Tolle Hilfe für Andrea Dahm

Benefizkonzert bringt 10.000 Euro für vierfachamputierte Mutter

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Spendenübergabe an der Crescentiakapelle, wo auch das Benefizkonzert stattfand. Von links Stefan Jocher und Franz Jäger (Alphorn), Matthäus Unsin, Andrea und Roland Dahm mit den Kindern Annika und Charlotte, Rudi und Michael Kögel (Schiedsrichtergruppe), Rudi Geiger (Rumänienhilfe) sowie Lorenz Waibl und Anton Zick mit den Alphörnern.

Dienhausen/Kaufering – Starkes Stück: Die hohe Spenden­summe von 10.000 Euro sind beim Benefizkonzert an der Crescentiakapelle bei Dienhau­sen zusammengekommen, das Matthäus Unsin organisiert hatte. An diesem Sonntagabend im Dezember waren, wie im KREISBOTEN berichtet, mehr als 800 Besucher gekommen. Der Erlös ist für die Familie Dahm aus Kaufering bestimmt. Die Spendenübergabe erfolgte neulich am Ort des Geschehens, an der Crescentiakapelle. Mit dabei waren Michael und Rudi Kögel, die einen Scheck über 1.350 Euro mitbrachten – Spenden zum Adventsingen der Schiedsrichtergruppe Schongau.

„Wir möchten Dank sagen für all die Unterstützung in den vergangenen eineinhalb Jahren“, sagt Roland Dahm, der mit seiner Ehefrau Andrea und den zwei Mädchen Annika (5) und Charlotte (fast 2) in die Waldlichtung nach Dienhausen gekommen war. Dort wurden die Vier am Nachmittag mit Bläserklang empfangen. Denn es gab noch beim Benefizkonzert im Dezember die Zusage, dass die Weihertaler Alphornbläser auch zu diesem Anlass ihre langen Instrumente auspacken würden, was für die Familie aus Kaufering eine große Überraschung war.

Die Spenden möchte Andrea Dahm zunächst für Verbesserungen ihrer Prothesen an Armen und Beinen verwenden, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden. Die 38-jährige Frau hatte bei der Geburt der kleinen Tochter im Februar 2016 eine lebensbedrohliche Fruchtwasserembolie erlitten – mit gravierenden Folgen für den Körper: multiples Organversagen. Nach der Entbindung in Landsberg wurde sie neun Monate in den Krankenhäusern in Großhadern und Murnau behandelt und mehrfach operiert. Dabei musste sie an Beinen und Armen amputiert werden.

Auf dem langen und schwierigen Weg zurück ins Leben ist Andrea Dahm mit eigenem Beharren, mit Unterstützung ihres Mannes, der Familie und einiger Freunde ein großes Stück vorangekommen. Dank Elektro­den, die auf Muskelkontraktionen reagieren, kann sie die künstlichen Finger so schließen, dass sie zum Beispiel Vieles selbst in die Hand nehmen kann. Sie brauche inzwischen keine Medikamente mehr, erzählte sie nach der Spendenübergabe im Hause Unsin.

Ein Wunsch von Roland und Andrea Dahm war es, dass sie wenigstens einen Teil der Spendensumme für die Rumänienhilfe Denklingen-Altenstadt abzweigen dürfen, bei der wiederum Matthäus Unsin der Motor ist. Gesagt, getan. 1.000 Euro sind für ein Waisenhaus in Zagujeni bestimmt, das die Helfer der Rumänienhilfe regelmäßig besuchen. Bei der Übergabe in Dienhausen sind vom Ehepaar Unsin noch vier weitere private Spenden für Familie Dahm überreicht worden. Darunter die vom Jugendtreff Unterdießen.

Hilfsaktionen stoppen

Das große Benefizkonzert im Dienhausen bildete zusammen mit dem von Otto Fischer aus Unterdießen organisierten Silvesterlauf der FT Jahn Landsberg, bei dem 5.000 Euro erlöst wurden, den Abschluss der überwältigenden finanziellen Hilfsbereitschaft. Roland und Andrea Dahm und sprechen dafür ihren Dank aus. Sie werben aber auch um Verständnis, wenn sie jetzt einen Schnitt machen wollen. Ihre Bitte: keine weiteren Benefizveranstaltungen für ihre Familie ausrichten. Es gebe schließlich andere Menschen und Vereine, die ebenso Unterstützung gebrauchen können.

Wesentlich war für Andrea Dahm die Unterstützung ihres Mannes, der Familie und Freunde. Roland Dahm arbeitet als technischer Polizeibeamter beim Landeskriminalamt in München, drei Tage pro Woche. Doch die Dienststelle wird heuer nach Königsbrunn verlegt. Dann wird für ihn der Weg zur Arbeit kürzer...

Johannes Jais

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