Gabriele Uitz will Bürgermeisterin werden:

Wie geht das mit fünf Kindern?

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Geballte CSU-Kompetenz beim Kauferinger Neujahrsempfang (von links): Alex Dorow, Mechthilde Wittmann, Gabriele Uitz, Michael Kießling und Landrat Thomas Eichinger.

Kaufering – Der Neujahrsempfang der Kauferinger CSU ist ganz im Zeichen des Bürgermeister-Wahlkampfes gestan­den. Auch die Landtagswahlen warfen ihre Schatten voraus. Im Mittelpunkt bei „Dimi“ in der Lechau stand Gastgeberin Gabriele Uitz. Ihre Gästeliste konnte sich sehen lassen: Michael Kießling (MdB), Alex Dorow (MdL), Landrat Thomas Eichinger und Mechthilde Wittmann (MdL) sorgten dann auch für Wahlkampfunterstützung. Auch Partei-Urgestein Dr. Thomas Goppel hatte es sich nicht nehmen lassen, nach Kaufering zu kommen.

Es war die Frage aller Fragen an diesem Abend. „Mehr als die Schulden der Marktgemeinde ,sorgen‘ sich die Kauferinger, ob ich mit fünf Kindern zwischen sieben und 18 Jahren diesem Fulltime-Job überhaupt machen kann“, sagte Gabriele Uitz. Für sie ist das eigentlich kein Thema, denn als BR-Journalistin habe sie das schon. „Meine Kinder sind absolut selbständig und passen aufeinander auf“.

Unterstützung erhielt Uitz von Mechthilde Wittmann, die, wie sie sagte, mit ihren zwei Kindern in einer klassischen Patchworkfamilie gelernt habe, Beruf und Familie sehr gut miteinander zu vereinbaren. Gabriele Uitz wäre gerade durch ihre Kinder eine lebensnahe Bürgermeisterin für Kaufering, lobte Wittmann.

Keinerlei Zweifel an ihrer fachlichen Kompetenz hatten die CSU-Granden. Denklingens Ex­Bürgermeister Michael Kießling bescheinigte Uitz einen „objektiven Blick“ und vor allem einen „gesunden Menschenverstand“. Das seien die Hauptvoraussetzungen für einen erfolgreichen Bürgermeister. Dazu müsse man nicht langjährige Erfahrungen haben. Er selbst habe das Amt ohne Vorkenntnisse übernommen. Gerade durch den Blick von außen habe er die Lokalpo­litik viel effektiver gestalten können. „Wissen über Verwaltung schadet nicht, macht aber nichts, wenn man es nicht hat.“ Kießling muss es wissen. Er übernahm sein Amt in einer Zeit, als die Gemeinde wegen des geplanten Windpark total zerstritten war.

„Leichter wird es mit einer Bürgermeisterin Gabriele Uitz für mich als Landrat nicht“, sagte Thomas Eichinger. Ein Versprechen hat sie ihm bereits abgerungen. Er habe ihr die feste Zusage gegeben, nach der Auflösung des Flüchtlingsheimes am Lechtalbad in 2019 eine gerechte Verteilung der Asylbewerber im Landkreis sicherzustellen.

Nach oben!

Neben Landsberg und Dießen gehöre Kaufering zu den drei großen und bedeutsamen Gemeinden im Landkreis, auf die man ein Augenmerk habe, so der Landrat. 30 neue Sozialwohnungen sollen in der Schlesierstraße entstehen. „Auch bei der Zahl der Pendlerparkplätze am Bahnhof müssen wir etwas tun.“ Wegen des fehlenden Platzes bliebe nur der Weg nach oben: ein Parkhaus. Man überlege, ob der Landkreis ein Förderprogramm auflegen könne. Geld in die Hand nehmen will der Landrat auch beim Ausbau der Saunalandschaft im Schwimmbad. Der Bedarf sei da.

„Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum“, forderte Kreisvorsitzender Alex Dorow. Er schilderte am Beispiel des „Einheimischenmodells“, welche Schwierigkeiten dabei manchmal auftreten. Das Modell hatte nämlich die EU für unzulässig erklärt, da es die Nichteinheimischen benachteilige. Im Gegensatz zu den „nördlichen“ Bundesländern hätte es Unterstützung aus Österreich gegeben, betonte Dorow. Inzwischen sei das Problem nach vielen Verhandlungen gelöst. Das Einheimischenmodell sei nach einigen Änderungen von der EU anerkannt worden.

„Wir müssen eventuell ganz neue Wege gehen“, sagte Dorow mit Blick auf den Arbeitsmarkt. Benötigte Arbeitskräfte, zum Beispiel in Pflegeberufen, würden oft keine bezahlbaren Wohnungen finden. Daher könne es sinnvoll sein, Sozialwohnungen an bestimmte Berufsgruppen zu binden.

Sorge bereitet Dorow die zunehmende Verrohung der Gesellschaft. Fehlender Respekt vor anderen Menschen habe in der Vergangenheit dazu geführt, dass immer wieder ehrenamtliche Helfer tätlichen Angriffen ausgesetzt seien. Hier müsse man gegensteuern.

Das leidenschaftliche Schlusswort blieb Dr. Thomas Goppel vorbehalten. „Die Gesellschaft hat sich verändert, deshalb braucht das Land auch neue Köpfe. Gabriele Uitz kann als Bürgermeisterin ihren Beitrag dazu leisten“.

Siegfried Spörer

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