"Das Geld haben wir nicht!"

Die Sanierung des Kindergartens St. Johann (Foto) hat 40000 Euro mehr als vorgesehen gekostet. Die Kirchstiftung sieht sich nun außerstand, ihr Scherflein zu den Mehrkosten beizutragen. Foto: Kruse

Für erhebliche Irritationen sorgt bei Teilen des Marktgemeinderates die Sanierung des Kindergartens St. Johann. 140000 Euro sollten die Arbeiten kosten, tatsächlich sind es knapp 180000 geworden. Doch nicht die Summe ärgerte vor allem die GAL, sondern dass sich die Kirchenstiftung außerstande sieht, ihren Anteil von 8,33 Prozent zu übernehmen – zwei Drittel wollten der Markt Kaufering, ein Viertel die bischöfliche Finanzkammer tragen. Knapp 15000 Euro würden somit jetzt auf den Träger selbst entfallen.

Doch nicht mal die ursprünglich veranschlagten 11700 Euro hätte man aufgebracht, so Charlotte Kandziora von der Kindergartenverwaltung vor den Räten. „Wir haben aber von Anfang an gesagt, dass wir das Geld nicht haben. Wir hatten von Dr. Bühler damals die Zusage, dass die Gemeinde das übernimmt. Wir hätten sonst die Baumaßnahme gar nicht durchführen können.“ Weiteres Bühler-Kapitel Während Bürgermeister Erich Püttner (UBV) meinte, man müsse „froh sein, dass die Kirchen überhaupt noch Träger von Kindergärten sind“ und in der Beschlussvorlage darauf hingewiesen wurde, dass sich die Kirchenstiftung St. Johann Baptist ausschließlich aus Mitteln der Pfarrei, also Spenden, finanziere, übte die GAL-Fraktion harsche Kritik. „Das ist ein weiteres Kapitel einer Genehmigung durch Dr. Bühler ohne dass der Marktgemeinderat informiert wurde“, meinte Gabriele Triebel, die den überplan­- mäßigen Ausgaben dann aber trotzdem zustimmte. Die einzigen zwei Gegenstimmen kamen somit von ihren Fraktionskollegen. „Es stört mich, dass eine kirchnnahe Stiftung so operiert und Verträge abschließt, wenn sie kein Geld hat“, wetterte Hans Pilz. Alex Glaser: „Jeder Privatbürger, der eine Leistung aus einem Vertrag nicht erbringt, muss damit rechnen, dass er verklagt wird.“ Er glaube zudem nicht, „dass die Kirchenstiftung das Geld nicht hat, das wird nur für etwas Anderes ausgegeben.“ Einen Vertrag habe es gar nicht gegeben, so Charlotte Kandziora, lediglich ein „erstes Verhandlungsgespräch“. Pilz bemängelte zudem, dass die Kindergartenförderung in Kaufering seiner Meinung grundsätzlich zu hoch sei: „Landkreis-üblich ist ein Drittel. Auch die Rechtsaufsicht beim Landratsamt wundert sich über uns.“ Dieses Thema will auch Püttner angehen: Im Herbst wolle man mit allen Kindergärten und Trägern einen neuen Rahmenvertrag schließen, um so „einheitliche Bedingungen“ herzustellen.

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