Da darf man schon etwas stolz sein

Dr. Klaus Bühler blickt zufrieden auf 25 Jahre Bürgermeister der Gemeinde Kaufering zurück. Fotos: Lorenz/Privat

Landsberg ist größer, Dießen etwa gleich groß, doch keine Gemeinde im Landkreis ist nach dem Zweiten Weltkrieg so stark gewachsen wie Kaufering. Und keine Gemeinde ist in der jüngeren Vergangenheit so eng mit dem Schicksal eines Politikers verbunden wie Kaufering mit Dr. Klaus Bühler: Am 11. März wird sein Nachfolger als Bürgermeister gewählt, dann enden 25 Jahre ununterbrochene Amtszeit. Während die potenziellen Nachfolger mit inzwischen harten Bandagen um das Amt rangeln, kann Bühler entspannt auf „sein“ Vierteljahrhundert zurückblicken.

Herr Dr. Bühler, Sie geben Ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen ab. Wenn Sie auf die vergangenen 25 Jahre schauen, was sind für Sie die Höhepunkte? Bühler: „Sicher die Einrichtung des Seniorenstifts und, trotz aller Anfeindungen, die im Moment kommen, das Biomasseheizkraftwerk. Das ist eine gute Sache, mit der sehr viel CO2 eingespart wird; davon redet im Moment aber leider schon fast niemand mehr.“ Diese Anlage macht im Moment allerdings weiterhin deutliche Verluste? Bühler: „Einige sehen nicht mehr die Wohlfahrtsleistung, die man mit dieser Anlage hat, die muss auch nicht zwingend wirtschaftlichen Gewinn abwerfen. Der Schnee in Kaufering ist deutlich weißer als anderswo in der Nähe. Wir haben praktisch nebenbei 25 Kilometer Leitungsnetz geschaffen, das auch in Zukunft jede Form von Energie aufnehmen kann. Diese Investition ist auf Jahrzehnte aus­gelegt. Mit der Kritik daran versucht man inzwischen aber im Wahlkampf auch nicht mehr die Anlage zu treffen, sondern nur noch mich persönlich.“ Warum? Bühler: „Sie kennen sicher den Begriff der ,lame duck‘, der ,lahmen Ente‘; er bezieht sich auf einen US-Präsident, der am Ende seiner zweiten Amtszeit ins Visier genommen wird? Jeder weiß, dass ich aufhören muss, aber Einige haben offenbar nicht verstanden, dass ich gar nicht mehr zur Wahl stehe. Sie schießen sich auf das falsche Ziel ein.“ Sie gelten als arbeitswütig. Können Sie sich tatsächlich vorstellen, demnächst als Ruheständler ungerührt am Kaufe­ringer Rathaus vorbeizufahren? Bühler: „Das kann ich mir sogar gut vorstellen. Es gab einen Lebensabschnitt der Ausbildung, dann folgte ein langer der Arbeit, auch für die Gemeinde, und jetzt kommt der dritte Abschnitt: Ich habe vier Enkel, die ich verwöhnen kann. Und ich habe vor, das nach Kräften zu tun.“ Ein Bürgermeister Bühler im Ruhestand scheint schwer vorstellbar. Wie soll das aussehen? Bühler: „Ich muss mich jetzt gesund halten, das wurde mir klar gesagt. Ich möchte mehr radfahren und ich lese doch so gerne, hatte lange keine Zeit mehr dazu. Gerade, was den Bereich Volkswirtschaft angeht, möchte ich einiges nachholen.“ Sie hatten andere berufliche Optionen. Wie sieht Ihr Resümee nach 25 Jahren als Bürgermeister aus? War das die richtige Wahl? Bühler: „Wenn ich meine Laufbahn sehe, hätte ich als Bester meines Jahrgangs verdienstmäßig nach oben andere Möglichkeiten gehabt. Aber ich bin froh, in Kaufering Bürgermeister gewesen zu sein. Wenn man sieht, welche Infrastruktur wir hier inzwischen haben, die Kindergärten und vieles mehr, kann man schon ein bisschen stolz sein, es fehlt uns an kaum etwas. Viele Ideen waren von mir, aber es waren auch viele Kollegen beteiligt. Ich möchte allen danken, die mir über die Jahre geholfen haben.“ Wenn Sie Ihre Anfangszeit in Kaufering mit der jetzigen vergleichen: Hat sich das politische Arbeiten über die Jahre verändert? Bühler: „Es hat sich leider sehr verändert. Und ich muss ehrlich sagen, dass es in 25 Jahren noch nie so schwierig war wie in der laufenden Amtspe­riode des Gemeinderats.“ Hat die Zusammenarbeit zuletzt noch Spaß gemacht? Bühler: „Ich würde diese Frage gerne unbeantwortet lassen, wenn das möglich ist.“

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