Vortrag mit Zusatzleistung

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Stein des überparteilichen Anstoßes: Markus Wasserles Vortragsreihe „Hast Du Worte“ mit Sonja Rathgeb.

Landkreis – Gereizte Stimmung auf der Zielgeraden des Wahlkampfs: CSU, Grüne und FDP unterstellen dem gemeinsamen Landratskandidaten von SPD, FW, ÖDP und Landkreis Mitte „fragwürdige Methoden“, der Angegriffene spricht von einer „ganz normalen Wahlveranstaltung“.

Es geht um Sonja Rathgebs Vorträge „Hast Du Worte“, in deren zweitem Teil Markus Wasserle jeweils sich und sein Wahlprogramm vorstellt, und die Kreistagskandidaten.

Ohnehin kann Wasserle die Kritik seiner politischen Gegnerschaft nicht wirklich nachvollziehen. Eine ganze Reihe von Sachvorträgen seien in den vergangenen Wochen Teil seines Wahlkampfprogrammes gewesen, der von Kreis- und Stadtratskandidatin Sonja Rathgeb (Landsberg/Landkreis Mitte) sei nur einer davon. „Davon kann sich jeder auf meiner Homepage überzeugen“, rät der Landratskandidat.

Die Kreisvorstände Alex Dorow (CSU), Detlef Däke (Grüne) und Christoph Ertl (FDP) indes sehen das ganz anders. „Nur schwer lesbar im Kleingedruckten ganz am Ende“ der Einladungen finde sich, dass sich Wasserle nach dem Vortrag vorstellen wolle. In den Augen des Trios werde Eltern und Erzieherinnen, die wegen eines pädagogischen Fachvortrages er­scheinen, die „einseitige Vorstellung eines Landratskandidaten quasi als ,Zusatzleistung‘ aufs Auge gedrückt.“ In der freien Wirtschaft spräche man von „irreführender Werbung“, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung. Wasserle stellt dazu klar: „Teil 1 der Veranstaltung ist ein reiner Fachvortrag; wer am kommunalpolitischen Teil 2 nicht interessiert ist, kann danach jederzeit gehen.“

Und trotzdem: Dorow, Däke und Ertl sind der Ansicht, dass es kein Kandidat in diesem „bisher fair geführten Wahlkampf“ nötig haben sollte, auf „solch fragwürdige Methoden“ zurückzugreifen. „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“, sagt Wasserle mit Blick auf die jüngste Veranstaltung der CSU-Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft (AGL) in Hofstetten. Wie berichtet, stand auch hier in Teil 1 ein Fachvortrag (Wildschweinproblematik) an, danach hatten CSU-Landratskandidat Thomas Eichinger und einige Kreistagskandidaten das Wort – in eigener Sache . Pikant daran: Ein Teil der Einladungen hatten das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Fürstenfeldbruck sowie die Verwaltungsgemeinschaft Windach versandt.

Toni Schwaiger

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