Deutschlands beste Rettungsschwimmer:

Penzing hat die besten Frauen

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Die besten fünf Rettungsschwimmerinnen Deutschlands kommen aus Penzing: Nadja Berger, Nadja Dopfer, Sarah Hufnagl, Melina Wördehoff, Katharina Ried und Gruppenleiter Sebastian Ried (v. links).

Penzing – „Ich bin absolut megastolz!“ Der erste Vorsitzende der Wasserwacht Penzing Michael Geier hat allen Grund zur Freude: Die Damenmannschaft der Ortsgruppe Penzing ist beim 41. Bundeswettbewerb Rettungsschwimmen in Bad Tölz Deutscher Meister geworden. „Das ist das erste Mal seit gut 20 Jahren, dass eine Mannschaft aus Oberbayern bei den Erwachsenen gewinnt“, sagt Gruppenleiter Markus Rojahn. Die Konkurrenz war groß: Immerhin traten insgesamt 19 Mannschaften an. Schon 2007 gewann die Ortsgruppe den Jugendrotkreuz-Bundeswettbewerb. Und die zwei Jugendmannschaften kamen heuer auf den vierten Platz beim Landeswettbewerb.

Schon um sechs Uhr klingelte der Wecker am Wettbewerbstag, um acht sprangen die Penzinger Schwimmerinnen ins Tölzer Militärbad. Dann hieß es, in mehreren Disziplinen sein Bestes zu geben. Alles Staffeln, denn „es geht darum, wer als Mannschaft gewinnt“, betont Rojahn. Es heiße ja auch nicht Wettkampf sondern Wettbewerb – „Weil wir uns für den Sieg bewerben und nicht gegeneinander kämpfen.“ Dabei müsse genau abgestimmt werden, wer wann schwimmt – je nachdem, wo die Stärken und Schwächen des Einzelnen liegen. Die Penzinger haben vor allem in den Schwimmdisziplinen gepunktet: vier von fünf gewonnen.

Retten ist ihr Hobby

Eine davon ist die Kleiderstaffel. Und die ist richtig fies: „Da schwimmt man 50 Meter Vollgas in Klamotten, die man dann freischwimmend im Wasser ausziehen muss, vorher darf der nächste nicht starten“, erzählt Nadja Berger. Die Kunst dabei ist vor allem das Ausziehen der Kleider. „Dabei muss man ruhig bleiben. Wenn man das nicht übt, hat man dabei das Gefühl zu Ertrinken“, erklärt Rojahn. Auch Flossen- und Tauchschwimmen wird getestet, zudem geht es um Wissen in Umwelt-, Natur- und Gewässerschutz. Und die Penzinger zeigten am Ufer der Isar, wie man einen Fluss mit einer selbstgebauten Seilbahn überquert. Das jedoch außerhalb der Wertung.

Nadja Berger ist die einzige der Gewinnerinnen, die noch in Penzing lebt. Aber die anderen Teammitglieder bleiben der Ortsgruppe treu. Denn alle haben schon früh in Penzing angefangen. „Ich hab bei der Wasserwacht Schwimmen gelernt“, lacht Katharina Ried, Nadja Berger ist schon mit fünf Jahren zur Wasserwacht gekommen. Auch Nadja Dopfer aus Geltendorf und Melina Wördehoff aus Windach sind von Anfang an in Penzing mit dabei. „Andere Wasserwachten haben vielleicht besseres Equipment“, gibt der Bürgermeister von Penzing Johannes Erhard bei der Ehrung im Rathaus zu. „Aber wir haben eine sehr gute Jugendarbeit und Ausbildung.“ Zudem gebe es Schwimmunterricht bereits im Kindergarten, und man merke ja gerade, wie notwendig das sei. Er wisse sehr gut, wie viel hinter so einer Leistung stecke und „wie lang der Atem der Teilnehmer, der Betreuer und auch des Vereins sein muss, um so eine Erfolgsmannschaft aufzubauen. Und es ist phänome­nal, welche Unmengen an theoretischem Wissen ihr abrufen könnt!“

Nach dem Sieg wurde ausgelassen gefeiert: bayerisch. Denn auch der erste Platz bei den Männern und der zweite Platz in der gemischten Mannschaft wurde von Gruppen aus Bayern erobert. „Die Männer aus Viechtach sind brutal“, schmunzelt Rojahn, „da haben wir leider vorerst keine Chance“. Tatsächlich: Viechtach ist seit 2012 ungeschlagen.

Die Mädels feiern ihren Sieg auf jeden Fall nochmal in Penzing nach, ist sich Hufnagl sicher. „Melina geht demnächst für ein Jahr in die USA, da müssen wir es ausnutzen, wenn wir in dieser Gruppe nochmal zusammen sind.“ Die Fünf sind ein echtes Team. Gern gehen sie auch mal in Wasserwachtklamotten ins Kino und schauen sich „Baywatch“ an. Und auch die Wettkämpfe gefallen allen. Vor allem der letzte, da sind sich alle einig: „Es war ein tolles Wochenende! Das werden wir nicht vergessen.“

Susanne Greiner

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