"Das war der absolute Wahnsinn!"

Emotionen pur beim Abschiedsspiel von Christoph Hicks: Frenetischer Jubel schon beim Einlaufen in die Landsberger Eishalle, dann noch die bewegenden Worte von HCL-Präsident und Freund Markus Haschka (rechtes Foto). Fotos: Krivec

Am Ende flossen die Tränen. Mit einer emotionalen Ansprache verabschiedete Markus Haschka Christoph Hicks nach dessen Ab­- schiedsspiel in den Ruhestand als Spieler. Beide sind seit dem Kindergartenalter Freunde und Teamkollegen, beide lieben es nicht, im Mittelpunkt zu stehen und so war zu erwarten, dass die Emotionen hoch schlagen würden. Der beeindruckende Abschied in der Landsberger Eishalle ließ allerdings auch etliche der 875 Zuschauer die Taschentücher zücken.

Wie wichtig vielen dieses Spiel war, sah man von Anfang an. Die Halle war gut gefüllt, wechselnde Transparente und überlebensgroße Portraits von Hicks sowie eine permanente Feierlaune machten die Partie zum Erlebnis. „Es war eine Ehre, mit dir spielen zu dürfen“, gab Haschka seinem Freund nach dessen letzten 60 Minuten mit auf den Weg. Und so sahen das auch die Fans, die Mitspieler und die Zuschauer, von denen ein guter Teil mit Hicks tatsächlich persönlich befreundet ist. Unter lautem Applaus aller und vielen Tränen wurde das Trikot mit der Nummer 14 unter dem Hallendach befestigt. „Keine Sorge, da wird es auch nach der Hallensanierung wieder hängen“, so Haschka. Die „14“ wird der HC Landsberg künftig nicht mehr vergeben und sie hängt dort neben der „19“ von Armin Fohry, der sich der Einladung zum Abschiedsspiel ebenso wenig verweigerte wie viele andere. So lief etwa Larry Mitchell gleich neben Andrew McPherson auf. „Ich liebe Landsberg, ich bin hier zuhause. Und dass man bei einem solchen Spiel für einen Freund dabei ist, ist doch klar.“ Christoph Hicks freute sich darüber besonders: „Ich konnte ihn noch gar nicht einladen, da hat er mich schon angerufen, ob er mitspielen darf.“ Der Mann mit der Nummer 79 umkurvte das Angriffsdrittel ein ums andere Mal mit offensichtlicher Lauffreude, Mitchell hielt sich dagegen im Aktionsradius ebenso etwas zurück wie der eigens aus Finnland angereiste Esa Säteri – beide beeindruckten eher mit ihrer Stocktechnik. Selbstredend ließen alle Akteure Christoph Hicks im Zug zum Tor groß­zügig gewähren, doch ausgerechnet Gerhard Hegen im Tor und die Denklinger Reihe der „Hicks Allstars“ schienen zunächst etwas gegen das zwangsläufige Tor zu haben. Ob im Halbspagat, mit der Fanghand oder notfalls mit einem hochgerissenen Schlittschuh gegen einen Nachschuss von Hicks: der 51-jährige Hegen trotzte Alter und Schwerkraft (und auch seiner schweren Ausrüstung) zur Verzweiflung der Zuschauer beeindruckend. 63 Sekunden vor Spielende und einige Erfrischungsgetränke später klappte es dann doch noch: Hicks hatte mit Werner Kößl die Seiten gewechselt und schoss auf Vorlage von Kozacka und McPherson ein. Danach gab es frenetischen Beifall, Ehrenrunden und eine angemessene Feier zunächst in der Stadiongaststätte und später in einer Landsberger Kneipe. Zurück blieb ein beeindruckter Christoph Hicks. „Ich bin überfordert. Ich kann nur allen danke sagen. Das war der absolute Wahnsinn.“ Der HC Landsberg als Veranstalter wird den beträchtlichen Überschuss aus dem Spiel zu 100 Prozent spenden. „Wir hatten zwar Kosten, aber viel mehr Sponsoren- und Zuschauereinnahmen und Spenden, letztere ausdrücklich für dieses Spiel.“ Die Verwendung des Geldes ist auch klar: Es geht komplett an das Kinderhospiz in Bad Grönenbach bei Memmingen – dem Wunsch Christoph Hicks’ folgend. Für den „HCL Select“ auf dem Eis: Falkenberger, Makowski, Wüst, Widmann, Tölzer, Wedl, Bonenberger, Möhle, Heringer, A. Zeck, Speckamp, Mat. Hitzelberger, Endres, Hanemann, Hicks, Guggenmos, Klemm (W. Kößl). Die „Hicks Allstars“ präsentierten: Hegen, Herkommer, Gerum, Fohry, Kozacka, Curmann, Mitchell, W. Kößl, H. Kößl, Hamann, Mar. Hitzelberger, McPherson, Billmeier, Schury, Wittmann, Pufal, Säteri (Hicks). Ach ja: Das Hicks-Abschiedsspiel endete 8:13.

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