Vom Bauchnabel aufwärts

Verlegung der "Dance Masters" in Mittelschulaula verursacht Unmut

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Nicht wirklich viel konnte eine enttäuschte Zuschauerin von den irischen Stepptänzern sehen. Die Veranstaltung war vom Sportzentrum in die Aula der Mittelschule verlegt worden.

Landsberg – Manche Abende bergen böse Überraschungen. Wenn man zum Beispiel zu einer Tanzveranstaltung ins Sportzentrum gehen möchte, diese dann aber in die Aula der Mittelschule verlegt wird. Wo die Sicht komplett eingeschränkt ist, obwohl man die teuersten Tickets gekauft hat. So geschehen am letzten Märzsonntag: Die irischen Dance Masters lockten nur 300 Zuschauer an, weshalb auf die kleinere Schulaula ausgewichen wurde.

Eigentlich habe sie einen Tribünenplatz gebucht, sagt eine Zuschauerin dem KREISBOTEN gegenüber. Für 60 Euro, oberste Preisklasse. In der Aula der Mittelschule habe sie dann in der sechsten reihe von hinten gesessen. „Gesehen haben wir gerade noch die Körper vom Bauchnabel aufwärts. Bei einer Stepptanzveranstaltung sicher nicht ideal.“ Es sei fast wie bei einem Elternabend gewesen. Zudem habe man die Plätze in der Aula willkürlich verteilt: „Vor uns saßen Leute mit günstigeren Tickets.“ Insgesamt „waren es tumulthafte Zustände, die Leute waren stinksauer.“ Einige seien gegangen, sowohl vor als auch während der Veranstaltung.

Verlegt wurde die Veranstaltung aus „logistischen Gründen“, teilt Veranstaltungsmanager der Stadt Anton Sirch mit. Mit nur rund 350 verkauften Tickets habe man „keinen vernünftigen Spielstättenrahmen in einer Halle mit 1.400 Plätzen“. Die Verlegung wurde mit dem Veranstalter, Reset Production, abgesprochen. Und man habe auch darauf hingewiesen, dass in der Aula die Bühne ebenerdig sei. Eine Warnung, die von Reset Production aufgegriffen wurde: Der Veranstalter installierte eine Bildübertragung der Bühne.

„Dabei waren aber Ton und Bild versetzt“, urteilt die geprellte Besucherin. Das Bild sei verpixelt, der Ton zu laut sei es gewesen, übersteuert für den kleineren Raum. „Wir wollten einen schönen Abend. Aber es hat einfach gar nichts gepasst.“

Allerdings berichtet Sirch, dass sich bisher bei der Stadt nur rund zehn Personen beschwert hätten. „Sie sind aus ihrer Sicht auch zurecht verärgert“, die Plätze seien schlecht gewesen. „Aber alle anderen gaben am Ende Standing Ovations.“

Diana Pernt vom Veranstalter Reset Production berichtet von „sieben bis acht“ Beschwerden. Die Tribünenplätze im Sportzentrum seien viel weiter von der Bühne entfernt gewesen: „In 25 Meter Entfernung sehe ich die Fußarbeit genauso schlecht.“ In der Aula habe eine geringere Distanz geherrscht. Was die Bildschirmübertragung angehe, habe es laut Techniker keine Probleme gegeben. Darüber habe sich auch nur ein Anrufer beschwert. Ob der Ticketpreis erstattet werden könne, prüfe sie im Einzelfall, so Pernt. Eventuell werde Reset Production als Ersatz Freikarten für eine  andere Veranstaltung anbieten. In Landsberg gibt es in diesem Jahr allerdings nur noch einen ABBA-Abend im November. Ob das Dance-Masters-Fans gefällt?

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