"Dann verlegen wir die Bahnlinie"

Wer Bürgermeister Dr. Klaus Bühler kennt, der weiß es genau: Das Nein des Landsberger Stadtrates ist für ihn kein Grund das Handtuch zu werfen. Im Gegenteil. Mit aller Kraft bemüht er sich weiter um eine Ansiedlung des Edeka-Logistikzentrums – im Süden der Markt- gemeinde. Weil der Platz dort zu knapp ist, hat Dr. Bühler einen neuen Plan: Er will die Bahnlinie Landsberg-Kaufering verlegen.

Wie berichtet sollte das Logistikzentrum nach Bühlers Plänen unmittelbar an der B17alt zwischen Kaufering und Landsberg entstehen. Doch der Stadtrat hat diesem Ansinnen mit seinem „Nein“ eine klare Abfuhr erteilt. Parallel dazu sollte OB Ingo Lehmann (SPD) mit Edeka in Kontakt und Verhandlung treten. Auftrag und Ziel: das Logistikzentrum für den Industrie- und Gewerbepark Frauenwald gewinnen. „Es gibt Gespräche“, hält sich der OB dazu bedeckt. Was aber hat das Oberhaupt der Marktgemeinde vor? Im Moment stehen südlich des Biomasseheizkraftwerkes die knapp 20 Hektar für das Logistikzentrum nicht zur Verfügung. Im Westen die B17alt, im Süden städtischer Grund — da lässt sich nichts machen. Im Osten aber sieht Dr. Bühler noch eine Erweiterungsmöglichkeit – hinter einer sehr hohen Hürde in Form der Bahnlinie Landsberg-Kaufering. Die lässt sich verlegen, befindet der Bürgermeister, führt erste Sondierungsgespräche mit den Bahnverantwortlichen, mit Landrat Walter Eichner und klopft damit beim Süd-Nachbarn an die Rathaustür. Da eine Verlegung der Bahnlinie nach Osten erst in Ausbauphase zwei erforderlich wäre, könne man die Sache in aller Ruhe angehen. Technisch sei so eine Gleisverlegung durchaus möglich, sagt Andreas Hanke von DB Netz Südbayern, doch müsse man dafür sehr viel Geld in die Hand nehmen und sehr viel Zeit haben. Und Edeka? „Wir stehen mit jedem in Kontakt, der einen Standort anbietet, an dem sich eine unkomplizierte und realisierbare Möglichkeit abzeichnet – auch mit Kaufering“, sagt Edeka-Pressesprecher Alexander Hippach. Die erste Reaktion des Grünen-Abgeordneten Ludwig Hartmann: „Mir scheint, als würde hier mit allen Mittel daran gearbeitet, die Lebensqualität in der Region zu verschlechtern.“

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