass im zentralen Labor des Bayerischen Landesamts für Gesundheit in Oberschleißheim nicht entsprechend viele Prüfungen pro Tag zu bewältigen sind“, gibt Landrat Thomas eichinger Eichinger zu bedenken.

Eine weitere Engstelle liege eventuell bei Klinik-Plätzen, an denen auch eine Beatmung der Patienten möglich sei. Um die Kapazität der Plätze zu prüfen, hatte sich am Donnerstag ein Kristenstab aus Landrat, Oberbürgermeister und Vertretern des Klinikums, der Polizeiinspektionen Dießen und Landsberg, des Ärztlichen Kreisverbands, des BRKs, des Katastrophenschutzes und des Gesundheitsamtes getroffen. Das Ergebnis: Das Klinikum Landsberg kann nur mit rund zehn solcher Plätze dienen.

Zwar müssten nur wenige Patienten stationär behandelt werden. Steckten sich allerdings zu viele Menschen gleichzeitig an, könne hier Platzmangel bestehen. Weshalb die langsame, verzögerte Ausbreitung des Virus immer noch das Hauptanliegen der ergriffenen Maßnahmen sei. Aus diesem Grund hat das Landratsamt am Donnerstag eine Allgemeinverfügung erlassen, die Veranstaltungen mit über 500 Besuchern verbietet. „Unter 500 Besuchern liegt die Entscheidung beim Veranstalter“, so Müller. Entstünden bei der Risikoabwägung Zweifel, so rät das Landratsamt auch hier zur Absage. Die Allgemeinverfügung steht auf der Homepage des Landratsamtes zur Verfügung: www.landratsamt-landsberg.de

Auch das Klinikum Landsberg hat sich entschlossen, die hauseigenen Veranstaltungen abzusagen. Zudem bitte man darum, „Besuche in unserem Klinikum auf das absolut notwendige Minimum zu beschränken“, informiert Pressesprecherin Regina Miller.

Die im Klinikum aufgestellten Zelte (der KREISBOTE berichtete) für Patienten mit Grippesymptomen seien momentan noch nicht übermäßig im Einsatz, sagt Miller. „Aber es ist viel los.“ Auf der Intensivstation habe man mehrere Influenza-Patienten, die beatmet werden müssten. Aber die Isolationsstation werde freigehalten.

Ab einem gewissen Punkt sei eine häusliche Isolierung nicht mehr durchführbar, ist Eichinger überzeugt: „Das öffentliche Leben muss aufrecht erhalten werden.“ Auch bei der Schließung von Kindergärten und Schulen sieht der Landrat eine zeitliche Grenze. Man könne einen Kindergarten wohl für längere Zeit schließen, bei einer Schule ergäben sich jedoch ab einer gewissen Zeitspanne Probleme. So stehen beispielsweise auch die Abiturprüfungen an. Momentan werde man weder Schulen noch Kindergärten schließen.

Auswirkungen auf die Kultur

„Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen, vor allem wenn es um die Sicherheit und Gesundheit geht.“ Die Stadt Landsberg sagt alles von ihr organisierten Veranstaltungen im Stadttheater, der Stadtbibliothek, dem Historischen Rathaus und dem Sportzentrum ab.

Noch gebe es keinen gemeldeten Fall einer Corona-Erkrankung in der Stadt Landsberg „und es wäre schön, wenn dies auch so bliebe“, sagt Stadtpressesprecher Andreas Létang. Die Stadt versuche, durch die Absage der Veranstaltungen die Ausbreitung des Virus möglichst zu verlangsamen. Die Absagen sollen vorerst bis Ostern inklusive dem 13. April gelten. Andere Veranstalter in städtischen Räumen bittet die Stadt, „die Risikobewertung ihrer Veranstaltungen unter Berücksichtigung der aktuellen Lage eigenverantwortlich vorzunehmen.“ Man empfehle jedoch dringend die Absage von Veranstaltungen über 100 Besuchern.

Die finanziellen Auswirkungen durch die Corona-Pandemie bekommen kulturell vor allem kleinere Veranstalter zu spüren. So zum Beispiel auch Rebelz Sound in Landsberg: „Die Existenz von Rebelz Sound ist seit gestern massiv gefährdet! Wir können unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr planen“, schrieb Rebelz-Sound-Geschäftsführer Bastian Georgi vergangenen Woche auf Facebook. Vor allem fehlende Planungsmöglichkeiten machten ihm zu schaffen: „Unsere Kunden sind Nachtclubs, die nicht wissen ob sie das kommende Wochenende noch aufhaben dürfen, unsere Kunden sind Firmen die Aufträge einfrieren, unsere Kunden sind Brautpaare die überlegen ihre Hochzeit zu verschieben.“ Weshalb er auch die Petition unter Open Petition unterstütze, die einen finanziellen Ausgleich von Umsatzeinbußen für Einzelnehmer fordert.

Bisher hat der Bund 26 Milliarden Euro zur Hilfe für geschädigte Firmen bereitgestellt. Auch die bayerische Staatsregierung habe erste Hilfsprogramme vor allem für kleine und mittelständische Betriebe bereitgestellt, hieß es vergangene Woche in einer Pressemitteilung. Möglich seien hier „die Stundung von Steuern, die Ausweitung der Kreditschirme oder die Einrichtung eines Rettungsfonds“, so Pressesprecher des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft Achim von Michel.

10. März

Landsberg – Noch steht die Isolationsstation am Landsberger Klinikum leer. „Bisher gibt es im Landkreis keinen weiteren Corona-Fall, aber wir rechnen stündlich damit“, sagte Landrat Thomas Eichinger am Dienstagmittag. Im Moment sei man dabei, eine zentrale Prüfstelle einzurichten.

Dort sollen die „potentiell Infizierten“, also die Kontaktpersonen von nachgewiesen Infizierten geprüft werden, ohne dass sie zum Gesundheitsamt, zum Hausarzt oder in die Notaufnahme gehen müssen. So soll die Verbreitung des Virus kontrolliert werden, um zu vermeiden, dass durch zahlreiche gleichzeitige Ansteckungen das öffentliche Leben stillsteht. „Ein Problem könnte sein, dass nicht entsprechend viele Prüfungen pro Tag zu bewältigen sind“, gibt Eichinger zu bedenken. Zwar müssten nur wenige Patienten stationär behandelt werden. Dennoch müsse man die Kapazität der stationären Plätze prüfen, bei denen auch eine Beatmung möglich ist. Um das zu klären, treffe man sich am Donnerstag nochmals mit Verantwortlichen des Klinikums, so Eichinger.

Zwar stehe die Verzögerung der Infektionsrate immer noch im Fokus. Aber ab einem gewissen Punkt mache auch die häusliche Isolierung keinen Sinn mehr, ist Eichinger überzeugt: „Das öffentliche Leben muss aufrecht erhalten werden.“ Wie genau man mit möglichen Schließungen von Schulen und Kindergärten umgehen werde, sei deshalb auch noch nicht sicher. Man könne einen Kindergarten wohl für längere Zeit schließen, bei einer Schule ergäben sich jedoch ab einer gewissen Zeitspanne Probleme. So stehen beispielsweise auch die Abiturprüfungen demnächst an.

Die im Klinikum aufgestellten Zelte (der KREISBOTE berichtete) für Patienten mit Grippesymptomen seien momentan noch nicht übermäßig im Einsatz, sagt Miller. „Aber es ist viel los.“ Auf der Intensivstation habe man mehrere Influenza-Patienten, die beatmet werden müssten. Aber die Isolationsstation werde freigehalten.
Susanne Greiner

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