Am Penzinger Feld:

Erstes "Nein" zum Drogeriemarkt

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Das Schild steht noch, ist aber bedeutungslos. Das Areal südlich des InCenters Landsberg ist in städtischer Hand und ist nach Ansicht der CSU-Fraktion ein idealer Standort für einen Drogeriemarkt.

Landsberg – Die Vertreter der „AG Innenstadt“ durften am Mittwoch erst mal tief durchatmen: Mit 8:7 hat sich der Bauausschuss gegen die Ansiedelung eines Drogeriemarktes am Penzinger Feld ausgesprochen. Jetzt kommt das Thema in den Stadtrat.

Viel Zeit zum Luftholen bleibt den Einzelhändlern jedoch nicht, denn Antragsteller und CSU-Fraktionschef Helmut Weber, der dem Bauauschuss nicht angehört, zauberte unmittelbar nach der Abstimmungsniederlage einen bereits vorbereiteten Überprü­fungsantrag aus dem Ärmel. Damit steht demnächst im Stadtrat erneut eine Drogeriemarkt-Debatte an.

Die CSU-Fraktion und mit ihr der Oberbürgermeister sind der Auffassung, dass am Penzinger Feld in unmittelbarer Nähe zum InCenter ein Drogeriemarkt zur „Ergänzung des Einkaufssortiments“ erforderlich sei. Dies entspreche dem Wunsch vieler Konsumenten, nachdem die Schlecker-Filialen in Landsberg geschlossen wurden, schreibt Weber Ende Juli vergangenen Jahres in seinem Antrag. Im Dezember legte der Stadtrat im Zuge der Neuaufstellung des qualifizierten Bebauungsplanes „Am Penzinger Feld“ eine Veränderungssperre über das freie Areal südlich des Fachmarktzentrums – inzwischen komplett in städtischer Hand.

Mit der nun im Bauausschuss präsentierten Beschlussvorlage zeigt sich Helmut Weber absolut nicht einverstanden. „Die Verwaltung ist hier von völlig falschen Voraussetzungen ausgegangen“, wettert er im Ge­spräch mit dem KREISBOTEN. Zwei Dinge missfallen ihm: In der Vorlage der Stadt ist der mögliche Drogeriemarkt in der Nord-West-Ecke des Plangebietes, am Schnittpunkt der Straßen Am Kornfeld und Am Pen­zinger Feld, situiert. „Das war nicht unsere Intention“, sagt Weber. Vielmehr liebäugeln die Christsozialen mit dem Areal direkt neben Sanitär Merkl, und das sei nicht, wie im Dezember beschlossen, in den Geltungsbereich des B-Plangebietes aufgenommen worden.

Rieth-Befürworter?

Der CSU-Fraktionschef erhebt schwere Vorwürfe gegen die Verwaltung: „Der Drogeriemarkt ist völlig falsch platziert, offensichtlich von Rieth-Befürwortern.“ Weber spricht damit offen aus, was Bürgermeister Norbert Kreuzer (CSU) vehemet dementiert: Das Grundstück soll offensichtlich auf keinen Fall an das Landsberger Unternehmen für Baustoffe veräußert werden – ein Relikt aus FMZ-Debatte. Be­reits drei Mal hat Rieth von den Stadtoberen eine Abfuhr für ein Kaufgesuch erhalten, ein viertes liege seit geraumer Zeit vor, bestätigt OB Neuner. Im Mittelpunkt des Interesses steht eben das Areal neben Merkl, auf dem die CSU gerne einen Drogeriemarkt sähe und dessen Verkauf ausgesetzt war – bis letzten Mittwoch. Einstimmig folgte der Bauausschuss nun dem Antrag von Jonas Pioch (Landsberger Mitte), die Vermarktung wieder freizugeben.

"Nicht geeignet"

Im Mittelpunkt der Bauausschussdebatte stand ein Drogeriemarkt mit einer Verkaufs­fläche von weniger als 800 Quadratmeter. Als „kleinflächiger Einzelhandelsbetrieb“ sei er in dem eingeschränkten Gewerbegebiet generell möglich, Immissionsschutz und auch die Verkehrsanbindung seien keine Ausschlusskriterien, sagte Stadtbaumeisterin Annegret Michler mit Blick auf die Stellungnahme der Regierung von Oberbayern. Darin wird aber deutlich darauf hingewiesen, dass das Vorhaben der „Aufwertung und Stärkung der Innenstadt mit Hauptplatz“ widerspricht. Die Regierung behalte sich deshalb vor, weitere Vergaben an Städtbaufördermitteln „sehr sorgfältig zu prüfen“.

Der Standort am östlichen Stadtrand werde insgesamt als „sehr problematisch“ und „nicht geeignet“ ein­gestuft. Er decke weder die Versorgungslücken im Stadtgebiet noch erfülle er die langfristigen Ziele der Landesen­twicklungsplanung.

Toni Schwaiger

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