Damit’s auch bei den Behörden funkt

Nur 90 Prozent

Wie Ernst Schilcher, im Landratsamt Landsberg zuständig für den Brand- und Katastrophenschutz erläutert, werden derzeit die Standorte untersucht und abgeklärt, in welchen Bereichen neu gebaut werden muss oder wo eventuell vorhandene Mobilfunkmasten mitbenutzt werden können. Topographisch ist etwa der Bereich Ammersee ein Problem, da beispielsweise das Westufer am besten über einen Masten in Andechs zu versorgen wäre. Bisher werde etwa für den Bereich Feuerwehr die veraltete, analoge Technologie genutzt, die nur eine Versorgung von etwa 90 Pro­zent gewährleiste – und das mit teilweise schlechter Funkqualität. Herangezogen werden die Kommunen natürlich auch für die Finanzierung. Laut Schilcher gibt es einen Kompromiss zwischen Innen- und Finanzministerium, dass zwar der Freistaat alle Kosten für den Aufbau des Netzes trägt, aber der Landkreis wird sich an den Unterhaltskosten beteiligen. Die Gemeinden wiederum müssten dann für die Anschaffung notwendiger Ge­-räte Sorge tragen, wenn etwa Rettungsdienste und Feuerwehr funktechnisch mit der Polizei kommunizieren sollen. Nach Auskunft des Landsberger Landratsamtes sind Stand­orte für Digitalfunkmasten beziehungsweise die Mitnutzung in folgenden Gemeindebereichen geplant: Dießen/Wengen, Utting/Holzhausen, Hofstetten, Windach/Greifenberg, Penzing, Kaufering, Landsberg, Walleshausen, Igling/Stoffersberg, Thaining, Vilgertshofen und Apfeldorf. Bis 2013 keine Ausgaben für die Gemeinden Auf die Landkreisgemeinden kommen hinsichtlich des digitalen Behördenfunknetzes bis min­destens zum Jahr 2013 keine Ausgaben zu. Dies erläutert Oliver Platzer, Pressesprecher im Innenmini­ste­rium, auf Anfrage des KREISBOTEN. Es sei ein Riesen-Projekt, bei dem es sicherlich Unwägbarkeiten gebe, räumte Platzer ein. Die Belastung für die Kommunen halte sich jedoch insgesamt in Grenzen. Nach einer Vereinbarung teilen sich alle bayerischen Gemeinden mit 942 Senderstandorten den Betrag von drei Millionen, zusätzlich werden für die Bereitstellungen von Masten nochmals drei Millionen angerechnet. Mit Einführung des Digitalfunknetzes fallen dann 25 Prozent der Betriebskosten auf die Kommunen. Der Freistaat Bayern wendet insgesamt für Netz­aufbau und Betrieb rund 772 Millionen Euro auf. Analoges und digitales Netz werden laut Platzer in der Übergangsphase parallel laufen, aber langfristig kommen die Gemeinden nicht darum herum, die Freiwilligen Feuerwehren ebenfalls mit digitalen Funkgeräten auszustatten, weil das analoge System nicht weiter entwickelt wird. Die Kreisgemeinden, die zum Teil mehrere Ortsfeuerwehren auszustatten haben, und auch die Stadt Landsberg müssen dennoch keine Unsummen befürchten: 80 Prozent der Gerätekosten samt Zubehör trägt, wie in solchen Fällen bisher üblich, der Freistaat.

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